Was Covid-19 für das ländliche Ghana bedeutet

Was Covid-19 für das ländliche Ghana bedeutet – ein erster Bericht aus Adaklu, Volta Region

Karsten Gareis, HITA, 5.4.2020 (aktualisiert am 14.4.2020) -  Dank für Input an Jacob Ahiave / Grow Your Dream Foundation und Celestin Yao Etiam, Adaklu, Ghana

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1.) Einführung

Das Land Ghana scheint aufgrund seiner Erfahrungen mit früheren Epidemien, insbesondere der Ebola-Epidemie in Westafrika (2013-2016), gut aufgestellt zu sein, um der aktuellen Gefahr einer massiven Ausbreitung von Covid-19 zu begegnen. Damals erhielt Ghana von der WHO und Experten weltweit viel Lob dafür, die Bedrohung durch Ebola sehr erfolgreich gemeistert zu haben. Dieser Erfolg wurde zurückgeführt auf:

interministerielle Anstrengungen zur Überwachung der Häfen, der Einwanderungs- und Sicherheitsdienste und des ghanaischen Gesundheitsdienstes sowie die nationalen und regionalen technischen Koordinierungsausschüsse sowie die Sensibilisierungsbemühungen im Bereich der öffentlichen Gesundheit. Zur Verwaltung der Fälle wurden drei Ebola-Behandlungszentren eingerichtet. Sie waren mit der Überwachung, Lagebeobachtung und -bewertung, dem Fallmanagement, der Gesundheitserziehung, der sozialen Mobilisierung und der Risikokommunikation, der Logistik, der Sicherheit, der Bereitstellung der finanziellen Ressourcen sowie der Planung und Koordination beauftragt. Für an vorderster Front tätiges Gesundheitspersonal, das an der Prävention und Kontrolle von Ebola arbeitet wurde ein spezieller Versicherungsschutz eingeführt – ein weiterer positiver Schritt. Um Ebola von Ghana fernzuhalten, unternahm die Regierung weitreichende Maßnahmen im Bereich von Bildung und Ausbildung, schuf ein Bewusstsein in den Medien, Kirchen, Schulen und an öffentlichen Orten und förderte Präventivmaßnahmen wie Händewaschen, Vermeidung unnötigen Körperkontakts mit kranken Menschen, Änderung der Beerdigungsverfahren und verstärkte Überwachung/Durchsuchung an den Häfen.” [1]

Natürlich bestehen erhebliche Unterschiede zwischen Ebola und Corona. Ebola ist etwa 30 Mal tödlicher als Corona, aber letzterer verbreitet sich viel leichter. Dennoch können viele der während der Ebola-Epidemie erprobten Verfahren auch auf die aktuelle Herausforderung angewendet werden. Der erste Fall von mit Corona infizierten Personen in Ghana wurde am 12.3.2020 gemeldet. Bis zum 12.4. stieg die Zahl der Fälle auf 566, von denen 8 tödlich verlaufen sind. In der Volta-Region wurden die ersten 9 Fälle am 12.4. gemeldet.

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Die Regierung hat auf den Ausbruch von Corona schnell und entschieden reagiert. Am 15.3.2020 wurden alle öffentlichen Versammlungen verboten, einschließlich Konferenzen, Workshops, Beerdigungen, Festivals aller Art, politische Kundgebungen, kirchliche Aktivitäten und andere damit verbundene Veranstaltungen, um die Verbreitung von Corona einzudämmen. Grundschulen, weiterführende Schulen und Universitäten, sowohl öffentliche als auch private, wurden ebenfalls geschlossen. Seit dem 22.3. bis mindestens zum 19.4. sind alle Außengrenzen geschlossen. Am 30.3. wurde eine zunächst zweiwöchige Ausgangssperre für drei Stadtregionen, in denen Fälle von Infektionen gemeldet wurden, in Kraft gesetzt: Accra, Tema und Kumasi (einschließlich deren Vorstädte). Die Ausgangssperre ist inzwischen um zwei weitere Wochen verlängert worden. In diesen Gebieten dürfen nur Bewohner, die lebenswichtige Dienstleistungen erbringen, wie Gesundheitspersonal, einige wichtige Regierungsbeamte, Restaurants und Lebensmittelverkäufer, ihre Wohnung verlassen. Außerdem dürfen Menschen ihre Behausungen verlassen, um Lebensmittel zu kaufen. Ein Fokus liegt auf der Identifizierung von Personen, mit denen die erwiesenermaßen Infizierten in letzter Zeit Kontakt hatten, und auf der stärkeren Nutzung von Tests in allen Teilen des Landes. Weitere Maßnahmen sind die Desinfektion von Märkten vor allem in der Region Accra, eine spezielle Lebensversicherung für Gesundheitspersonal, das unmittelbar mit der Pandemie in Berührung kommt, sowie die Einrichtung von Quarantänezentren. Darüber hinaus ergriffen die Regierung und der staatliche Gesundheitsdienst (GHS) eine Reihe von Maßnahmen, um die Öffentlichkeit über angemessenes Verhalten zur Eindämmung der Bedrohung durch Corona zu informieren; so wurde ein auf Whatsapp basierenden Benachrichtigungsservice eingeführt, und landesweit wurden Plakate ausgehängt mit Anweisungen zum korrekten Verhalten.

Die entscheidende Frage ist nun, inwieweit die getroffenen Maßnahmen dazu beitragen können, eine starke Ausbreitung des Virus in der ghanaischen Bevölkerung zu verhindern. Die Wissenschaft ist sich noch nicht im Klaren darüber, ob bzw. in welchem Maße warmes Wetter die Ausbreitung des Virus tendenziell hemmt, was Länder wie Ghana – wo das Thermometer in weiten Teilen des Landes fast nie unter 20° C sinkt – vor den schlimmsten Auswirkungen der Pandemie bewahren würde. Andererseits besteht durchaus die Möglichkeit, dass das Auftreten dieser neuen Krankheit verheerende und dauerhafte Auswirkungen auf das ohnehin schon anfällige Gesundheitssystem des Landes haben wird. Ghanas Gesundheitsbehörden sind sich sehr wohl bewusst, “dass die Krankenhäuser nur einen Bruchteil der Bedürftigen versorgen könnten, wenn sich das Virus in überfüllten Städten, abgelegenen Dörfern und unter gefährdeten Bevölkerungsgruppen wie Flüchtlingen, Unterernährten oder Menschen, die an HIV und anderen chronischen Krankheiten leiden, ausbreitet” [2]. Ausgehend von den jüngsten Erfahrungen anderer Länder ist Ghana sicherlich gut beraten, sich auf das Schlimmste vorzubereiten.

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Wie in anderen Ländern mit niedrigem und niedrigem mittlerem Einkommen (LMIC) sind die Rahmenbedingungen für die Bewältigung einer Corona-Infektionswelle in Ghana äußerst ungünstig. An vielen Orten Ghanas stellt schon das Händewaschen eine Herausforderung dar, weil kaum Zugang zu fließendem Wasser besteht. Die Isolierung der Fälle (d.h. die räumliche Trennung von Menschen, die bereits positiv getestet wurden, von anderen Gemeinde- und Haushaltsmitgliedern) und die Quarantäne zu Hause (14-tägige, totale Ausgangssperre für Menschen, die exponiert wurden und möglicherweise infiziert sind) werden nur möglich sein, wenn eine Bereitschaft in der Bevölkerung besteht, den öffentlichen Anweisungen Folge zu leisten. Dies kann eine Herausforderung darstellen insbesondere aufgrund von Angst vor Stigmatisierung und wegen mangelnder Einsicht in die Logik der Epidemie, d.h. die Tatsache, dass Personen mit keinen oder leichten Symptomen diese auf andere übertragen können und diese damit eine ernsthaften Gefahr aussetzen. Außerhalb der großen Agglomerationen dürfte es sich darüber hinaus als sehr schwierig erweisen, einzelne Regionen von anderen komplett abzuriegeln.

Verschärft wird die Gefahrenlage durch die weite Verbreitung von Krankheiten wie Malaria und Tuberkulose. Zahlreiche Menschen leiden bereits an chronischen Krankheiten und sind daher besonders vulnerabel. Die Mortalität unter Personen, die an einer Lungenentzündung oder anderen Infektionen der unteren Atemwege erkranken (wie sie für schwere Fälle von Covid-19 typisch sind), ist in Afrika deutlich höher als in Ländern mit höherem Einkommen [3]. Betrachtet man die Sterblichkeit über alle Altersgruppen hinweg in Ghana, sind solche Infektionen für mehr Todesfälle verantwortlich als jede andere Ursache (etwa 20.000 jährlich). Etwa 5.000 Kinder unter 5 Jahren sterben jedes Jahr an Lungenentzündung [4]. Unter diesen Bedingungen könnte das Coronavirus leicht zu einer großen Zahl zusätzlicher Todesfälle führen.

Während eine rasche Ausbreitung von Corona somit katastrophale Folgen für Ghana zeitigen könnte, wird die Pandemie selbst dann weitreichende Auswirkungen auf die Gesundheit der ghanaischen Bevölkerung haben, wenn das Virus selbst nicht direkt zu einem signifikanten Anstieg der Sterblichkeitsraten führt. Der Grund sind die indirekten Effekte der Maßnahmen zur Bekämpfung von Corona. Zu diesen gehören Arbeitslosigkeit und die daraus resultierenden sinkenden Haushaltseinkommen, steigende Preise für Gebrauchsgüter und eine sich verbreitetende Tendenz unter Kranken, Schwangeren und anderen Pflegebedürftigen, aus Angst vor einer Infektion oder Quarantäne keine medizinische Hilfe mehr in Anspruch zu nehmen (siehe nächster Abschnitt).

So oder so ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass das Land in seinen Bemühungen, die vieldiskutierten „Sustainable Development Goals“ zu erreichen (z.B. Reduzierung der Mortalitätsraten von Müttern und Neugeborenen), um Jahre zurückgeworfen wird.

2.) Allgemeine Herausforderungen für Ghana mit Bezug auf Covid-19

Die ersten Fälle von Covid-19 in der Volta-Region wurden erst am 12. April gemeldet. Bereits in in den Wochen zuvor haben die Maßnahmen der Regierung sowie die Berichterstattung in den Medien und die Kommunikation in den sozialen Netzwerken begonnen, das tägliche Leben selbst in den entlegensten Teilen des Landes zu beeinflussen.

Verbreitung von Falschinformationen

Eine große Herausforderung stellt das dar, was als “Corona-Infodemie” bezeichnet wird – d.h. die enorme Verbreitung von Gerüchten und Falschinformationen rund um die aktuelle Epidemie. Einige dieser Gerüchte verursachen Schaden, indem sie die Menschen in vermeintlicher Sicherheit wiegen, z.B. durch die Behauptung, dass Schwarze gegen das Virus immun sind oder dass dieses bei einer Temperatur von mehr als 26°C abstirbt. Eine solche Vorstellung mag plausibel klingen, da die meisten gemeldeten Fälle von Infizierten unter Personen zu finden sind, die von außerhalb Afrikas in das Land eingereist sind. Aufgrund der extrem niedrigen Anzahl von Personen, die in Ghana auf das Virus getestet werden, ist es jedoch leicht möglich, dass bereits weite Teile der einheimischen Bevölkerung infiziert sind, ohne dass dieses erkannt wurde. Andere Gerüchte verursachen direkte Schäden, indem sie Menschen zu gefährlichen Arten von Selbstmedikation verleiten, wie etwa die Einnahme von Bleichmitteln gegen eine Virusinfektion. Solche Arten von Falschinformationen verbreiten sich in der Regel schnell von Mund zu Mund, vor allem in den Teilen des Landes, in denen nur wenige Einwohner Zugang zu Fernsehen oder Mobiltelefonen haben und auch viele nicht Englisch lesen können.

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Sinkende Nutzung von Gesundheitsdiensten

Einiges deutet darauf hin, dass die Bewohner selbst in Regionen weit entfernt von den Corona-Hotspots in Ghana begonnen haben, Besuche in Krankenhäusern und Gesundheitsposten zu vermeiden, da sie annehmen, dass sie an diesen Orten in Kontakt mit Infizierten kommen könnten. Während der Ebola-Epidemie 2013-2016 wurden für den Großteil Westafrikas rückläufige Raten von betreuten Geburten gemeldet. Auch der Transport von Personen, die professionelle Hilfe benötigen, zu einer Gesundheitseinrichtung dürfte immer schwieriger werden, weil Dienstleister höhere Preise verlangen und vermeintlich infizierte Personen nicht mehr befördern.

Die gegenwärtige Praxis der Isolierung von Personen, von denen angenommen wird, dass sie mit Corona infiziert sein könnten, macht die Sache noch schlimmer. Von unseren Kontakten in der Region erreichten uns Berichte, dass in Adaklu und der Stadt Ho (die in der Nähe von Adaklu liegt und deren Universitätskrankenhaus auch die Bevölkerung des Distrikts versorgt) Personen, die wegen Symptomen, die durch Corona verursacht werden könnten, einen Arzt bzw. eine Ärtin aufsuchen oder von denen aus anderen Gründen vermutet wird, dass sie infiziert sein könnten, nicht nach Hause zurückkehren dürfen, sondern für 14 Tage in einem Gebäude auf dem Gelände des Krankenhauses unter Quarantäne gestellt werden. Angesichts dieser Praxis kann es nicht verwundern, dass viele Bewohner*innen Besuche in einer Gesundheitseinrichtung vermeiden werden – um nicht Gefahr zu laufen, unter Quarantäne gestellt zu werden, selbst wenn es keinen Nachweis gibt, dass sie tatsächlich mit Corona infiziert sind.

Explodierende Preise bei Produkten für die persönliche Hygiene

Die Marktpreise für Seife und Desinfektionsmittel, ganz zu schweigen von Schutzmasken und -kleidung, sind seit dem Ausbruch der Epidemie in die Höhe geschnellt. Dies macht es für die Menschen sehr viel schwieriger, sich ausreichend häufig die Hände zu waschen, zu einer Zeit, in der dies für die Eindämmung der Ausbreitung von Corona von zentraler Bedeutung ist.

Steigende Preise auch für Güter des täglichen Bedarfs

Die Preise für alle Arten von Gütern des täglichen Bedarfs, also nicht nur für Seife und Desinfektionsmittel, sind in den letzten Wochen deutlich gestiegen. Infolgedessen wird es für immer mehr Haushalte schwierig oder unmöglich sein, alle Familienmitglieder ausreichend mit Nährstoffen zu versorgen. Die Regierung hat darauf reagiert, indem sie die Stromrechnungen der privaten Haushalte um die Hälfte (bei Haushalten mit sehr niedrigem Einkommen um 100%) gesenkt hat – ein Schritt, der im Zusammenhang mit den für Ende dieses Jahres geplanten Parlamentswahlen gesehen werden muss, und der mittelfristig zu einer Häufung von Stromausfällen sorgen dürfte.

Arbeitslosigkeit und daraus resultierende Einkommensverluste

Während die Preise steigen, verlieren viele Beschäftigte und Arbeiter*innen in der informellen Wirtschaft infolge des Lockdowns ihren Arbeitsplatz oder werden zumindest in den unbezahlten Urlaub geschickt. Besonders betroffen sind Familien, die bereits nahe an der Armutsgrenze leben – mit absehbaren negativen Auswirkungen auf ihre Gesundheit.

Unvereinbarkeit mit Traditionen des öffentlichen Lebens

Die Aufforderung der Gesundheitsbehörden, das Händeschütteln zu vermeiden, und das Verbot von religiösen Zusammenkünften und Beerdigungen betrifft Lebensaspekte, die den Ghanaer*innen als heilig gelten. Wie die ghanaische Journalistin Elizabeth Ohene in einem Bericht für die BBC feststellt:

„Hier in Ghana gibt es einige Dinge, die in unserem Leben heilig sind, und niemand stellt sie in Frage – unter welchen Umständen auch immer: Religion, Händeschütteln und Beerdigungen. Das sind Themen, die nicht zur Diskussion stehen, und viele Menschen glauben, dass sie unsere Existenz definieren. [...] Das Verbot religiöser Versammlungen [...] hat große Auswirkungen auf Menschen, für die das gemeinsame Gebet und die Disziplin des religiösen Kalenders im Mittelpunkt ihres Lebens stehen”[5]

Nun aber blieben die Kirchen über Ostern, dem heiligsten Fest im Kalender der ghanaischen Christen, geschlossen. Wenn Beschränkungen dieser Art über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten werden sollen, sind zu ihrer Durchsetzung – und um zu vermeiden, dass in der aktuellen Situation nach Sündenböcken gesucht wird – starke Kommunikationsanstrengungen erforderlich. Auch ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass viele Familien versuchen werden, Symptome, die durch eine Infektion mit Corona hervorgerufen werden können, zu verheimlichen anstatt sie den Gesundheitsbehörden zu melden; denn niemand möchte als die Person bekannt werden, die das Virus in eine Nachbarschaft eingeschleppt hat!

Mentale Gesundheit und häusliche Gewalt

Experten, die in diesem Gebiet tätig sind, haben die Befürchtung geäußert, dass eine Abriegelung, wie sie derzeit in Accra, Tema und Kumasi besteht, eine Zunahme häuslicher Gewalt auslösen könnte; insbesondere Frauen und Kinder seien hierdurch gefährdet. Der psychische Stress, der dadurch entsteht, dass man unter beengten Lebensbedingungen, wie sie in ganz Ghana vorherrschen, sein Zuhause nicht verlassen darf, kann auch zu allgemeineren psychischen Problemen führen. Es sind Maßnahmen erforderlich, um Familien und Gemeinden bei der Bewältigung der Situation zu unterstützen, insbesondere wenn die Ausgangssperre über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten wird.

3.) Ausgangsbedingungen im Adaklu Distrikt, Volta Region, Ghana

Der Distrikt Adaklu ist einer der 18 Distrikte der Volta Region der Republik Ghana mit Adaklu-Waya als Hauptstadt. Der Distrikt hat laut der Volks- und Wohnungszählung von 2010 eine Bevölkerung von 36.391 Einwohnern (Schätzungen des Statistischen Dienstes von Ghana gehen von 44.300 Einwohnern im Jahr 2019 aus). Die große Mehrheit (~90%) der Arbeitskräfte im Distrikt ist in der Landwirtschaft tätig.

Adaklu ist einer der am stärksten benachteiligten Districts des Landes. Das vom ghanaischen Statistikdienst veröffentlichte Ghana Poverty Mapping Project 2015 ergab, dass die Armutsinzidenz, d.h. der Anteil der Bevölkerung des Distrikts, der unter der nationalen Armutsgrenze lebt, in der Volta-Region mit 89,7% bei weitem am höchsten (Durchschnitt: 33,3%) und im ganzen Land am zweithöchsten ist. Die Armut in Adaklu ist nicht nur weit verbreitet, sondern auch schwerwiegend: Gemäß dem Indikator “Tiefe der Armut”, der misst, wie weit unterhalb der Armutsgrenze der Lebensstandard der Armen im Durchschnitt liegt, weist Adaklu das drittschlechteste Ergebnis der 216 Distrikte Ghanas auf. Im Gegensatz zu einigen der anderen armen Teile Ghanas ist die Ungleichheit im Distrikt Adaklu jedoch sehr gering – niedriger als in jedem anderen Distrikt der Volta Region.

Die weit verbreitete wirtschaftliche Not bedeutet, dass viele Einwohner auf die landwirtschaftliche Produktion zur Selbstversorgung angewiesen sind, um über die Runden zu kommen (Subsistenzwirtschaft). Um ihr mickriges Einkommen aufzubessern, ist die Mehrheit der Frauen in Adaklu in der Lebensmittelverarbeitung und im Kleinhandel sowie in der handwerklichen Produktion für ihren Lebensunterhalt tätig.

Zu den konkreten Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Kampf gegen Corona in Adaklu gehören die folgenden:

  • Schlechte Versorgung mit Trinkwasser in vielen Teilen des Adaklu-Distrikts;
  • Geringes verfügbares Einkommen, welches für den Kauf von Gütern des täglichen Bedarfs (inkl. Seife und Desinfektionsmitteln), die seit dem Ausbruch der aktuellen Epidemie wesentlich teurer geworden sind, zur Verfügung steht;
  • Die Lebensbedingungen in den Siedlungen in den meisten Teilen des Adaklu-Distrikts erlauben es nicht, Familienmitglieder von anderen Mitgliedern der Gemeinschaft zu isolieren;
  • Hoher Anteil an Bewohnern, die kein Englisch lesen bzw. verstehen können und daher auf Informationen angewiesen sind, die von anderen Mitgliedern der Gemeinde weitergegeben werden.

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4.) Was ist zu tun?

Aus dem Obenstehenden lässt sich folgern, dass in der aktuellen Situation viel von der Art und Weise abhängt, wie die gegen die Ausbreitung von Corona ergriffenen Maßnahmen in die Praxis umgesetzt werden. In diesem Zusammenhang betont Shannon Smith vom African Center for Strategic Studies in Washington, DC, dass:

“die Aufrechterhaltung des öffentlichen Vertrauens während dieser Pandemie von wesentlicher Bedeutung sein wird. Die Regierungen müssen wirklich kommunizieren, anstatt lediglich Maßregeln aufzustellen. Strategische Kommunikation ist ein entscheidendes Element für die öffentliche Gesundheit. Die Ebola-Epidemie in Westafrika endete letztlich aufgrund von Verhaltensänderungen, die unter sehr schwierigen Umständen stattfanden. Dies erforderte die Mitwirkung der Gemeinschaft auf lokaler Ebene, örtliche Gesprächspartner und Kommunikation”. [6]

Andere Experten pflichten ihr bei, dass die Ebene der Dorfgemeinde und der Familie von zentraler Bedeutung für eine erfolgreiche Bewältigung der aktuellen Krise sind:

„Wie Ebola ist Covid-19 eine Familienkrankheit in dem Sinne, dass viele Infektionen zu Hause auftreten. Reisebeschränkungen können die Ausbreitung der Krankheit verlangsamen, aber hilfreich ist es auch, wenn Einzelpersonen und Familien die Infektionswege verstehen und häusliche Vorsichtsmaßnahmen treffen.” [7]

Wie können Gemeinden und Familien in ihrem Lebensumfeld am wirksamsten in den Kampf gegen Corona eingebunden werden, über die reine Verbreitung von Verhaltensmaßregeln hinaus? Ist es möglich, Ansätze der Co-creation und des Co-development zu nutzen, um unter der Bevölkerung ein Gefühl der Eigenverantwortung für Maßnahmen gegen die Krankheit zu etablieren? Und welche Rolle könnte dabei moderne Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) spielen? Können wir im Kampf gegen Covid-19 davon profitieren, dass Ghana über eine enorme Verbreitung von Smartphones und ein sehr dichtes Mobilfunknetz verfügt, selbst in den abgelegensten Teilen des Landes?

Was wir brauchen, ist ein Ansatz, der dazu beitragen könnte, bewährte Praktiken im Umgang mit der Corona-Bedrohung so effektiv wie möglich auszutauschen, aber auch neue Ansätze zu entwickeln und zu etablieren, um die Ausbreitung des Virus auf eine Weise zu stoppen, die an die lokalen Bedingungen und Bedürfnisse angepasst ist – in enger Kooperation mit den Dorfgemeinschaften und den wichtigsten örtlichen Akteuren wie den Mitarbeiter*innen des Gesundheitswesens und den Vertretern des Ghana Health Services (GHS).

Erste Aktivitäten auf lokaler Ebene in Adaklu

Seit Mitte März 2020 vermittelt das Team der Grow Your Dream Foundation (GYDF) Informationen über Corona im Rahmen ihrer Aktivitäten in den Gemeinden in Adaklu. Bei den Treffen auf Gemeindeebene, an denen viele Mitglieder des jeweiligen Dorfes zusammenkommen, betont die GYDF die Notwendigkeit, die Bedrohung durch Corona ernst zu nehmen. Besonderer Wert wird darauf gelegt, über Falschinformationen und Gerüchte aufzuklären, die über die sozialen Netzwerke und Mundpropaganda verbreitet werden, wie z.B. die nachgewiesen falsche Behauptung, dass Schwarzafrikaner gegen den Virus immun seien.

Zu den praktischen Ratschlägen gehört die Notwendigkeit, sich häufig genug die Hände mit Seife und unter fließendem Wasser zu waschen. Leider ist nur ein kleiner Teil des Adaklu-Distriktes an das leitungsgebundene Wassernetz angebunden, so dass das Händewaschen eine Herausforderung darstellt. Kommerzielle Anbieter offerieren so genannte Veronica Buckets, die aus einem Holzständer, auf dem Eimer, Handtuch und Seifenspender angebracht sind, einem Wasserhahn und einem Einer für das Schmutzwasser besteht. Veronica Buckets wurden ursprünglich in Ghana erfunden als eine einfache Möglichkeit, allen Menschen korrektes Händewaschen zu erlauben.

Der Preis für den Kauf eines Veronica-Eimers ist gering, kann aber immer noch zu hoch sein, um ihn für die ärmsten Gemeinden des Landes, wie z.B. in Adaklu, erschwinglich zu machen. Das Team von GYDF hat eine Lösung gefunden, die noch kostengünstiger ist: Indem man einen Hahn an einem gebrauchten Kanister befestigt und ihn auf einen Zaun oder eine Astgabel stellt (siehe Foto unten links), kann eine Handwaschanlage für sehr wenig Geld realisiert werden. Da solche Kanister in der Regel in jeder Gemeinde leicht erhältlich sind (da sie für den Transport von Frischwasser aus nahegelegenen Flüssen verwendet werden), kann die Einrichtung innerhalb weniger Minuten erfolgen.

Andere Gemeinden verfügen bereits über prakatische Einrichtungen zum Händewaschen, die sogenannten „Tip Taps“, die vor einer Toilette oder einem Viehstall angebracht worden sind (siehe Foto unten rechts). Sie gehen auf eine frühere Initiative einer amerikanischen Entwicklungshilfe-Organisation zurück und bestehen aus vor Ort verfügbaren Materialien. Beim “Tip Tap” wird ein Fußhebel benutzt, um das Wasser zum laufen zu bringen, wodurch das Risiko minimiert wird, sich durch Berühren eines traditionellen Wasserhahns mit einem Krankheitserreger zu infizieren.

Ausblick

Erste Bemühungen finden also bereits auch auf lokaler Ebene statt, um in Zusammenarbeit mit den ländlichen Gemeinden in Adaklu die Ausbreitung von Corona zu verhindern bzw. die Folgen der Epidemie, sollte es auch in diesem Teil des Landes zu einer Infektionswelle kommen, zu mildern. Während die ländliche Bevölkerung vergleichsweise leicht von der Notwendigkeit des Händewaschens überzeugt werden kann, ist die Umsetzung einige der anderen Anweisungen der Gesundheitsbehörden viel schwieriger. Vielen Ghanaer*innen fällt es schwer, auf das obligatorische Händeschütteln zu verzichten. Das Gleiche gilt für die Einhaltung eines Abstands von mindestens einem Meter zwischen sich und anderen Personen. Darüber hinaus kann die Furcht vor Stigmatisierung (und davor, von einer Quarantäne an einem zentralen Ort betroffen zu sein) Personen mit Symptomen, die möglicherweise mit Corona in Zusammenhang stehen, wie Husten oder Niesen, dazu veranlassen, ihren Zustand zu verbergen, anstatt ärztliche Hilfe aufzusuchen.

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Um also die Bevölkerung von der Notwendigkeit zu überzeugen, sich entsprechend den Empfehlungen der Gesundheitsbehörden zu verhalten, bedarf es einer erheblichen Kraftanstrengung. Zentral ist eine zielgerichtete, angemessene Kommunikation mit den Bürger*innen. Dies muss auch die Bereitschaft umfassen, auf die Ängste und Wünsche der Menschen zu hören. Im Idealfall sollten die Gemeindemitglieder die Möglichkeit erhalten, geeignete Verhaltensweisen zu diskutieren und selbst Praktiken vorzuschlagen und gemeinsam zu entwickeln, die unter den herrschenden Rahmenbedingungen praktikabel und für alle Betroffenen akzeptabel sind. HITA befindet sich zurzeit in engem Kontakt mit dem Team der Grow Your Life Foundation sowie mit unseren länger etablierten Partnern vor Ort und mit einer Reihe europäischer Entwicklungshilfeorganisationen, um Mittel und Wege zu diskutieren, wie unser auf IKT, mLearning und mHealth basierender Ansatz in der gegenwärtigen Situation zum Einsatz kommen könnte und welche Schritte hierfür als nächstes notwendig sind.

Wir werden an dieser Stelle weitere Informationen veröffentlichen, sobald diese verfügbar werden.

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Artikel als PDF: Report – Covid 19 und Adaklu

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Quellenangaben:


[1]     Oleribe, O. O., Salako, B. L., Ka, M. M., Akpalu, A., McConnochie, M., Foster, M., & Taylor-Robinson, S. D. (2015) ‘Ebola virus disease epidemic in West Africa: lessons learned and issues arising from West African countries’, Clinical medicine (London, England), 15(1), 54–57. www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4954525/ [eigene Übersetzung]

[2]     Burke, J. & Okiror, S. (2020) ‘Africa’s fragile health systems rush to contain coronavirus’, 20 March, www.theguardian.com/world/2020/mar/20/africas-fragile-health-systems-rush-to-contain-coronavirus [eigene Übersetzung]

[3]     Abbey, M. et al. (2018), Pneumonia in Ghana—a need to raise the profile, International Health, Volume 10, Issue 1, January 2018, Pages 4–7, https://doi.org/10.1093/inthealth/ihx062

[4]     ibid.

[5]     Ohene, E. (2020) ‘Coronavirus: Why Ghana has gone into mourning after mass funeral ban’, online article, BBC News, 26 March, https://www.bbc.com/news/world-africa-52010868 [Eigene Übersetzung]

[6]     Smith, S. (2020) ‘Managing Health and Economic Priorities as the COVID-19 Pandemic Spreads in Africa’, online article, Washington, DC: Africa Center for Strategic Studies, https://africacenter.org/spotlight/managing-health-economic-priorities-covid-19-pandemic-spreads-africa/ [eigene Übersetzung]

[7]    Richards, P. (2020) ‘What Might Africa Teach the World? Covid-19 and Ebola Virus Disease Compared’, online article, African Arguments, 17 March, https://africanarguments.org/2020/03/17/what-might-africa-teach-the-world-covid-19-and-ebola-virus-disease-compared/  [eigene Übersetzung]

Arbeitsreise nach Ho – Report

REISEBERICHT VON KARSTEN GAREIS: Die diesmalige HITA-Delegation reiste in zwei Wellen an: Thomas (HITA-Vorstandsvorsitzender) und Daniel (seit jüngstem Mitglied des HITA-Vorstands) reisten mit den beiden Lehrerinnen der Frankfurter Carlo-Mierendorff-Schule, Petra und Rachida, schon am 27. Dezember an. Karsten (auch Mitglied des HITA-Vorstands) und die beiden Techniker Leonhard und Johannes folgen am 1. Januar nach.

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Hauptziel der Reise ist die Überprüfung und – wo notwendig – Instandsetzung der eLearning-Infrastruktur, die HITA seit 2018 zusammen mit den Partnern vor Ort an der School of Nursing and Midwifery (SONAM), Teil der University of Health and Applied Sciences (UHAS), in Ho (Volta Region) betreibt. Zudem soll die Zahl der Computerplätze in den eLearning-Labs dieser Ausbildungseinrichtung für Krankenschwestern und Hebammen weiter ausgebaut werden. In Gesprächen mit dem Lehrpersonal und der Projektleitung muss außerdem ermittelt werden, welche Erfahrungen mit der Integration von eLearning und mLearning im Ausbildungsalltag gesammelt wurden. Auf der Basis der Ergebnisse wollen Thomas, Daniel und Karsten mit den Partnerinstitutionen in Ho das weitere Vorgehen planen, um eine nachhaltige Verbesserung der Krankenschwestern- und Hebammenausbildung in diesem Teil Ghanas zu gewährleisten.

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Petra und Rachida, die Ostern 2019 das erste Mal mit von der Partie waren, wollen den Aufenthalt nutzen, um die Partnerschaft der Carlo-Mierendorff-Schule mit einer der allgemeinbildenden Schulen vor Ort, der Mawuko Girls Senior High School, offiziell zu beschließen und als ersten Schritt im Gebäude ein modernes Computer-Lab einzuweihen. Außerdem sollen auch die anderen Schulen, die im letzten Frühjahr besucht worden waren, nicht leer ausgehen – auch sie erhalten jeweils ein größere Anzahl an Rechnern, die von HITA in Zusammenarbeit mit den hiesigen IT-Spezialisten installiert und vernetzt werden.

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Als drittes Vorhaben steht die Übergabe von gespendeten Schulutensilien, Computern und Krankenhausausstattung an die Bevölkerung des Adaklu-Districts an. HITA-Vorstandsvorsitzender Thomas war 2018 zum „Development Chief“ von Adaklu ernannt worden; nun haben wir uns mit dem traditionellen Oberhaupt des Gebietes, Togbe Lablulu, sowie einer Gruppe an einheimischen Entwicklungshelfern zusammengetan, um die nächsten Hilfsaktionen anzugehen.

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Gemeinsam für Adaklu – Container Projekt II

Gemeinsam für Adaklu arbeiten – Übergabe von Schultaschen, Computerräumen und medizinischer Ausrüstung an die Menschen in Adaklu

HITA, unsere deutsche NGO, die sich im Gesundheits- und Bildungssektor Ghanas engagiert, die Chances Foundation, eine ghanaische NRO, die sich bei Gesundheits- und Bildungsmaßnahmen speziell in der Adaklu Region engagiert, und die Dreams Alive Foundation, ein dynamisches Team von Entwicklungshelfern, das im Adaklu-Distrikt tätig ist und auf die Registrierung als Stiftung wartet, haben sich zusammengeschlossen, um Kinder und Jugendliche in der gesamten Region zu stärken. Am Sonntag, dem 5. Januar 2020, hatten diese drei Organisationen die Ehre, in einer Feier in Adaklu-Waya, der Hauptstadt des Adaklu-Distrikts, eine Reihe sorgfältig ausgewählter Spenden an Togbe Lablulu zu überreichen.

Zunächst wurden 80 Schultaschen an ausgewählte Kinder (Mädchen) aus Waya und vier umliegenden Dörfern verteilt. Alle ausgewählten Kinder kommen aus einem gefährdeten Umfeld und sind dem Risiko eines unzureichenden Zugangs zur Schulbildung ausgesetzt, da ihre Familie nicht in der Lage ist, selbst die einfachste Ausrüstung zu bezahlen. Die Spende basiert auf einem Vorschlag der DreamsAlive Foundation, deren Arbeit auf der Prämisse beruht, dass die Stärkung von Mädchen und Frauen eines der wirksamsten Mittel ist, um die Entwicklung benachteiligter Gemeinschaften zu fördern. In der Tat besteht jetzt ein starker Konsens unter den Entwicklungsexperten, dass es der Weg zu einer schnelleren und selbsttragenden Entwicklung ist, Mädchen die gleichen Möglichkeiten wie Jungen zu geben, damit sie ihr Potenzial ausschöpfen können.

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55 Taschen (jede davon gefüllt mit Inhalt, einschließlich Farbstiften, einem Namensschild und einem Schulheft) wurden den Mädchen im Schulalter überreicht, die mit freundlicher Genehmigung von Togbe Lablulu aus Waya und den umliegenden Dörfern zum Veranstaltungsort transportiert wurden; die restlichen 25 Schultaschen werden in den kommenden Tagen vom Team von DreamsAlive in entlegenere Dörfer geliefert. Diese Aktivität profitiert von den fundierten Kenntnissen und Erfahrungen des DreamsAlive-Teams über die Bedürfnisse der am stärksten benachteiligten Bürger des Adaklu-Distrikts.

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Zweitens hat HITA zwei neue Computerräume an der Adaklu Senior High School in Waya und der Grundschule in Adaklu-Hasu eingerichtet. HITA hat eine umfangreiche Erfolgsbilanz bei der Einrichtung moderner Computerlabore in Bildungseinrichtungen in ganz Ghana, wobei der Schwerpunkt auf der Ausbildung von Krankenschwestern und Hebammen liegt. Diese Erfahrung wird in Adaklu genutzt, um mehr Schulkinder in die Lage zu versetzen, von den IT-basierten Lernmethoden zu profitieren, damit sie das Potenzial von Computer und Internet voll ausschöpfen können, um die Lernergebnisse zu verbessern und die Schüler auf die Jobs der Zukunft vorzubereiten.

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Drittens wurde die EPC-Klinik in Waya, die derzeit ihren vollen Betrieb aufnimmt, mit einer Reihe von medizinischen Geräten ausgestattet, die von Gesundheitseinrichtungen in Deutschland gespendet wurden. Die Ausrüstung wird zu einer Verbesserung der Gesundheitsversorgung von Kindern und Erwachsenen in Waya und ganz Adaklu beitragen. Besonderer Wert wird darauf gelegt, dass die gespendeten Ausrüstungen auf die Bedürfnisse und Bedingungen der Zielgemeinde zugeschnitten sind, dass sie voll funktionsfähig sind und über viele Jahre hinweg gewartet werden. Dies ist eine der Möglichkeiten, mit denen sich HITA von vielen früheren, von den Gebern geleiteten Initiativen unterscheidet, die zwar gut gemeint waren, aber aufgrund zu geringer Überlegungen zu Erhaltung und Nachhaltigkeit auf lange Sicht keinen spürbaren Beitrag zur Entwicklung leisteten.

Alle Spenden stammen von Privatpersonen, Schulen, Gesundheitseinrichtungen und Unternehmen in Deutschland. Diese Spenden wurden im Laufe des vergangenen Jahres von der HITA gesammelt. Die Aktivitäten sind Teil eines längerfristigen Plans von HITA, der Chances Foundation und DreamsAlive, gemeinsam die Entwicklung im Adaklu-Distrikt zu fördern. Unter den Rednern der Veranstaltung waren Togbe Lablulu, Leiter des Adaklu-Distrikts; Richard Atiemo, Gesundheitskoordinator der EP-Kirche, Adaklu; Samuel K. Taylor, Schulleiter der Adaklu Senior High School; Jacob Ahiave von der DreamsAlive Foundation; Thomas Erkert und Karsten Gareis, Leiter bzw. Vorstandsmitglied von HITA. Als MC führte Herr Nananyaw Bediako durch das Programm.

Besonderer Dank galt Herrn Emmanuel Chance, dem Eigentümer und Manager des Chances-Hotels und Leiter der Chances-Stiftung, der aus gesundheitlichen Gründen nicht anwesend sein konnte. Ohne die tatkräftige Unterstützung von Herrn Chance wäre keine der Spenden möglich gewesen.

Weihnachtsgeschenke: HITA wird weitere Schulen ausstatten

HITA-Arbeitsreise nach Ho vom 27. Dezember 2019 bis zum 12. Januar 2020 – Wie in den letzten Jahren werden auch dieses Jahr Vereinsmitglieder nach Ho und in die Volta Region reisen, um dieses Mal dort insgesamt sieben Schulen mit Computer-Labs oder Netzwerken auszustatten. Unser zweiter Container mit hochwertigen technischen und medizinischen Geräten und Spendengütern wie beispielsweise 80 Schulrucksäcken ist momentan auf dem Schiffsweg nach Accra in Ghana. Die beiden Lehrerinnen Rachida Aouad und Petra Knott von der Frankfurter Carlo-Mierendorff-Schule, die HITA Vorstände Karsten Gareis, Daniel Gerlach und Thomas Erkert sowie unsere zwei IT-Techniker Christoph Welge und Leonhard Dittmann werden ihre Zeit und Urlaubstage spenden, um für den HITA e.V. und die Schüler und Lehrenden in Ghana tätig zu sein.

Unsere Tätigkeit zum Jahreswechsel wird diverse Schwerpunkte haben. So werden wir dieses Mal:

>>>    Ein weiteres Computer Lab an der School for Nursing and Midwifery (SONAM) an der University of Ho for Applied Sciences (UHAS) einrichten

>>>    Eine Kooperation zwischen der Carlo-Mierendorff-Schule in Frankfurt, HITA e.V. und der Mawuko Girls’ Senior High School unterzeichnen

>>>    Ein Computer Lab mit 40 Rechnern an der Mawuko Girls’ Senior High School einrichten

>>>    Spenden von Schülerinnen und Schülern der Carlo-Mierendorff Schule an die Springs School in Ho übergeben

>>>    Zwei weitere Computer Labs an der OLA Girls’ Senior High School und der Mawuli High School installieren

>>>    Benachteiligten Schülern in der Adaklu Gemeinde 80 Rucksäcke übergeben

>>>    Kleinere Schulen in Adaklu und HASU mit PCs ausstatten

>>>    Verschiedene Einrichtungen mit medizinisch-technischen Geräten, gesammelten Medikamenten und wichtigen Möbeln (Krankenhausbetten, Liegen, etc.) ausstatten

Sie können sich sicher vorstellen, dass es den Mitreisenden in den zwei Wochen kaum langweilig werden wird. Wir haben uns viel vorgenommen. Dies alles ist nur aufgrund Ihrer Unterstützung möglich! Wir hoffen, dass Sie uns auch in Zukunft weiterhin helfen, damit wir unsere Projekte umsetzen können. Auch freuen wir uns über dringend benötigte weitere Mitglieder und Förderer, über Sachspenden und Mitwirkung. Verfolgen Sie unsere Arbeit unter www.hita-ev.org, außerdem stellen wir Interviews und Audiopodcasts bei HITA Radio auf www.hearthis.at/hita-radio online. Vor der Abreise haben wir noch ein Gespräch mit Vorsitzendem Thomas Erkert aufgezeichnet, in dem er die genauen Abläufe der Reise erläutert, die Schulen vorstellt und auch ein größes Dankeschön an alle Unterstützer und Beteiligten richtet.

Wir wünschen Ihnen allen Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr 2020!

Der Vorstand von Healthcare Information Technology for Africa e.V.

Thomas Erkert, Daniel Schleßmann und Günther Michels

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Zwei Lehrerinnen auf dem Weg nach Ghana – Carlo Mierendorff to Mawuku

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Die Lehrerinnen Petra Knott und Rachida Aouad von der Frankfurter Carlo-Mierendorff-Schule machen sich am 27. Dezember gemeinsam mit HITA wieder auf die Reise nach Ghana. Bei diesem zweiten Besuch wird mit der Mawuku Schule in der Volta Region der Kooperationsvertrag zwischen beiden Schulen unterschrieben. Während eines ersten Aufenthalts im April 2019 besuchten die zwei Lehrerinnen bereits mit HITA verschiedene Schule vor Ort, um eine Partnerinstitution auszuwählen. Dabei lernten sie Lehrer und Schüler, aber auch Land und Leute kennen, unterrichteten selbst, konnten gemeinsam mit den anderen Lehrkräften Ideen zu Projekten entwickeln und haben sich in das fantastische ghanaische Essen verliebt. Nach schwierigen und engen Abwägungen ging die Wahl für die Partnerschule schließlich an die Mawuku Girls’ Senior High School. Für 2020 ist ein Lehrer-Austausch geplant und Skype Stunden zwischen den Schülern in Ghana und Deutschland sollen entstehen. Der interkulturelle Austausch zwischen den Schülern unterstützt die politische und sozialwissenschaftliche Bildung, aber auch Geographie, Geschichte und vor allem die direkte praktische Nutzung der englischen Sprache. Gleichzeitig lernen die Schüler die Kultur und Gesellschaft des jeweils anderen kennen und üben sich in Kommunikation.

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Vor zwei Jahren startete das Projekt mit Vorträgen von HITA Vorsitzendem Thomas Erkert in den Schulklassen. Die Schüler waren sogleich motiviert, hatten kreative Mitmach-Ideen und gestalteten bisher verschiedene eigene Spendenprojekte und Aktionstage. Momentan ist wieder eine Spende an Spielsachen für ghanaische Schüler in dem zweiten HITA Container nach Accra unterwegs, es konnte aber auch mit Flohmärkten und Kuchenverkäufen Geld gesammelt werden.

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Damit die Schüler in Ghana mit den Schülern in Frankfurt kommunizieren können, dazu legt HITA die Grundsteine. Unsere NGO installiert die Voraussetzungen für die Nutzung der neuen technischen Möglichkeiten, baut Computer Labs und Internet- oder Intranet-Verbindungen auf. In jeweils einem Interview erzählen Petra Knott und Rachida Aouad von ihren ersten Erfahrungen in Ghana, den Projekten und den anstehenden Planungen für die kommende Reise.

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The students of the Carlo-Mierendorff-Schule collected money for the students in Ghana by selling flea markets on Acton Day this year.

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Rachida Aouad und Petra Knott bei ihren Schulbesuchen im April 2019.

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Die Jungs haben sich quasi für das Projekt “geopfert”. Für einen kleinen Preis konnte man sich Wasserbomben kaufen und auf die tapferen Zielscheiben werfen.

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Die Frankfurter Lehrerinnen brachten den Schülerinnen in Ghana was bei, als Dankeschön brachten die Schülerinnen dann Rachida und Petra einen ghanaischen Tanz bei.

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An einem der Aktionstage wurde von den Schülern für den Kuchstand sogar eine “Ghana-Torte” mit Glasur in Fahnen-Farben fabriziert.

HITA erhält Auszeichnung gemeinsam mit Carlo-Mierendorff-Schule

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Preisverleihung Hessische Umweltschule – Am 22. Oktober fand in Großkrotzenburg die Auszeichnungsveranstaltung für die Schulen statt, denen für die Schuljahre 2017/18 und 2018/19 der Titel „Hessische Umweltschulen“ verliehen wurde. Das gemeinsame Projekt der Carlo-Mierendorff-Schule (CMS) aus Frankfurt mit HITA hat dabei einen Preis erzielt, der von Frau Staatssekretärin Beatrix Tappeser vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUKLV) und von Herrn Ministerialdirigent Jörg Meyer-Scholten vom Hessischen Kulturministerium (HKM) an Vertreter der CMS und HITA vergeben wurde. Die Lehrerinnen und HITA-Mitglieder Petra Knott und Rachida Aouad waren als Projektkoordinatoren der Carlo-Mierendorff-Schule mit zwei Schülern aus der sechsten Stufe vor Ort, außerdem Daniel Gerlach als Vertreter von HITA. Mit Freude und Stolz auf die vollbrachte und geehrte gemeinschaftliche Arbeit konnten die fünf den Preis entgegen nehmen. Zudem informierte das Team mit einem Stand und drei Plakatwänden weitere interessierte Besucher.

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Vergrößerung des HITA Vorstands

Am 17. Oktober wurde der HITA Vorstand bei unserer Mitgliederversammlung durch die Ergänzung von zwei Beisitzern auf fünf Personen vergrößert. Die langjährigen und erfahrenen HITA Experten Daniel Gerlach und Karsten Gareis sind die neuen, zusätzlich gewählten Vorstandsmitglieder. HITA war dieses Jahr auch wieder mit Banner und Infostand am Institutstag vom Johner Institut in Konstanz vertreten.

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Wir haben uns mit neuem Vorstandsmitglied Daniel Gerlach in einem Interview über seine Arbeit bei HITA und die Projekte in Ghana unterhalten. Im Podcast erfahrt ihr mehr über unsere innovativen Ideen, über anstehende Herausforderungen und vielfältige Möglichkeiten mitzuwirken.

Interviews mit neuem Vorstandsmitglied Karsten Gareis findet ihr hier:

Unser zweiter Container ist fast voll! Wir suchen noch Spenden!

Das HITA Team war wieder fleißig und konnte unseren zweiten 40-Fuß-Container am 19. Juli mit hochwertigen medizinischen und technischen Geräten beladen. Ein großer Dank geht an alle, die bisher gespendet haben! Die Ladefläche ist fast voll, wir sind aber noch auf der Suche von Equipment und benötigen eure Mithilfe zur Spende. Es geht vor allem um SSD Festplatten, Tastaturen und Mäuse. Wir werden wieder Krankenhäuser, Schulen und universitäre Einrichtung in und um Ho in der Volta Region ausstatten. Mit an Bord sind mittlerweile neue Krankenhausbetten mit dringend benötigten Matratzen und medizinische Materialien, außerdem werden wir zwei neue Computer Labs mit insgesam 160 Rechnern ausstatten. Hierzu fehlen uns noch 40 bis 50 Festplatten, aber auch die bereits genannten Tastaturen und Mäuse. Wir unterstützen mit unseren Spenden vor allem die Ausbildung von medizinischem Personal, aber auch die Mitarbeiterschaft in bestehenden Einrichtungen und verbessern die Patientensituation vor Ort enorm. Vielerorts weden beispielsweise Geburten lediglich auf Decken auf dem Boden durchgeführt. Es sind schlichtweg keine Betten vorhanden oder nur welche in absolut misserablem Zustand. Angaben zu möglichen Spenden können ganz einfach über unser Onlineformular an uns übermittelt werden: Sachspenden an HITA.

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Wenn ihr euch ein genaueres Bild machen wollt, wie dieses Projekt abläuft, wie wir arbeiten und was nach der Verschiffung passiert, dann findet ihr unsere ausführlich dokumentierte Container-Aktion vom letzten Jahr hier: Container Verschiffung – WLAN Implementierung 2018

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HITA-Arbeitsreise nach Ho in der Volta Region – April 2019

14. – 22. April 2019 Reisebericht

Die HITA-Delegation besteht diesmal aus Thomas, Daniel und Karsten, die alle schon bei früheren HITA-Aufenthalten in Ghana dabei waren, und den „Neulingen“ Petra und Rachida. Die beiden repräsentieren die Carlo-Mierendorff-Schule, eine integrierte Gesamtschule aus Frankfurt, die den Aufbau einer länger währenden Kooperation mit einer allgemeinbildenden Schule in Ghana anstrebt. Petra und Rachida wollen vor Ort Kontakte aufbauen zu einer Reihe von High Schools. Später soll eine von diesen ausgesucht werden, um eine Reihe gemeinsamer Aktivitäten zu vereinbaren, die in eine dauerhaften ghanaisch-deutschen Zusammenarbeit münden sollen. HITA wird an dieser Kooperation beteiligt sein, insofern es IT-spezifische Themen geht: von der Ausstattung der Schulen mit IT-Infrastruktur bis hin zur Ausbildung der Schüler*innen in in der Nutzung und Wartung von Informations- und Kommunikationstechnik.

The welcome at Chances Hotel 2

Die Begrüßung in Chance´s Hotel

Frühmorgens am Palmsonntag machen wir uns auf den Weg nach Ghana. Nach 9 Stunden, inklusive Umstieg in Brüssel, erreichen wir Accra. Das neue Terminal zeugt von dem wirtschaftlichen Wachstum der letzten Jahre – unter allen afrikanischen Ländern weist Ghana mit die höchsten Wachstumsraten auf. Das Problem: Zu wenig hiervon kommt bei der breiten Bevölkerung an. Die Expansion geht auf den Export von Rohöl und Gold zurück, also Sektoren, die zwar viel zum Bruttosozialprodukt beitragen, in denen aber nur vergleichsweise wenig Menschen beschäftigt sind. Daher leidet Ghana weiterhin unter hoher Arbeitslosigkeit. Unter Experten ist unbestritten, dass das Land erhebliche Anstrengungen im Bildungsbereich unternehmen muss. Nur dann ist sicherzustellen, dass die günstige gesamtwirtschaftliche Entwicklung auch eine anhaltende Verbesserung der Lebensqualität für die breite Bevölkerung zu Folge hat. Die große Mehrheit der Ghanaer*innen lebt weiterhin in einfachsten Verhältnissen, völlig unzureichend versorgt nicht zuletzt auch mit Gesundheitsdiensten.

The Development Chief back in Adaklu (Copy)

Am Flughafen wartet HITA-Partner Emmanuel Chance auf uns, um uns mit seinem Kleinbus nach Ho zu bringen, der vier Stunden entfernten Hauptstadt der Volta-Region. Hier hat HITA im letzten Jahr eine große Schwestern- und Hebammenschule mit einem leistungsfähigen Computer-Lab plus Campus-WLAN ausgestattet (siehe die Dokumentation hier). Wir sind gespannt, was uns vor Ort erwarten wird: Haben die Lehrkräfte wie geplant begonnen, Computer- bzw. Smartphone-gestütztes Lernen (eLearning und mLearning) im Studienalltag zu etablieren? Nach einer gewohnt holprigen Fahrt, bei der wir von sintflutartigen Regenfällen begleitet werden, erreichen wir am Abend Ho. Das Personal des Chance‘s Hotel begrüßt uns herzlich. Wir werden mit köstlichem Abendessen und ghanaischem Bier empfangen geheißen, dann fallen wir erschöpft ins Bett.

The welcome at Chances Hotel

In den kommenden Tagen besuchen wir vier allgemeinbildende Schulen, die uns zuvor von unseren Freunden und Freundinnen in Ho empfohlen worden sind. Die Springs School kennen wir schon von unserem letzten Besuch. Sie ist in den Gebäuden einer ehemaligen Autowerkstatt untergebracht. Den Lehrer*innen stehen für ihre Arbeit nur die Mittel zur Verfügung. Nach der Begrüßung schlagen Petra und Rachida vor, mit den Schüler*innen eine Gruppenarbeit durchzuführen. Inhalt sind allgemeine Informationen zu Deutschland, wie etwa Essen, Schule, Jahreszeiten, Fußball usw. Zuerst werden Zufallsgruppen gebildet. Anschließend beschäftigen sich die Kleingruppen mit einem Thema, lesen dies gemeinsam, betrachten die dazugehörigen Bilder und sollen sich mindestens – auf Grund der Kürze der Zeit – zwei wichtige Informationen merken. Erstaunlich ist, dass die meisten Gruppen in der Lage sind, fast alles zu memorieren. Die abschließende Präsentation erfolgt im sogenannten Kugellager. Dazu stehen sich zwei Schüler*innen, die an unterschiedlichen Themen gearbeitet haben, in einem Innen- und einem Außenkreis gegenüber und erzählen sich in einem stetigen Wechsel, was sie Neues über Deutschland gelernt haben.

Meeting at UHAS Headquarters (Copy)

Die anderen drei besuchten High Schools sind, mit jeweils mehr als 1000 Schüler*innen, zwar noch erheblich größer, aber auch besser ausgestattet: die Mawuli School und die Mawuko Girls Senior High School, die beide von der evangelisch-presbyterianischen Kirche Ghanas gegründet wurden, und die katholische OLA Girls Senior High School. Auch hier nutzen Petra und Rachida die Gelegenheit, um mit einigen Klassen die oben erläuterte Übung in Gruppenarbeit durchzuführen, was hervorragend angenommen wird.

Giving Presents to Spring School (Copy)

Wir sind begeistert über den Enthusiasmus der vielen Hundert Schüler*innen, die uns an jeder der High Schools begrüßen. Nicht zuletzt wegen der riesigen Größe der Klassen, die meist zwischen 100 und 200 liegt, besteht der Unterricht üblicherweise fast ausschließlich aus Frontalunterricht. Trotzdem benötigt es nur wenige Augenblicke, bis die Schüler*innen die Grundprinzipien der Gruppenarbeit verstanden haben und mit viel Elan anwenden. Das Feedback auch seitens des Lehrkörpers ist durch die Reihe ausgezeichnet. Mit der Schulleitung und den anwesenden Lehrer*innen besprechen wir daraufhin einige Möglichkeiten zur Kooperation, wie z.B. Austausch von Lehrer*innen, gemeinsame Projektarbeiten mit regelmäßigen online-Treffen mittels Skype, mögliche Schülerpraktika, die Unterstützung mit Lehrmaterialien z.B. für die Naturwissenschaften o.ä.

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Mit der Schulleitung der Carlo-Mierendorff-Schule werden Petra und Rachida in den kommenden Wochen die nächsten Schritte besprechen und die Optionen für eine Etablierung einer festen Kooperationsbeziehung zu einer der vier Schulen diskutieren. HITA wird eruieren, wie wir die Schulen – gemäß ihren Bedürfnissen bezüglich Ausstattung mit Informations- und Kommunikationstechnik und ihrer Kapazitäten, was IT-Lehrkräfte anbetrifft – in Zukunft unterstützen können.

Ein weiterer Schwerpunkt unserer Reise besteht darin zu überprüfen, wie das im letzten Jahr installierte Campus-WLAN und das HITA-Computer Lab an der Pflege- und Hebammenschule (SONAM) in Ho genutzt werden. Während die gesamte Installation 2018 von HITA erledigt worden war, ist es die Aufgabe der Schulleitung und des Lehrkörpers, die optimale Nutzung der neuen Infrastruktur im Schulalltag zu gewährleisten. Eine Arbeitsgruppe, an der neben dem SONAM-IT-Team einige ausgewählte Tutoren teilnehmen, hat die letzten Monaten dazu genutzt, eine eLearning-Plattform aufzubauen (auf Basis von Moodle, einer Open-Source-Software) und im Rahmen eines Pilotbetriebs im Unterricht einzusetzen.

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Unsere Interviews mit den beteiligten Lehrkräften und dem IT-Team zeigen, dass gute Fortschritte gemacht worden sind. 20 Kurse, die fester Bestandteil der Pflegeausbildung sind, wurden für den Piloten ausgewählt. Für jeden Kurs wurde auf der eLearning-Plattform ein Arbeitsbereich eingerichtet, in den die Lehrkräfte Kursinformationen und Lernmaterialien einstellen können. Überwiegend genutzt wird Moodle bisher für Tests/Prüfungen, die in Form von Multiple-Choice Fragekatalogen durchgeführt werden. Während hierzu bisher Papierbögen Anwendung fanden, werden die Tests nun online durchgeführt, wozu die Studierenden zu einem fixen Zeitpunkt das HITA-Computer-Lab aufsuchen müssen. Dies bringt erhebliche Vorteile aus Sicht der Tutor*innen, da sie nun sofort nach Ende der Session auf die Testergebnisse zugreifen können. Das Korrigieren per Hand entfällt. So bleibt den Lehrkräften mehr Zeit für den Austausch mit den Student*innen und das Vorbereiten der Lehrveranstaltungen. 650 Schüler*innen nehmen bereits an dem Pilotbetrieb teil und erwerben auf diese Weise wertvolle Kenntnisse in der effektiven Nutzung von Computern.

Online Test at HITA Computer Lab 3 (Copy)

Wir verbringen einen Tag im HITA-Lab und beobachten die Beteiligten bei einer der online-Prüfungen. Zwei IT-Fachkräfte betreuen den Raum, leisten technischen Support und geben Ratschläge. Diese Form der intensiven Betreuung erweist sich als notwendig, weil die meisten Student*innen sich zwar bestens mit ihrem Smartphone, nicht aber mit Desktop-Computern auskennen und daher immer wieder Unterstützung gebrauchen. Das eLearning-System, welches auf dem lokalen LAN der Schule installiert ist und daher unabhängig vom Bestehen einer Internet-Verbindung genutzt werden kann, arbeitet ohne Probleme und ist blitzschnell. Die an der Pilotierung beteiligten Lehrkräfte erhalten praktische Hilfe beim Hochladen von Inhalten auf die Moodle-Plattform. Einige sind bereits zu echten Moodle-Expert*innen geworden und tauschen Insider-Tipps aus. Die Notwendigkeit einer Pilotierung zeigt sich daran, dass noch nicht für alle Eventualitäten standardisierte Vorgehensweisen etabliert worden sind. Das Projektteam erkennt an diesem Tag, dass den Schüler*innen noch Möglichkeiten zum Betrügen offen sind, die durch eine Abänderung der Abläufe (z.B. Einrichten eines zusätzlichen, temporären Passwortschutzes) leicht zu beseitigen sind.

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Unsere Beobachtungen weisen darauf hin, dass die Lehrkräfte das eLearning-System und die neue Computer-Infrastruktur sehr gut annehmen und auch durchaus gewillt sind, ihrerseits den notwendigen Aufwand für die Teilnahme an Trainings und die Einarbeitung in das System zu erbringen. Damit war nicht unbedingt zu rechnen, denn die Arbeitsbelastung der Tutor*innen war auch vorher schon enorm, nicht zuletzt wegen der in den letzten Jahren kräftig steigenden Student*innenzahlen.

Online Test at HITA Computer Lab (Copy)

Wir besprechen mit dem Projektteam, wie es in den kommenden Monaten weitergehen soll. Die Lehrkräfte wünschen sich Unterstützung beim Einstellen von Lehrmaterialien auf dem eLearning-System. Es besteht der Wunsch, Videoclips, Praxisleitfäden, Lehrbücher und Fachliteratur auf der Plattform einstellen zu können. Noch besteht Unklarheit darüber, welche Inhalte aus dem Internet für diesen Zweck genutzt werden können, und wie praktisch vorzugehen ist. Wir schlagen die Einrichtung einer zentralen eLibrary vor, in der alle wesentlichen Texte und Medieninhalte vorgehalten und von den Lehrkräften für ihre Zwecke genutzt werden können. Die eLibrary wird mittelfristig zu deutlichen Effektivitätsgewinnen für Lehrkräfte und die Studierenden sorgen. HITA wird sich an der Beschaffung der elektronischen Lehrmaterialien beteiligen, wofür wir unseren online-Zugang zur SONAM-Moodle-Plattform nutzen können.

Online Test at HITA Computer Lab 2 (Copy)

Preparing online test in HITA Computer Lab (Copy)

Gegen die konsequente Nutzung des Smartphones für Lernzwecke scheint es noch Vorbehalte zu geben. So gut wie alle Schüler*innen verfügen über ein Smartphone, aber bisher erfolgt der Einsatz im Studienalltag nur informell. Unserer Einschätzung nach wird ein separates Pilotprojekt notwendig sein, um auch die Tutor*innen von den Vorteilen des mobilen Lernens zu überzeugen und gemeinsam mit ihnen Einsatzszenarien zu erarbeiten. Dies ist eine der wesentlichen Aufgaben, der sich HITA in den bevorstehenden Monaten widmen wird.

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Mit HITA-Partner Emmanuel Chance besprechen wir unser Vorhaben, eine eigene Schule für die praktische Ausbildung junger Einheimischer zu errichten. Unsere Beobachtungen sowohl an der Pflege- und Hebammenschule als auch an den allgemeinbildenden Schulen der Region bestätigen, dass Ghanas Ausbildungssystem nicht in der Lage ist, auch nur annähernd die Anzahl an Fachkräften hervorzubringen, die für die Einrichtung und insbesondere Instandhaltung der Infrastruktur vonnöten sind. Es fehlt an Kenntnissen, wie der dauerhafte Betrieb z.B. von Computersystemen sicherzustellen ist. Viel zu viele Geräte bleiben ungenutzt, weil keine Fachkraft verfügbar ist, die Reparaturen vornehmen und die Anpassung an die lokalen Bedürfnisse leisten könnte. Chance verfolgt daher seit einiger Zeit den Gedanken, eine technische Schule für seine Region zu etablieren. HITA eruiert momentan die Möglichkeiten, in Deutschland Partner für dieses Vorhaben zu gewinnen, basierend auf den guten Erfahrungen mit dem dualen Ausbildungssystem in unserem Land.

Giving Presents to Spring School (Copy)

Der Ostersamstag bringt uns nach Adaklu, wo wir den Chief und seine Frau, Mama genannt, besuchen und uns für die letztjährige Zeremonie zur Inthronisierung von Thomas zum „Development Chief“ bedanken [siehe unseren Report von 2018]. Adaklu ist eine ländliche Region, in deren Mittelpunkt der imposante Mount Adaklu in die Höhe ragt. Wir für die abgelegen Teile Ghanas typisch, ist die Bevölkerung Adaklus nur unzureichend mit dem Allernötigsten versorgt – insbesondere an Trinkwasser mangelt es. Waya, die Hauptortschaft, ist nicht an die leitungsgebundene Wasserversorgung angeschlossen. Trinkwasser wird in Tanklastern und Kanistern per Lasten-Motorrad nach Waya transportiert. Da hierfür erhebliche Kosten anfallen, trinken viele Bewohner das eher schmutzige Wasser aus dem einzigen Fluss der Region, dem Kpedze.

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Als letzte High School besuchen wir das einzige Gymnasium im Adaklu-Distrikt, die Adaklu Senior High School. Knapp 600 Gymnasiast*innen werden hier zurzeit von 45 Lehrkräften unterrichtet; schon im kommenden Schuljahr sollen es 1000 Schüler*innen sein. In dieser ländlichen Region sind die Bedingungen deutlich schlechter als in den Schulen in Ho, die wir bereits kennengelernt haben. Der Schuldirektor zeigt sich sichtlich besorgt, dass er den angehenden Abiturient*innen, die sich für unseren Besuch auf dem Schulvorplatz versammelt haben, nicht ausreichend Trinkwasser anbieten kann. Ein weiteres Problem ist die Elektrizitätsversorgung: die Stromrechnungen stellen eine erhebliche Belastung für das knappe Budget der Schule dar. Erste Versuche mit Stromerzeugung aus Solarenergie waren erfolgreich, aber die notwendigen Investitionen für einen Ausbau sind mittelbar unmöglich aufzubringen. Wir vereinbaren mit der Schulleitung, Kontakte zu in Frage kommenden Entwicklungshilfeeinrichtungen in Deutschland aufzubauen. Außerdem will HITA sich engagieren, um die Ausstattung der Schule mit Computertechnik zu verbessern. Insbesondere die Wartung der existierenden Geräte erweist sich immer wieder als schwierig, da zu wenig hierfür ausgebildete Dienstleister verfügbar sind. Den Abend verbringen wir zusammen mit Freunden von Emmanuel Chance auf dem Gelände seiner Villa, das auch das HITA-Büro für die Volta Region beherbergt. Wir knüpfen neue Kontakte zu einer Reihe engagierter Einheimischer; viele von ihnen stammen aus Adaklu, wohnen inzwischen aber in Accra oder auch im Ausland. Insbesondere die anwesenden drei Lehrer sind voller Tatkraft und begrüßen die Möglichkeit, zusammen mit HITA an innovativen Lösungen für die Bewältigung der vielen Herausforderungen des Landes zu arbeiten.

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Nach dem anstrengenden Tag in Adaklu widmen wir uns am Ostersonntag dem Verfassen unserer diversen Berichte, der Sortierung des umfangreichen Bildmaterials – und dem Ausruhen auf unserer schattigen Terrasse. Außerdem verteilen wir kleinere Geschenke an das Hotelpersonal, das uns so tatkräftig unterstützt und sich bestens um unser leibliches Wohl gekümmert hat. Bevor für uns am dann am Ostermontag der Rückflug nach Frankfurt ansteht, nutzen wir unseren Aufenthalt in der Hauptstadt Accra noch zu einem informellen Treffen mit einem altgedienten ghanaischen Diplomaten, der über exzellente Kontakte ins Gesundheitsministerium verfügt. Er sagt uns zu, ein Meeting mit dem amtierenden Minister zu arrangieren. HITA wird dieses Treffen nutzen, um sicherzustellen, dass unsere langjährige, gute Beziehung zu dem Ministerium auch unter der aktuellen Regierung fortbesteht. Konkret wollen wir diskutieren, wie HITA die umfangreichen Erfahrungen, die an der Schwestern- und Hebammenschule in Ho gemacht worden sind, für die Modernisierung anderen Bildungseinrichtungen in allen Teilen Ghanas zum Einsatz bringen kann.

No information - no development (Copy)

Taking some time out in the pool (Copy)

HITA Jahrbuch 2018

Es ist nun frisch aus dem Druck und wir können das schöne Werk in den Händen halten! Unser Jahrbuch von 2018 ist fertig und für Mitglieder, Freunde, Unterstützer und Interessierte erhältlich.

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Das Jahrbuch ist im Quer-Format in DIN A4 konzipiert, besteht aus 58 Seiten und ist mit 169 informativen und wunderschönen Bildern bestückt. Das auf Hochglanzpapier bedruckte Papier ist in einen Hardcover-Einband gebunden. Die Projekte vom letzten Jahr sind ausführlich dokumentiert, von der Verladeaktion unseres ersten Containers mit technischen Geräten und hochwertigem medizinischem Equipment bis hin zur Installation des ersten Campus WLANs Westafrikas an der Universtity of Health and Applied Science in Ho in der Volta Region.

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Unsere Besuche in Ghana sind aufschlussreich bebildert und detailliert dargestellt, passend dazu wurden informative Berichte erstellt. Kompakt und praktisch, die wichtigsten Infos auf einem Blick mit zusätzlichen Daten zu Budget, Ausgaben, Planungsterminen und Ergebnissen zu Evaluationen. Wir können zeigen, was mittlerweile in Zusammenarbeit mit vielen Beteiligten aus verschiedenen Ländern umgesetzt wurde. Es ist aber noch unglaublich viel zu tun und wir sind mit unseren Unternehmungen erst am Anfang.

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Es gibt viele Möglichkeiten HITA zu unterstützen, eine weitere besteht in dem Erwerb unseres HITA Jahrbuchs 2018. Das umfangreiche Werk kann bei uns zu einem Preis von 55 Euro gekauft werden. Da die Exemplare nicht in Serie produziert werden, sondern auf Auftrag gedruckt werden, entstehen Druckkosten von 52,97 Euro. Es bleibt also nicht wirklich Budget übrig, um weitere Schulen in Ghana unterstützen zu können. Wir bieten aber außerdem einen Rabatt in Kombination mit einer Mitgliedschaft an und freuen uns natürlich über jede weitere Zuwendung. Bei Interesse an einer Bestellung schicken Sie uns eine Email an info@hita-ev.org.

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Preise für das HITA Jahrbuch 2018

Einzelpreis:                                                     55 Euro

Kombi mit Vollmitgliedschaft:                        105 Euro         (anstatt 115 Euro)

Kombi mit ermäßigter Mitgliedschaft:             80 Euro          (anstatt 90 Euro)

Kombi mit Fördermitgliedschaft:                   300 Euro         (anstatt 310 Euro)

Unsere Kontaktdaten

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