Maxi in Ghana:   Report 3  -  SONAM (School of Nursing and Midwifering)

Damit ich meine Arbeit an der School of Nursing and Midwifing (SONAM) fortsetzen bzw. damit anfangen konnte, brauchte ich noch das “OK” von diversen Funktionären der Universit (University of Health and Allied Sciences). Das war erstmal überhaupt nicht so einfach, weil ich meine meisten Gesprächspartner überhaupt nicht richtig einordnen konnte. Ich war mit der Rangordnung in der Universität noch nicht vertraut. Am Donnerstag hatten wir dann ein Meeting mit dem Vice-Chancellor der Universität: er ist die höchste Instanz der Universität und durchaus sehr einflussreich. Er arbeitet ziemlich eng mit der ghanischen Regierung zusammen. Das Hochschulwesen in Ghana unterscheidet sich sehr zum deutschen Hochschulwesen. Ich war etwas aufgeregt vor dem Meeting, weil ich weder auf das Meeting vorbereitet war noch wusste ich, was auf mich zukommt und was für Fragen er mir stellen würde. Schließlich ist es meine Aufgabe hier in Ghana grundlegende Fragen zu klären, bevor unser IT-Projekt dann tatsächlich in die Tat umgesetzt wird. Ich wusste aber, dass es ziemlich wichtig ist, dass der Vice-Chancellor sein Einverständnis gibt, sonst hätte ich meine Aufgaben wohl kaum erfüllen können. Es hat mich etwas verwundert, dass ich so vielen Menschen unser Projekt und HITA im Allgemeinen verkaufen musste, als würde wir gerade erst unsere Zusammenarbeit beginnen. Es gab nämlich schon in der Vergangenheit viele Gespräche zwischen HITA-Vertretern und der Universität bzw. dem Gesundheitsministerium von Ghana. Ich hatte also im Wesentlichen nichts Neues zu berichten. Das Gespräch war dann aber sehr konstruktiv und der VC hat sein Einverständnis gegeben. Damit war die Sache aber noch nicht erledigt. Wir mussten auch noch mit den Zuständigen für Studien und deren Publikation, um Erlaubnis bitten Fragebögen auszuteilen. Es kam mir vor, als würde ich etwas von der Universität wollen, dabei bin ich doch hier, um der Universität zu helfen.

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Nachdem aber alle Gespräche erfolgreich verliefen, konnte ich beginnen das Campusgelände von SONAM ( die School Of Nursing And Midwifing ist Teil der UHAS) auszumessen und so wichtige Vorarbeiten für unsere IT-Experten zu leisten. Der Campus hat auch eine eigene IT-Abteilung mit eigenen Netzwerkexperten. Mit denen konnte ich mich dann auch schon über Details unterhalten, sodass wir jetzt schon wissen, wo wahrscheinlich der Server stehen wird und wo wir die WAP anbringen, um maximale Signalreichweite zu erhalten. Das Intranet-Projekt hat enormes Potenzial. Wenn die teuren Schulbücher digitalisiert werden könnten, hätten alle Studenteninnen und Studenten Zugang zu diesem Material. Die Bücher zu kaufen, ist für viele schlicht zu teuer, aber ein Handy haben alle. Wieso diese Handys nicht innerhalb des Campus vernetzen? Mit minimalem Arbeitsaufwand kann so maximaler Nutzen erreicht werden. Die digitale Bücherei ist dabei nur eins von vielen Beispielen, wie man mit Informationstechnologie das Lernen erleichtern kann. Es muss dafür gesorgt werden, dass das nicht-ärztliche medizinische Personal  bestmöglich ausgebildet wird, schließlich sind es die Krankenschwestern und Hebammen, die später einmal die Bevölkerung medizinisch versorgen: Ärzte gibt es in Ghana nämlich vor allem in Accra, der Hauptstadt oder im Ausland…  Das Intranet-Projekt ist also ein richtiger Schritt in Richtung Verbesserung des Gesundheitswesens in Ghana.