Unterstützen Sie unsere Arbeit durch HITA Weihnachtsgeschenke & HITA Kalender

Liebe Vereinsmitglieder, Freunde und Interessierte,

 

ein ungewöhnliches Jahr liegt hinter uns allen – in Deutschland und in der ganzen Welt. Die Corona-Pandemie hat alle Planungen auf den Kopf gestellt, ob im privaten oder beruflichen Umfeld, oder auch bei HITA e.V. Unsere Arbeitsreise zum vergangenen Jahreswechsel war die einzige Chance, vor Ort mit unseren Partnern in der Volta-Region (Ghana) gemeinsam an unseren Zielen zu arbeiten. Neben der Einrichtung mehrerer Computer-Arbeitsräume, sogenannter Computer-Labs, konnten wir vor Ort in der Stadt Ho eine Schulpartnerschaft initiieren, sowie Direkthilfe in Form von Klinikausstattung und Verteilung von Schulranzen an Schülerinnen aus bedürftigen Familien ermöglichen.

 

Ebenfalls um die vergangene Jahreswende herum konnten wir eine Video-Konferenz aus dem ghanaischen Hinterland mit einer Hochschule in Deutschland organisieren: ein Konzept, das vielversprechend ist und das HITA e.V. in der kommenden Zeit intensivieren möchte. Der Austausch zwischen Lernenden, Lehrenden und Experten aus unterschiedlichen Teilen der Welt sowie die gemeinsame Arbeit an Projekten zur Nutzung moderner Kommunikations- und IT-Möglichkeiten zur nachhaltigen Verbesserung der Gesundheitsversorgung in ländlichen Gebieten Sub-Sahara Afrikas.

 

Die Auswirkungen von Covid-19 in Ghana beschränken sich bislang vor allem auf das öffentliche und gesellschaftliche Leben. Neben der Verbreitung von Falschinformationen und teilweise widersprüchlichen Anweisungen der Regierung, die zu einer allgemeinen Verunsicherung geführt haben, leidet die Bevölkerung momentan an der explodierenden Arbeitslosigkeit sowie einem Anstieg der Preise für Güter des täglichen Bedarfs, darunter auch Hygiene-Artikel. So hat HITA e.V. in einer der zahlreichen Videokonferenzen mit den Partnern in Ghana berichtet bekommen, dass sich viele junge Frauen Artikel für die Monatshygiene nicht mehr leisten können. Schülerinnen der HITA-Partnerschule “Mawuko Girls Senior High School” sind dadurch besonders während ihrer Periode in ihrer Freiheit eingeschränkt. HITA-Mitglieder haben durch privat versendete Hygiene-Pakete eine kleine Direkthilfe für diese Schülerinnen geleistet. Zur Freude der Spenderinnen und Spender sind die Pakete schnell und unversehrt in Ghana angekommen. Mehr Informationen zu der Covid-19-Lage in Ghana finden Sie auf unserer Homepage www.hita-ev.org .

 

Corona-bedingt, aber auch durch persönliche Herausforderungen in Kreisen der aktiven HITA-Mitglieder, konnten in diesem Jahr nicht so viele Aktivitäten und Initiativen angegangen werden, wie ursprünglich geplant war. Um so wichtiger ist die Zuversicht, im Laufe des kommenden Jahres wieder größere, langfristige und nachhaltige Aktionen ins Auge fassen zu können.

 

Der HITA-Vorstand freut sich auf Ihre Mitarbeit. Egal, ob im Bereich des Projektmanagements, der Kommunikation oder der Suche nach weiteren Fördermöglichkeiten – jeder kann sich aktiv engagieren.

 

hita kalender 2021 screenshot2

 

HITA-Kalender 2021
Hier finden Sie einen Jahreskalender für das Jahr 2021. Auf diesem sind sowohl die deutschen Feiertage, als auch die ghanaischen Feiertage zu finden. Sollte Ihnen ein Ausdruck vom heimischen Drucker nicht ausreichen, so besteht die Möglichkeit, sich einen oder mehrere große stabile Exemplare des Kalender nach Hause zu bestellen: Zu den Kosten von ca. 6 € für den Versand kommen 2 € pro Kalenderexemplar dazu. Eine Sendung mit Kalendern (im Format DinA 1) schicken wir Ihnen gerne gegen eine Aufwandsentschädigung von 16 € zu. Bitte wenden Sie sich hierfür an Daniel Gerlach (daniel.gerlach@hita-ev.org). Der Versand kurzfristiger Anfragen erfolgt bis 28.12., so dass die Kalender aller Voraussicht nach bis zum Jahreswechsel bei Ihnen eintreffen werden.

 

HITA-Weihnachtsgeschenke
Sind Sie noch auf der Suche nach einem sinnvollen Weihnachtsgeschenk? Verschenken Sie Ihren Liebsten Sinnvolles gemeinsam mit HITA e.V. Egal, ob eine Spende für ein Hygiene-Paket an unsere Partnerschule, eine Spende für die Ausstattung eines IT-Arbeitsplatzes an einer Partnerschule in Afrika oder eine HITA-Mitgliedschaft könnt Ihr/ können Sie – und das auch noch “last minute” – mehrfach Freude schenken. Nutzen Sie die Möglichkeiten, die im Anhang dieser Email zusammengestellt sind. Melden Sie sich bei zum 23.12. bei HITA e.V. und Sie erhalten Ihre Urkunde bis zum 24.12. per Email zugestellt! – IT-Paket  -  Hygiene-Paket  -  Mitgliedschaft

 

…und auch, wenn Sie anderswo Geschenke kaufen, können Sie HITA e.V. unterstützen. Wannimmer Sie eine Bestellung bei Amazon tätigen, können Sie HITA e.V. eine Unterstützung in Höhe von 0,5% Ihres Umsatzes zukommen lassen – ganz einfach und für Sie kostenlos über das Programm “AmazonSmiles” und Auswahl von “Healthcare IT for Africa e.V.” als Adressat der Spende. Anleitung siehe hier:https://www.hita-ev.org/?page_id=4440

 

Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien frohe Festtage und ein gutes Jahr 2021. Bleiben Sie gesund und zuversichtlich.

 

Ihr HITA e.V. Vorstand.
Thomas Erkert, Daniel Schleßmann, Günther Michels, Karsten Gareis, Daniel Gerlach

 

Nur gemeinsam können wir es schaffen!

 

________________________
Healthcare IT for Africae.V.
c/o iDiaZ GmbH
Theodor-Klotzbücher-Straße 12D
97980Bad Mergentheim
Phone: +49-(0)7931-1204010
Fax: +49-(0)7931-120 40 11
Email: info@hita-ev.org

COVID-19: Kein Grund zur Entwarnung – Update Volta Region

COVID-19: KEIN GRUND ZUR ENTWARNUNG – Ein Update zur Situation in Ghanas Volta-Region

Karsten Gareis, HITA, 15.7.2020  -  mit Input von Jacob Ahiave / Grow Your Dream Foundation

IMG-20200716-WA0003

1 Die aktuelle Lage

In einem kürzlich erschienenen Bericht [1] fasst Chatham House, ein britischer Think Tank, die allgemeine Wahrnehmung der Auswirkungen von COVID-19 auf den afrikanischen Kontinent wie folgt zusammen: “Trotz der Einschränkungen der öffentlichen Gesundheit, der weit verbreiteten Infektionskrankheiten und der Unterernährung hat COVID-19 in Afrika bisher weniger Schaden angerichtet als ursprünglich befürchtet”. Mit Ausnahme Südafrikas sind die Infektionsraten und die mit COVID-19 zusammenhängenden Todesfälle in Subsahara-Afrika (SSA) vergleichsweise niedrig geblieben, insbesondere im Vergleich zur Zahl der Todesfälle unter nicht-weißen Menschen in Südamerika und anderen Teilen der Welt. Es gibt jedoch noch keinen Grund zur Selbstzufriedenheit, da “[...] die Situation sich täglich ändert und erhebliche Unsicherheiten bestehen bleiben. [...] Resilienz sollte nicht zu Selbstgefälligkeit führen, die selbst zu einem großen Risiko werden würde” [2].

Die Regierung Ghanas hat der COVID-19-Problematik von Anfang an ein hohes Maß an Aufmerksamkeit zukommen lassen. Dabei hat sie sich gestützt auf die erfolgreichen Erfahrungen des Landes bei der Bekämpfung der westafrikanischen Ebola-Epidemie (2013–2016). Ghana profitiert zudem von Nothilfe durch die Weltbank in Höhe von 35 Millionen US-Dollar, um “dem Land zu helfen, verbesserte Reaktions­systeme bereitzustellen” [3].

IMG-20200715-WA0006

Am 15.3. diesen Jahres wurden alle öffentlichen Versammlungen verboten, einschließlich Konferenzen, Workshops, Beerdigungen, Festivals aller Art, politische Kundgebungen, kirchliche Aktivitäten und andere damit verbundene Veranstaltungen, um die Verbreitung von Corona einzudämmen. Seit dem 22.3. sind alle Außengrenzen geschlossen. Vom 29.3. bis zum 20.4. wurde eine Ausgangssperre über zwei Stadtregionen (Accra und Kumasi), in denen die ersten Fälle von Infektionen gemeldet worden waren, verhängt. Weitere Maßnahmen sind die Desinfektion von Märkten vor allem in der Region Accra, eine spezielle Lebensversicherung für Gesundheitspersonal, das unmittelbar mit der Pandemie in Berührung kommt, sowie die Einrichtung von Quarantänezentren. Ein besonderes Gewicht wird gelegt auf die Ausweitung von Tests in allen Teilen des Landes und auf die Nachverfolgung von Personen, mit denen erwiesenermaßen Infizierte in den letzten zwei Wochen Kontakt hatten. Ebenfalls im April wurden alle Grundschulen, Gymnasien und Universitäten, sowohl öffentliche als auch private, geschlossen. Dies ist bis heute der Fall, mit Ausnahme solcher Jahrgänge, für die i diesem Sommer Abschlussprüfungen anstehen.

Das Tragen von Nase-Mund-Masken an öffentlichen Orten und die Einhaltung von ausreichend Abstand ist seit Juni landesweit Pflicht. Die Strafen bei Zuwiderhandlung sind streng: Für die Weigerung, in der Öffentlichkeit eine Gesichtsmaske zu tragen, sieht die neue Gesetzgebung eine Gefängnisstrafe von 4 bis 10 Jahren oder eine Geldstrafe von GHS 12.000-60.000 (ca. € 2.000-10.000) oder beides (!!) vor [4]. Das neue Gesetz ist weithin als unverhältnismäßig kritisiert worden angesichts der Tatsache, dass es vielen ärmeren Ghanaer*innen bereits schwer fällt, die Kosten für eine regelmäßige Versorgung mit Gesichtsmasken zu tragen. Die tatsächlich verhängten Strafen sind denn auch weniger drakonisch. So hat die Stadtverordnetenversammlung von Ho eine Sofort-Strafe von GHS 20 gegen Personen beschlossen, die ohne Gesichtsmaske in der Öffentlichkeit erwischt werden; diese wird auch häufig verhängt. [5]

Die von der Regierung und dem nationalen Gesundheitssystem Ghanas unternommenen Anstrengungen haben sicherlich dazu beigetragen, eine schnelle Verbreitung der Krankheit im Land zu vermeiden. Betrachtet man die Gesamtzahl der Fälle im Verhältnis zur Bevölkerung, so beträgt die Rate in Ghana derzeit etwa ein Drittel derjenigen in Deutschland, ein Fünftel der Rate Südafrikas und weniger als ein Zehntel derjenigen der USA sowie Brasiliens [6]. Betrachtet man die Zahl der COVID-19-bedingten Todesfälle im Verhältnis zur Bevölkerung, so ist die Zahl für Ghana 25-mal kleiner als für Deutschland. Anfang Juli überschritt die Zahl der aktiven Fälle erstmals die Marke 5.000, bevor sie wieder leicht zurückging. Offiziell gab es bisher 129 Todesfälle, die in einem kausalen Zusammenhang mit COVID-19 standen – eine sehr geringer Wert, wenn man sie beispielsweise mit der Zahl der jährlichen Tuberkulosetoten in Ghana (über 16.000) vergleicht. [7]

h4

2 Besteht Grund zur Sorge?

Es gibt jedoch einige Gründe, die dafür sprechen, keine vorschnellen Schlüsse aus den offiziellen Statistiken zu ziehen. Aufgrund der begrenzten Testkapazitäten in Ländern mit niedrigem bis mittlerem Einkommen, zu denen Ghana zählt, ist davon auszugehen, dass die Zahl der Todesfälle mit COVID-19-Bezug im Vergleich zu Ländern mit höherem Einkommen deutlich unterschätzt wird. Trotz des ehrgeizigen Ansatzes der Regierung Ghana, was die Ausweitung von Tests und die konsequente Nachverfolgung von Kontaktpersonen betrifft, dürfte die tatsächliche Anzahl der Infizierten auch hier um ein vielfaches über dem offiziellen Wert liegen. Die Zahl der Tests (tägliche Tests pro 1 Million Menschen) in Ghana lag Anfang Juli bei 99, verglichen mit 843 in Deutschland und 752 in Südafrika[8]. Die Zahl der Tests pro bestätigten Fall ist in Ghana mit 5 ungefähr gleich hoch wie in Südafrika (4,4), aber deutlich geringer als in Deutschland (174).[9]

Verglichen mit der geringen Gesamtzahl der gemeldeten COVID-19-Infektionen und -Todesfälle in Ghana fällt auf, wie viele Politiker mit dem Virus infiziert wurden. Die Liste umfasst:

  • den amtierenden Gesundheitsminister (genesen);
  • den Leiter der Sekondi-Takoradi Metropolitan Assembly (verstorben);
  • den Leiter der Nationalen Krankenversicherungsbehörde (NHIA) (genesen);
  • den Leiter der Forstkommission und ehemaligen Generalsekretär der regierenden New Patriotic Party, NPP (verstorben);
  • den Stellvertretenden Minister für Handel und Industrie (genesen);
  • den Regionalminister für die Volta-Region (genesen);
  • den „Senior Minister of the Republic of Ghana“ (in Isolation);
  • den amtierenden Minister für Bildung (genesen).

Anfang Juli verkündete das Bildungsministerium, dass 90% (!) seiner Mitarbeitenden positiv auf das Coronavirus getestet wurden [10]. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt befindet sich Ghanas Präsident Nana Akufo-Addo auf Anraten von Ärzten immer noch in selbst auferlegter Isolation: eine Person aus seinem engsten Beraterkreis war positiv auf das Coronavirus getestet worden; der Präsident selbst soll jedoch negativ getestet worden sein [11].

Viele dieser Fälle sind jüngeren Datums, was darauf hindeutet, dass es nicht statthaft ist zu behaupten, Ghana habe “den Höhepunkt seiner COVID-19-Infektionen bereits Anfang Mai erreicht”, wie vom Leiter des öffentlichen Gesundheitswesens des ghanaischen Gesundheitsdienstes (GHS) und der Regierung bereits vor einigen Wochen öffentlich verlautbart [12]. Leider gibt es Anzeichen, dass wahlpolitische Überlegungen die Art und Weise, wie die Regierung mit der Pandemie umgeht, nicht unerheblich beeinflussen: Im Dezember 2020 finden in Ghana Präsidentschafts- und Parlamentswahlen statt, bei denen sich die regierende NPP und die Oppositionspartei National Democratic Congress etwa gleichgroße Chance auf den Sieg ausrechnen. Vor diesem Hintergrund ist jede offizielle Stellungnahme der Regierung zur Entwicklung der Pandemie in Ghana mit großer Vorsicht zu genießen.

Abgesehen von der Ungewissheit über das tatsächliche Ausmaß der Ausbreitung von COVID-19 sieht sich das Land einigen Herausforderungen gegenüber, die dringend angegangen werden müssen. Der ghanaische Gesundheitsminister hat einige davon in einem kürzlich erschienenen Bericht an die WHO über die Erfahrungen Ghanas mit der Pandemie aufgelistet: [13]

Verbreitung von Falschinformationen

Wie in unserem ersten Bericht über COVID-19 und die aktuelle Situation in Adaklu erörtert, stellt die Verbreitung von Falschinformationen und Gerüchten über die Herkunft des Virus, seine Übertragbarkeit und Methoden zur Vorbeugung und Behandlung ein erhebliches Problem in der momentan Situation dar. Weiterhin gilt, dass dringend effektive Maßnahmen zur besseren Aufklärung der Bevölkerung getroffen werden müssen.

Nichteinhaltung von Regeln zum Abstandhalten

Trotz der harten Strafen bei Verstößen gegen die von der Regierung beschlossenen COVID-19-Regeln, inklusive der Pflicht zum Abstandhalten, gibt es guten Grund davon auszugehen, dass die Vorgaben in der Praxis oft nicht eingehalten werden. Dafür gibt es viele strukturelle Gründe, aber auch einige, die sich – so zumindest die Ansicht vieler Expert*innen – hätten vermeiden lassen.

Ein zentrales Beispiel ist die aktuell stattfindende, landesweite Registrierung der Wähler*innen für die Wahlen im Dezember. Der öffentliche Prozess der Registrierung, die an zentralen Orten in allen Teilen des Landes stattfindet, hat zur Folge, dass sich viele Menschen in Gruppen versammeln, wobei es oft zu stundelangem Schlange Stehen kommt. Trotz Aufforderungen, die Erstellung eines neuen Wählerregisters zu verschieben, beharrte die Wahlkommission Ghanas auf der Notwendigkeit, ein völlig neuen Register zu erstellen, statt eine Aktualisierung des bestehenden vorzunehmen [14]. Die Wahlkommission hat versprochen, dafür zu sorgen, dass alle COVID-19-Regeln an den Registrierungsposten eingehalten werden, doch viele Beobachter*innen äußern Zweifel, ob dies möglich sein wird. Eine Gruppe von Expert*innen aus dem Gesundheitssektor reichte eine formelle Beschwerde bei der Wahlkommission ein, der zufolge “die Durchführung einer massenweisen Wählerregistrierung zu einem Zeitpunkt, in dem das Land gegen die Covid-19-Pandemie kämpft, zu einer Zunahme an COVID-19 bedingten Todesfällen führen wird [...], da das Verfahren das Zusammentreffen von Menschen in einer Weise fördern wird, die unbeabsichtigt die Abstandsregeln untergräbt und somit die Ausbreitung der Krankheit in der Gemeinschaft erleichtert”. [15]

Beobachtungen in der Stadt Ho deuten in der Tat darauf hin, dass die Wählerregistrierung die Sicherheit der Bevölkerung gefährdet, da sich die Einhaltung von ausreichend Abstand aufgrund der großen Zahl von Wählern, die sich registrieren lassen wollen, als unmöglich erweist – siehe die Fotos unten, aufgenommen am 10. Juli.

h1

Auch eine weitere Entscheidung der Regierung birgt die Gefahr von Verstößen gegen die Regeln zum Abstandhalten. Im Juni wurden Schüler*innen der Junior High und Senior High Schools sowie die Studierenden an den Universitäten aufgefordert, in ihre Klassen zurückzukehren, insofern sie in diesem Semester ihre Abschlussprüfungen abzulegen haben. Zwar forderte Präsident Akufo-Addo die Lehrer nachdrücklich auf, “ihren Unterricht unter strikter Einhaltung der Abstandsregeln durchzuführen”, doch die tatsächliche Situation in den Schulen und Universitäten macht dies oft nahezu unmöglich. Laut Berichten von unseren Partnerschulen in Ho lässt es sich dort auch momentan nicht vermeiden, dass sich Dutzende von Schülerinnen einen einzigen Schlafsaal teilen müssen – ausreichend Platz, um durchgehend einen Mindestabstand einhalten zu können, ist schlichtweg nicht vorhanden. Die Lage wird verschlimmert durch die Tatsache, dass im April die Regenzeit begonnen hat; der häufige, starke Regen hat zwangsläufig zur Folge, dass Schüler*innen die meiste Zeit drinnen verbringen, wo die Gefahr einer Übertragung des Corona-Virus erheblich höher ist. Tatsächlich wurden am 13. Juli die erste COVID-19-Fälle sowohl an der Mawuli- als auch der Mawuko Girls’ Senior High School in Ho bekannt. [16]

h2

Verleugnung asymptomatischer COVID-19-Fälle

Im Gegensatz zu anderen übertragbaren Krankheiten verlaufen Infektionen mit COVID-19 oft asymptomatisch, d.h. ein großer Teil der Infizierten zeigt selbst keine Symptome. Viele Ghanaer*innen scheinen die Möglichkeit nicht zu akzeptieren, dass eine Person Träger der Infektion sein kann, ohne selbst irgendwelche Symptome zu verspüren – was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass das Virus durch unvorsichtiges Verhalten wie z.B. unzureichendem Abstandhalten weitergegeben wird.

Stigmatisierung von genesenen COVID-19-Patienten

Die Stigmatisierung von Patienten, die eine Infektion mit COVID-19 durchlebt haben, stellt ein erhebliches Risiko für die psychische Gesundheit der Betroffenen dar. Darüber hinaus kann die Angst vor Stigmatisierung (und davor, in zentralen Einrichtungen isoliert zu werden) dazu führen, dass Personen mit Symptomen, die möglicherweise mit COVID-19 in Zusammenhang stehen (wie Husten oder Niesen), versuchen, ihren Zustand zu verbergen, anstatt medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Ausbleiben bzw. Verzögerungen bei Aktivitäten des öffentlichen Gesundheitswesens und unzureichende Inanspruchnahme von Gesundheitsdiensten

Die Erfahrungen der vergangenen Monaten haben gezeigt, dass viele Entwicklungsländer Aktivitäten im Bereich der öffentlichen Gesundheit wie z.B. Impfkampagnen aussetzen bzw. verschieben, weil die Bewältigung der Pandemie den Großteil ihrer Ressourcen in Anspruch nimmt. Zudem ist es schwieriger geworden, die Zielgruppen von Impfungen und anderen Gesundheitskampagnen zu einer Teilnahme zu bewegen, weil Ängste bestehen, dass diese das Risiko einer Infektion erhöhen könnte – denn in der Regel finden Impfungen an zentralen Orten wie z.B. einer Gesundheitsstation (in Ghana z.B. ein CHPS Compound) statt.

Nach Schätzungen von Prof. Fred Binka von der University of Health and Allied Sciences in Hohoe, einem führenden Epidemiologen Ghanas, ist die Inanspruchnahme von Vorsorgemaßnahmen für Mütter und Säuglinge seit dem Ausbruch von COVID-19 landesweit um 50% zurückgegangen. [17]

Im Rahmen Ghanas langjährigen Strategie zur Malariaprävention war geplant, im Jahr 2020 wieder mit Insektizid behandelte Moskitonetze zu verteilen. Eine solche Aktion findet alle drei Jahre im Rahmen einer von der WHO koordinierten, weltweiten Massenkampagne zur Verteilung von Moskitonetzen an die am meisten betroffenen Teile der Bevölkerung statt. Angesichts von COVID-19 wurde die Verteilung in Ghana jedoch vorerst ausgesetzt. Jede Verzögerung dieser Art dürfte direkt zu einem Anstieg der malariabedingten Todesfälle führen. [18]

Die gegenwärtige Praxis der Isolierung von Personen, von denen angenommen wird, dass sie mit dem Coronavirus infiziert sein könnten, verschlimmert die Lage. Wir erhielten Berichte, nach denen in Adaklu und der benachbarten Stadt Ho Personen, die wegen Symptomen, die durch COVID-19 verursacht werden könnten, einen Arzt aufsuchen oder von aus anderen Gründen angenommen wird, dass sie infiziert sind, nicht nach Hause zurückkehren dürfen, sondern 14 Tage lang in einem Gebäude auf dem Gelände des Gesundheitszentrums Kpetoe isoliert werden. Das HITA-Team besuchte die Einrichtung im Frühjahr 2019, um mehrere Krankenhaus­betten sowie von unseren Unterstützer*innen ge­spendetes IT-Equipment zu übergeben. Das nebenstehende Foto, das während unseres Besuchs aufgenommen wurde, zeigt das Gebäude, welches derzeit als Isolierstation dient. Unter solchen Umständen erscheint es mehr als verständlich, wenn viele Menschen den Besuch einer Gesundheitsein­rich­tung vermeiden, da sie die Gefahr sehen, nur auf den Verdacht einer Infektion mit Corona hin unter Quarantäne gestellt zu werden.

h3

3 Was wir tun

Wir erörtern derzeit mit unseren Freunden und Freundinnen in der Volta-Region, wie HITA in der aktuellen Situation am besten helfen kann. Unsere wichtigsten Partner dabei sind zwei Schools der University for Health and Allied Sciences (UHAS), nämlich die School of Nursing and Midwifery (SONAM) in Ho und die School of Public Health (SPH) in Hohoe. Darüber hinaus stehen wir in ständigem Kontakt mit Togbe Lablulu in Adaklu-Waya und mit dem Team der Grow Your Life Foundation. Mit diesen haben wir gemeinsam einen Interventionsplan ausgearbeitet, um Meinungen, Wahrnehmungen und Verhaltensweisen der Landbevölkerung im Zusammenhang mit COVID-19 zu untersuchen, wobei der Schwerpunkt auf den praktischen Herausforderungen liegt, denen sich die Menschen bei der Einhaltung der COVID-19-Vorschriften (z.B. Abstandhalten, Schutzkleidung, Hygiene, Selbstisolierung) und beim Zugang zu Gesundheitsdiensten in der aktuellen Situation gegenübersehen. Auf der Grundlage der Ergebnisse werden wir Schulungsmaßnahmen entwickeln, mit denen insbesondere Community Health Nurses weitergebildet werden sollen. Angesichts ihres engen Kontaktes zu der Dorfgemeinschaft erscheinen solche Krankenschwestern in idealer Weise geeignet, um Menschen in peripheren Landesteilen darüber aufzuklären und direkt zu unterstützen, wie sie am besten mit den durch die Pandemie verursachten Risiken und Härten umgehen können.

Wie es der Überzeugung von HITA entspricht, sind wir besonders interessiert an Maßnahmen, bei denen Informations- und Kommunikationstechnologie zum Einsatz kommt. Geplant ist, die Potenziale der Mobiltelefonie und der wachsenden Verbreitung von Smartphones auch in ländlichen Regionen Ghanas in vollem Umfang zu nutzen, um kostengünstige, auf die Bedürfnisse der ländlichen Bevölkerung zugeschnittene Lösungen zu entwickeln und zum Einsatz zu bringen.


[2]     ibidem

[6]     Ghana (10 July, 2020): 756; Germany: 2365; South Africa: 4019; UK: 4237; Brazil: 8260. Source: https://ourworldindata.org/grapher/total-confirmed-cases-of-covid-19-per-million-people?tab=table

Interview mit Professorin Kirstin Kohler – Hochschule Mannheim / inno.space

Co-Innovation von Studierenden der Hochschule Mannheim mit der Non-Profit-Organisation HITA e.V. im Kontext Digital Health – Eine Win-Win-Situation für die Beteiligten

Digitale Innovation wird häufig von technischen Fragestellungen getrieben. Dies spiegelt sich auch in den Curricula der entsprechenden Studiengänge wie Informatik oder Nachrichtentechnik. Doch die Entwicklungen der letzten Jahre haben deutlich gezeigt, dass Softwaresysteme große Auswirkungen auf gesellschaftliche Veränderungen haben können und ihre Gestaltung im soziokulturellen Kontext betrachtet werden muss, um deren nachhaltige Bedeutung abschätzen zu können. Man beachte bspw. die Wirkung von sozialen Medien oder die jüngsten Diskussionen zur Verwendung einer Corona App als prominente Vertreterin digitaler Innovationen. Hochschulen müssen sich also Lehrkonzepte überlegen, die die Studierenden für ihre soziale Verantwortung sensibilisieren und sie befähigen, Technikgestaltung von einer sozialen, gesellschaftlichen bzw. menschzentrierten Perspektive aus zu betreiben. Denn erfolgreiche digitale Innovation kann nur entstehen, wenn Nutzerzentriertheit und technischer Fortschritt im Einklang stehen und im kulturellen Kontext eingebunden sind.

hsma_logo_b

Im Kurs User Centered Innovation haben 8 Studierende des Masterstudiengangs Software Engineering der Hochschule Mannheim in Zusammenarbeit mit HITA e.V. gezeigt, wie es gelingen kann, gemeinsam einen Mehrwert für eine gemeinnützige Institution zu schaffen und gleichzeitig die oben beschriebenen Kompetenzen im Rahmen eines Kurses zu entwickeln. HITA e.V. ist eine gemeinnützig tätige Nichtregierungsorganisation, deren Vision es ist, mithilfe von eHealth- und mHealth-Technologien zur Optimierung von Gesundheitssystemen in Afrika beizutragen. Während des projektbasierten Kurses haben die Studierenden über einen Zeitraum von 15 Wochen eine Lösung zu einer Herausforderung aus dem Alltag der HITA erarbeitet. Gleich zu Beginn des Projektes hat HITA die Studierenden mit folgender Frage konfrontiert: „Wie kann durch digitale Innovation das klinische Management und die Organisation einer lokalen Gemeindeklinik in Ghana unterstützt werden?“ Motiviert war diese Fragestellung durch die Erfahrungen der beiden HITA-Vertreter Thomas Erkert und Daniel Gerlach, die durch ihre ehrenamtliche Arbeit über umfassendes Hintergrundwissen zum ghanaischen Gesundheitssystem verfügen.

logo_innospace

Die Hochschule verfolgt einen Ansatz der nutzerzentrierten Innovation, in dem Kreativmethoden, Prototyping und Nutzerinterviews angewendet werden, zum Beispiel nach der Design Thinking-Methodik. Dabei arbeiten die Studierenden mit sogenannten „Assignments“. Dies sind wöchentliche Aufgabenstellungen, mit denen die Studierenden schrittweise Methoden erlernen, um die komplexe Fragestellung zu bearbeiten, die an sie herangetragen wird. Die Fragestellung führt zunächst bei den Studierenden zu einer Unsicherheit, da sie wesentlich offener ist als die Fragestellungen anderer Kursformate. Die damit einhergehenden Freiheitsgrade des Lösungsraums sind ungewohnt und überfordern zunächst. Unter methodischer Anleitung der betreuenden Lehrkraft fand in den ersten Wochen die Exploration des Problemraums durch die Studierenden statt. Dazu gehörte es, Besonderheiten und Abläufe des ghanaischen Gesundheitssystems zu erkunden und die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen des Landes zu verstehen. Dies hat den Studierenden die großen Unterschiede in Bezug auf Hygiene, Bettenkapazitäten, Behandlungsmethoden, Abläufe und Einrichtung der medizinischen Zentren im Vergleich zum eigenen Gesundheitssystem verdeutlicht. Basierend auf diesen Einsichten wurden verschiedene Personas erstellt, die die Erkenntnisse zur Zielgruppe und ihren täglichen Herausforderungen dokumentieren (in diesem Fall wurden Hebamme, Krankenschwester und Patient betrachtet). Das Beispiel der Krankenschwester ist in der Abbildung unten dargestellt.

ma4

Mit Blick auf die Zielgruppen waren die Studierenden dann gefordert, aufbauend auf ihrer umfassenden Kenntnis digitaler Technologie verschiedene Lösungen zu erdenken und diese grob zu skizzieren. Die Arbeit fand in Kleingruppen statt und hat zunächst zu mehr als 40 verschiedenen Ideen geführt. Aus diesen haben die Studierenden fünf Ideen zu sogenannten Low-Fidelity Prototypen weiterentwickelt. Dabei handelt es sich um Vorstufen des Produktes, die aus einfachen Materialen wie Papier und Pappe in kurzer Zeit erstellt werden. Die Ideen werden also zunächst nicht in Code umgesetzt, sondern in Konzeptrepräsentationen, die lediglich der Kommunikation und Diskussion dienen. Aus den sehr unterschiedlichen Konzeptideen wurden im Dialog mit den HITA-Vertretern die zwei vielversprechendsten ausgewählt. In den folgenden Wochen haben die Studierenden diese durch mehrere Iterationen zu clickbaren Demonstratoren auf dem Zielgerät ausgearbeitet. Es kamen wiederholte Methoden zum Einsatz, die die Güte der Ausarbeitung von verschiedenen Perspektiven aus beleuchteten (bspw. User Experience, Machbarkeit, Kosten).

handy3

Während des gesamten Kurses standen die HITA-Experten mit viel Einsatzbereitschaft im Dialog mit den Studierenden, um Fragen zu Ghana zu beantworten oder Rückmeldung zu den Konzeptideen zu geben. Die Studierenden konnten durch die intensive Beschäftigung mit dem ghanaischen Kontext erleben, wie eng der Einsatz einer Anwendung im konkreten Kontext mit deren Ausgestaltung und Implementierung verwoben ist. Das Highlight des Kurses war ein geführter Nutzertest mit dem ghanaischen Krankenhaus, in dem die Studierenden im Rahmen einer einstündigen Videokonferenz die Chance hatten, verschiedene Vertreter einer Klinik in Ghana durch ihre digitale Lösung zu führen, um deren Akzeptanz zu erkunden und Bedenken entgegenzunehmen. Dies war vor allem deshalb möglich, weil die HITA-Vertreter im Rahmen ihrer Reise nach Ghana die Videokonferenz vor Ort organisieren konnten. Zum Stolz aller Beteiligten waren die Rückmeldungen der potentiellen Nutzer überaus positiv und gaben ergänzende, wertvolle Impulse. Den offiziellen Abschluss des Projektes bildete schließlich eine umfassende Präsentation des Gesamtergebnisses durch die Studierenden vor Thomas Erkert und Daniel Gerlach von HITA e.V. auf dem Hochschul-Campus.

ma3

Die Kooperation mit der HITA e.V. war aus Sicht der betreuenden Professorin ein großer Gewinn für die Lehre. Sie hat den Studierenden ein Lernerlebnis ermöglicht, in dem sie die Folgen ihrer Technikentscheidungen in einem gesellschaftlichen Kontext reflektieren mussten. Auf diese Weise konnten die Studierenden sich ihrer Verantwortung, aber auch ihrer kreativen Möglichkeiten, bewusst werden. Gleichzeitig wurden sie für die Gegebenheiten einer anderen Kultur und Gesellschaft sensibilisiert, die von weit mehr Einschränkungen geprägt ist als die eigene Lebenswirklichkeit.

03_Videoconference

Der Kurs fand im inno.space (https://inno-space.de) statt, dem Kreativ- und Makerspace der Hochschule Mannheim, die Teil des weltweiten Design Factory Global Netzwerkes (https://dfgn.org) ist. Dort arbeiten Studierende nach dem Prinzip des Action-Based-Learnings in kreativer Lernumgebung ausschließlich an realen Fragestellungen. Im Gegensatz zur Kooperation mit HITA e.V. beschäftigen sich viele weitere inno.space-Projekte mit Herausforderungen von Firmen und sind damit stark von wirtschaftlichen Interessen geprägt. Durch die Zusammenarbeit mit einem Non-Profit-Unternehmen wie HITA e.V. gelingt es, die Nachhaltigkeit und das Allgemeinwohl stärker in den Fokus eines Kurses zu rücken. Eine Aufgabe, die die Hochschulen, als Einrichtungen mit gesellschaftlicher Verantwortung, zunehmend wahrnehmen. Alles in allem war das Projekt eine glückliche Win-Win-Situation, wie sie sich nur selten ergibt und aus Sicht der Hochschule Mannheim hoffentlich eine Wiederholung findet.

In einem aufschlussreichen Interview berichtet Professorin Kirstin Kohler von der Entstehung und Entwicklung des Projektes. Mit im Gespräch ist außerdem Daniel Gerlach von HITA:

Hochschule Mannheim

Prof. Kirstin Kohler - Koordinatorin inno.space – Design Factory Mannheim – Professur für User Experience Design

Email: k.kohler@hs-mannheim.de  -   Webseite: www.inno-space.de

Health Care Information Technologies for Africa e.V. (HITA e.V.)

Thomas ErkertVereinsvorsitzender von HITA e.V. – thomas.erkert@hita-ev.org

Daniel Gerlach – Experte im Vorstand von HITA e.V. – daniel.gerlach@hita-ev.org

Podcast zum Projekt: https://hearthis.at/hita-radio/erkert-gerlach-15-06-2020/

Artikel zur Videokonferenz: https://www.hita-ev.org/?p=4149

Videokonferenz zwischen Ghana und der Hochschule Mannheim

Videokonferenz im ghanaischen Hinterland – ein transkontinentaler Austausch zwischen Experten

Schotterpisten, Buschbrände und sengende Sonne. Es ist ein brennend heißer Tag. Der Pick-Up verlässt knarzend die asphaltierte Straße aus Ho in Richtung Adaklu Waya. Ho, das ist die Regional-Hauptstadt der Voltaregion im Südosten von Ghana, nicht weit von der Grenze zu Togo entfernt. Die Voltaregion ist eine der ärmsten Gegenden in Ghana. Viele Menschen leben weit verstreut in kleinen Dörfern oder Siedlungen. Zu einem dieser Dörfer fährt der Pick-Up. Der Fahrer weicht gekonnt Felsbrocken und Schlaglöchern aus. Es ist wackelig. Die Fahrt ist zügig. Die Fenster sind zu, weil es sonst zu viel Staub und Dreck in das Auto wehen würde. Am Straßenrand sehen die Mitfahrer verbrannte Erde, Viehtreiben und Menschen, die in Kanistern Wasser aus einem Loch neben der staubigen Piste nach Hause tragen. Hier in der Volta-Region engagiert sich HITA e.V. für die Verbesserung der medizinischen Versorgung. Und ein HITA-Team ist an Bord des Pick-Ups. Thomas Erkert und Daniel Gerlach, beide im Vereinsvorstand von HITA e.V., überprüfen noch einmal die Technik. Petra Knott, früher Krankenschwester, heute Lehrerin, bereitet eine Check-Liste vor. „Wir hatten Zweifel, ob das alles so funktionieren würde, wie wir es in Deutschland vereinbart hatten!“, erinnert sich Daniel Gerlach, der für die technische Ausstattung verantwortlich war.

01_EPC-Clinic_Waya

Abbildung 1: E.P.C. Clinic in Adaklu Waya, Volta Region, Ghana

Nach rund einer Stunde ist die Ruckelei vorbei. Der Pick-Up biegt auf den Parkplatz vor einem modernen Gebäude ab, eine kleine Klinik für die medizinische Erstversorgung (Abbildung 1). Hauptsächlich sind es Malaria, Infektionen oder Wunden, die hier behandelt werden. Auch Kinder erblicken hier das Licht der Welt. Hinter den Türen ändert sich das Bild. Staubige Waschbecken ohne fließend Wasser, Patientenzimmer ohne Betten, Schaumstoffmatratzen auf dem Boden oder einem Holzpodest. Beim Bau des Gebäudes wurde, so der Eindruck der Experten aus Deutschland, die Einrichtung nicht berücksichtigt (Abbildung 2 und 3).

02_1_inside_EPC-Clinic

Abbildung 2: In der E.P.C. Clinic Adaklu Waya fehlt es an Ausrüstung. Das Gebäude wurde durch eine Privatinitiative finanziert

Das HITA-Team geht vorbei am Operationssaal, oder dem, was so genannt wird. An eine Operation ist unter diesen Umständen nicht zu denken. Am Ende des Ganges ist der Empfang, davor ein Wartebereich. Hier werden die Experten aus Deutschland herzlich empfangen. Thomas Erkert, Petra Knott und Daniel Gerlach bringen langjährige Erfahrung aus dem Gesundheitsbereich mit. Togbe Lablulu freut sich über das Wiedersehen: „Ihr habt versprochen, dass ihr wiederkommt und ihr habt Euer Versprechen gehalten!“. Ein Togbe ist als Stammesführer mit einem Bürgermeister in Deutschland vergleichbar. Neben ihm ist ein Team aus Hebammen, Krankenpflegerinnen und -pflegern, sowie ein Vertreter des Klinikbetreibers anwesend. Die Spannung steigt.

02_2_inside_EPC-Clinic

Abbildung 3: In der E.P.C. Clinic Adaklu Waya fehlt es an Ausrüstung. Das Gebäude wurde durch eine Privatinitiative finanziert

Schnell wird noch ein Banner von HITA e.V. aufgestellt und dann geht es los. Daniel Gerlach baut einen Laptop mit Webcam auf dem Empfangstresen auf. Daneben kommt ein Mobiltelefon für die Datenverbindung. Ein Klick, um den Videoanruf zu starten. Und es klingelt. Plötzlich Stimmen und Bilder aus Mannheim. Die Verbindung steht. Die Qualität ist gut. Die Studierenden aus Mannheim freuen sich auf der einen Seite der Leitung. Das medizinische Personal am anderen Ende der Leitung ist gespannt: die Studentinnen und Studenten der Hochschule Mannheim präsentieren den Prototypen einer App zur Dokumentation von Krankheitsverläufen in strukturschwachen Gegenden (Abbildung 4).

03_Videoconference

Abbildung 4: HITA e.V. ermöglicht eine Videokonferenz zwischen der Hochschule Mannheim und medizinischem Personal aus Ghana

Diese App ist im Rahmen eines Design Thinking-Kurses entstanden. Design Thinking ist eine Methode zur Entwicklung von Systemen und Lösungen, bei denen die Nutzer, also hier Patienten und medizinisches Personal, im Mittelpunkt stehen. Die Krankenpflegerinnen und -pfleger in Ghana geben konstruktives Feedback und überlegen sich einen möglichen Einsatz der vorgestellten App in ihrem Klinikalltag. Der Klinikmanager bewertet die Ideen aus Deutschland als vielversprechend und würde sich über eine weitere Zusammenarbeit freuen. Die als Rückfalloption mitgebrachten Ausdrucke der vorbereiteten Präsentation kommen nicht zum Einsatz. Das Mobilfunknetz ist in Adaklu Waya ausreichend stark, um die Datenverbindung zu ermöglichen. Nach einer guten Stunde des Austausches folgt man, wie in Ghana üblich, dem Protokoll und Togbe Lablulu bedankt sich bei allen Beteiligten für die inspirierenden Einblicke und die Möglichkeit, in dieser besonderen Art mit jungen Menschen kontinentübergreifend zusammen zu arbeiten.

04_Expert-Team_Waya

Abbildung 5: Neben Krankenpflegern und Hebammen ist auch der Geschäftsführer der Klinikkette und der Togbe (Stammesführer) vor Ort

Geschafft! Es hat alles geklappt! Die Anspannung verfliegt und es wird noch ein wenig „geschwätzt“ (Abbildung 5). Daniel Gerlach baut die provisorische Videotelefonie-Anlage wieder ab. Petra Knott und Thomas Erkert richten gemeinsam mit dem Klinikpersonal noch zwei Patientenzimmer ein. In der Zwischenzeit hat eine Reinigungskraft den gröbsten Schmutz beseitigt. Moderne Patientenliegen, Betten und Möbel, die HITA e.V. als Spende eines Krankenhauses in Deutschland per Schiffs-Container nach Ghana gebracht hat, werden überprüft und dem Klinikpersonal erklärt: „Neben Sauberkeit und Hygiene ist es essentiell, dass die Möbel so aufgestellt werden, dass man die Patientinnen und Patienten von jeder Seite aus erreichen kann“, ist nur eine der vielen Hilfestellungen, die Petra Knott und Thomas Erkert mit dem Personal aus Ghana diskutieren (Abbildung 6 und 7).

05_2_Consulting

Abbildung 6: Das HITA-Team erklärt die Handhabung von medizinischer Ausrüstung und unterstützt bei der Einrichtung der Klinik

Um viele neue motivierende Eindrücke reicher, steigt das HITA-Team einige Stunden später wieder in den Pick-Up. Unterwegs fahren Arbeiter, Bauern und Schüler ein Stückchen mit. Sie steigen geschwind auf die Pritsche und klopfen an die hintere Scheibe, wenn sie wieder absteigen möchten, um den Weg zu ihrem Zuhause zu Fuß durch den Busch zu beenden. In der Dämmerung erreicht der Pick-Up wieder die Stadt Ho. Die Zusammenarbeit geht auch nach der Rückkehr der HITA-Experten nach Deutschland weiter. Aus dem Prototypen der App soll eine einsetzbare marktreife Lösung entwickelt werden. Das Pflegepersonal, der Klinikmanager und Togbe Lablulu sind gespannt auf das Ergebnis.

05_1_Consulting

Abbildung 7: Das HITA-Team erklärt die Handhabung von medizinischer Ausrüstung und unterstützt bei der Einrichtung der Klinik

Am 15. Juni haben wir ein Podcast mit weiteren aktuellen Informationen zu diesem Projekt auf unserer Audio-Plattform HITA Radio online gestellt. Die beiden HITA Vorstände Thomas Erkert und Daniel Gerlach berichten in einem aufschlussreichen Interview über die Entstehung des Projekt, der aktuellen Entwicklung der App und von der Video-Konferenz, die sie Anfang des Jahres während ihres Ghana-Besuchs gemeinsam mit Experten vor Ort und mit den Studenten in Mannheim geführt haben.

Über HITA e.V.:

Healthcare IT for Africa e.V. (HITA e.V., www.hita-ev.org) ist eine gemeinnützige Nichtregierungsorganisation. HITA e.V. ist ein Zusammenschluss von Experten und Expertinnen aus den Bereichen Bildung, Entwicklungszusammenarbeit, Gesundheitswesen, Betriebswirtschaft, Management und Informationstechnologien, die sich alle ehrenamtlich engagieren. HITA e.V. realisiert seit 2009 Bildungsprojekte für Berufsschulen, sowie Telemedizin- und Infrastrukturprojekte für den Gesundheitsbereich. Der Fokus liegt aktuell auf den ländlichen Gebieten Ghanas. Als gemeinnützig tätige Nichtregierungsorganisation ist es die Vision von HITA e.V., mithilfe von eHealth- und mHealth-Technologien zur Optimierung der beruflichen Bildung des nichtärztlichen Personals beizutragen. Das sind Formen des Lernens, bei denen elektronische oder digitale Medien für die Präsentation und Distribution von Lernmaterialien verwendet werden und die Möglichkeit besteht, portable Endgeräte, z.B. Smartphones oder Tablets, einzusetzen. Das Ziel von HITA e.V. ist die nachhaltige Verbesserung der Gesundheitsversorgung in ländlichen Gebieten Afrikas.

Artikel als PDF zum Download: HITA Videokonferenz

Was Covid-19 für das ländliche Ghana bedeutet

Was Covid-19 für das ländliche Ghana bedeutet – ein erster Bericht aus Adaklu, Volta Region

Karsten Gareis, HITA, 5.4.2020 (aktualisiert am 14.4.2020) -  Dank für Input an Jacob Ahiave / Grow Your Dream Foundation und Celestin Yao Etiam, Adaklu, Ghana

a4

1.) Einführung

Das Land Ghana scheint aufgrund seiner Erfahrungen mit früheren Epidemien, insbesondere der Ebola-Epidemie in Westafrika (2013-2016), gut aufgestellt zu sein, um der aktuellen Gefahr einer massiven Ausbreitung von Covid-19 zu begegnen. Damals erhielt Ghana von der WHO und Experten weltweit viel Lob dafür, die Bedrohung durch Ebola sehr erfolgreich gemeistert zu haben. Dieser Erfolg wurde zurückgeführt auf:

interministerielle Anstrengungen zur Überwachung der Häfen, der Einwanderungs- und Sicherheitsdienste und des ghanaischen Gesundheitsdienstes sowie die nationalen und regionalen technischen Koordinierungsausschüsse sowie die Sensibilisierungsbemühungen im Bereich der öffentlichen Gesundheit. Zur Verwaltung der Fälle wurden drei Ebola-Behandlungszentren eingerichtet. Sie waren mit der Überwachung, Lagebeobachtung und -bewertung, dem Fallmanagement, der Gesundheitserziehung, der sozialen Mobilisierung und der Risikokommunikation, der Logistik, der Sicherheit, der Bereitstellung der finanziellen Ressourcen sowie der Planung und Koordination beauftragt. Für an vorderster Front tätiges Gesundheitspersonal, das an der Prävention und Kontrolle von Ebola arbeitet wurde ein spezieller Versicherungsschutz eingeführt – ein weiterer positiver Schritt. Um Ebola von Ghana fernzuhalten, unternahm die Regierung weitreichende Maßnahmen im Bereich von Bildung und Ausbildung, schuf ein Bewusstsein in den Medien, Kirchen, Schulen und an öffentlichen Orten und förderte Präventivmaßnahmen wie Händewaschen, Vermeidung unnötigen Körperkontakts mit kranken Menschen, Änderung der Beerdigungsverfahren und verstärkte Überwachung/Durchsuchung an den Häfen.” [1]

Natürlich bestehen erhebliche Unterschiede zwischen Ebola und Corona. Ebola ist etwa 30 Mal tödlicher als Corona, aber letzterer verbreitet sich viel leichter. Dennoch können viele der während der Ebola-Epidemie erprobten Verfahren auch auf die aktuelle Herausforderung angewendet werden. Der erste Fall von mit Corona infizierten Personen in Ghana wurde am 12.3.2020 gemeldet. Bis zum 12.4. stieg die Zahl der Fälle auf 566, von denen 8 tödlich verlaufen sind. In der Volta-Region wurden die ersten 9 Fälle am 12.4. gemeldet.

a1

Die Regierung hat auf den Ausbruch von Corona schnell und entschieden reagiert. Am 15.3.2020 wurden alle öffentlichen Versammlungen verboten, einschließlich Konferenzen, Workshops, Beerdigungen, Festivals aller Art, politische Kundgebungen, kirchliche Aktivitäten und andere damit verbundene Veranstaltungen, um die Verbreitung von Corona einzudämmen. Grundschulen, weiterführende Schulen und Universitäten, sowohl öffentliche als auch private, wurden ebenfalls geschlossen. Seit dem 22.3. bis mindestens zum 19.4. sind alle Außengrenzen geschlossen. Am 30.3. wurde eine zunächst zweiwöchige Ausgangssperre für drei Stadtregionen, in denen Fälle von Infektionen gemeldet wurden, in Kraft gesetzt: Accra, Tema und Kumasi (einschließlich deren Vorstädte). Die Ausgangssperre ist inzwischen um zwei weitere Wochen verlängert worden. In diesen Gebieten dürfen nur Bewohner, die lebenswichtige Dienstleistungen erbringen, wie Gesundheitspersonal, einige wichtige Regierungsbeamte, Restaurants und Lebensmittelverkäufer, ihre Wohnung verlassen. Außerdem dürfen Menschen ihre Behausungen verlassen, um Lebensmittel zu kaufen. Ein Fokus liegt auf der Identifizierung von Personen, mit denen die erwiesenermaßen Infizierten in letzter Zeit Kontakt hatten, und auf der stärkeren Nutzung von Tests in allen Teilen des Landes. Weitere Maßnahmen sind die Desinfektion von Märkten vor allem in der Region Accra, eine spezielle Lebensversicherung für Gesundheitspersonal, das unmittelbar mit der Pandemie in Berührung kommt, sowie die Einrichtung von Quarantänezentren. Darüber hinaus ergriffen die Regierung und der staatliche Gesundheitsdienst (GHS) eine Reihe von Maßnahmen, um die Öffentlichkeit über angemessenes Verhalten zur Eindämmung der Bedrohung durch Corona zu informieren; so wurde ein auf Whatsapp basierenden Benachrichtigungsservice eingeführt, und landesweit wurden Plakate ausgehängt mit Anweisungen zum korrekten Verhalten.

Die entscheidende Frage ist nun, inwieweit die getroffenen Maßnahmen dazu beitragen können, eine starke Ausbreitung des Virus in der ghanaischen Bevölkerung zu verhindern. Die Wissenschaft ist sich noch nicht im Klaren darüber, ob bzw. in welchem Maße warmes Wetter die Ausbreitung des Virus tendenziell hemmt, was Länder wie Ghana – wo das Thermometer in weiten Teilen des Landes fast nie unter 20° C sinkt – vor den schlimmsten Auswirkungen der Pandemie bewahren würde. Andererseits besteht durchaus die Möglichkeit, dass das Auftreten dieser neuen Krankheit verheerende und dauerhafte Auswirkungen auf das ohnehin schon anfällige Gesundheitssystem des Landes haben wird. Ghanas Gesundheitsbehörden sind sich sehr wohl bewusst, “dass die Krankenhäuser nur einen Bruchteil der Bedürftigen versorgen könnten, wenn sich das Virus in überfüllten Städten, abgelegenen Dörfern und unter gefährdeten Bevölkerungsgruppen wie Flüchtlingen, Unterernährten oder Menschen, die an HIV und anderen chronischen Krankheiten leiden, ausbreitet” [2]. Ausgehend von den jüngsten Erfahrungen anderer Länder ist Ghana sicherlich gut beraten, sich auf das Schlimmste vorzubereiten.

a2

Wie in anderen Ländern mit niedrigem und niedrigem mittlerem Einkommen (LMIC) sind die Rahmenbedingungen für die Bewältigung einer Corona-Infektionswelle in Ghana äußerst ungünstig. An vielen Orten Ghanas stellt schon das Händewaschen eine Herausforderung dar, weil kaum Zugang zu fließendem Wasser besteht. Die Isolierung der Fälle (d.h. die räumliche Trennung von Menschen, die bereits positiv getestet wurden, von anderen Gemeinde- und Haushaltsmitgliedern) und die Quarantäne zu Hause (14-tägige, totale Ausgangssperre für Menschen, die exponiert wurden und möglicherweise infiziert sind) werden nur möglich sein, wenn eine Bereitschaft in der Bevölkerung besteht, den öffentlichen Anweisungen Folge zu leisten. Dies kann eine Herausforderung darstellen insbesondere aufgrund von Angst vor Stigmatisierung und wegen mangelnder Einsicht in die Logik der Epidemie, d.h. die Tatsache, dass Personen mit keinen oder leichten Symptomen diese auf andere übertragen können und diese damit eine ernsthaften Gefahr aussetzen. Außerhalb der großen Agglomerationen dürfte es sich darüber hinaus als sehr schwierig erweisen, einzelne Regionen von anderen komplett abzuriegeln.

Verschärft wird die Gefahrenlage durch die weite Verbreitung von Krankheiten wie Malaria und Tuberkulose. Zahlreiche Menschen leiden bereits an chronischen Krankheiten und sind daher besonders vulnerabel. Die Mortalität unter Personen, die an einer Lungenentzündung oder anderen Infektionen der unteren Atemwege erkranken (wie sie für schwere Fälle von Covid-19 typisch sind), ist in Afrika deutlich höher als in Ländern mit höherem Einkommen [3]. Betrachtet man die Sterblichkeit über alle Altersgruppen hinweg in Ghana, sind solche Infektionen für mehr Todesfälle verantwortlich als jede andere Ursache (etwa 20.000 jährlich). Etwa 5.000 Kinder unter 5 Jahren sterben jedes Jahr an Lungenentzündung [4]. Unter diesen Bedingungen könnte das Coronavirus leicht zu einer großen Zahl zusätzlicher Todesfälle führen.

Während eine rasche Ausbreitung von Corona somit katastrophale Folgen für Ghana zeitigen könnte, wird die Pandemie selbst dann weitreichende Auswirkungen auf die Gesundheit der ghanaischen Bevölkerung haben, wenn das Virus selbst nicht direkt zu einem signifikanten Anstieg der Sterblichkeitsraten führt. Der Grund sind die indirekten Effekte der Maßnahmen zur Bekämpfung von Corona. Zu diesen gehören Arbeitslosigkeit und die daraus resultierenden sinkenden Haushaltseinkommen, steigende Preise für Gebrauchsgüter und eine sich verbreitetende Tendenz unter Kranken, Schwangeren und anderen Pflegebedürftigen, aus Angst vor einer Infektion oder Quarantäne keine medizinische Hilfe mehr in Anspruch zu nehmen (siehe nächster Abschnitt).

So oder so ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass das Land in seinen Bemühungen, die vieldiskutierten „Sustainable Development Goals“ zu erreichen (z.B. Reduzierung der Mortalitätsraten von Müttern und Neugeborenen), um Jahre zurückgeworfen wird.

2.) Allgemeine Herausforderungen für Ghana mit Bezug auf Covid-19

Die ersten Fälle von Covid-19 in der Volta-Region wurden erst am 12. April gemeldet. Bereits in in den Wochen zuvor haben die Maßnahmen der Regierung sowie die Berichterstattung in den Medien und die Kommunikation in den sozialen Netzwerken begonnen, das tägliche Leben selbst in den entlegensten Teilen des Landes zu beeinflussen.

Verbreitung von Falschinformationen

Eine große Herausforderung stellt das dar, was als “Corona-Infodemie” bezeichnet wird – d.h. die enorme Verbreitung von Gerüchten und Falschinformationen rund um die aktuelle Epidemie. Einige dieser Gerüchte verursachen Schaden, indem sie die Menschen in vermeintlicher Sicherheit wiegen, z.B. durch die Behauptung, dass Schwarze gegen das Virus immun sind oder dass dieses bei einer Temperatur von mehr als 26°C abstirbt. Eine solche Vorstellung mag plausibel klingen, da die meisten gemeldeten Fälle von Infizierten unter Personen zu finden sind, die von außerhalb Afrikas in das Land eingereist sind. Aufgrund der extrem niedrigen Anzahl von Personen, die in Ghana auf das Virus getestet werden, ist es jedoch leicht möglich, dass bereits weite Teile der einheimischen Bevölkerung infiziert sind, ohne dass dieses erkannt wurde. Andere Gerüchte verursachen direkte Schäden, indem sie Menschen zu gefährlichen Arten von Selbstmedikation verleiten, wie etwa die Einnahme von Bleichmitteln gegen eine Virusinfektion. Solche Arten von Falschinformationen verbreiten sich in der Regel schnell von Mund zu Mund, vor allem in den Teilen des Landes, in denen nur wenige Einwohner Zugang zu Fernsehen oder Mobiltelefonen haben und auch viele nicht Englisch lesen können.

a3

Sinkende Nutzung von Gesundheitsdiensten

Einiges deutet darauf hin, dass die Bewohner selbst in Regionen weit entfernt von den Corona-Hotspots in Ghana begonnen haben, Besuche in Krankenhäusern und Gesundheitsposten zu vermeiden, da sie annehmen, dass sie an diesen Orten in Kontakt mit Infizierten kommen könnten. Während der Ebola-Epidemie 2013-2016 wurden für den Großteil Westafrikas rückläufige Raten von betreuten Geburten gemeldet. Auch der Transport von Personen, die professionelle Hilfe benötigen, zu einer Gesundheitseinrichtung dürfte immer schwieriger werden, weil Dienstleister höhere Preise verlangen und vermeintlich infizierte Personen nicht mehr befördern.

Die gegenwärtige Praxis der Isolierung von Personen, von denen angenommen wird, dass sie mit Corona infiziert sein könnten, macht die Sache noch schlimmer. Von unseren Kontakten in der Region erreichten uns Berichte, dass in Adaklu und der Stadt Ho (die in der Nähe von Adaklu liegt und deren Universitätskrankenhaus auch die Bevölkerung des Distrikts versorgt) Personen, die wegen Symptomen, die durch Corona verursacht werden könnten, einen Arzt bzw. eine Ärtin aufsuchen oder von denen aus anderen Gründen vermutet wird, dass sie infiziert sein könnten, nicht nach Hause zurückkehren dürfen, sondern für 14 Tage in einem Gebäude auf dem Gelände des Krankenhauses unter Quarantäne gestellt werden. Angesichts dieser Praxis kann es nicht verwundern, dass viele Bewohner*innen Besuche in einer Gesundheitseinrichtung vermeiden werden – um nicht Gefahr zu laufen, unter Quarantäne gestellt zu werden, selbst wenn es keinen Nachweis gibt, dass sie tatsächlich mit Corona infiziert sind.

Explodierende Preise bei Produkten für die persönliche Hygiene

Die Marktpreise für Seife und Desinfektionsmittel, ganz zu schweigen von Schutzmasken und -kleidung, sind seit dem Ausbruch der Epidemie in die Höhe geschnellt. Dies macht es für die Menschen sehr viel schwieriger, sich ausreichend häufig die Hände zu waschen, zu einer Zeit, in der dies für die Eindämmung der Ausbreitung von Corona von zentraler Bedeutung ist.

Steigende Preise auch für Güter des täglichen Bedarfs

Die Preise für alle Arten von Gütern des täglichen Bedarfs, also nicht nur für Seife und Desinfektionsmittel, sind in den letzten Wochen deutlich gestiegen. Infolgedessen wird es für immer mehr Haushalte schwierig oder unmöglich sein, alle Familienmitglieder ausreichend mit Nährstoffen zu versorgen. Die Regierung hat darauf reagiert, indem sie die Stromrechnungen der privaten Haushalte um die Hälfte (bei Haushalten mit sehr niedrigem Einkommen um 100%) gesenkt hat – ein Schritt, der im Zusammenhang mit den für Ende dieses Jahres geplanten Parlamentswahlen gesehen werden muss, und der mittelfristig zu einer Häufung von Stromausfällen sorgen dürfte.

Arbeitslosigkeit und daraus resultierende Einkommensverluste

Während die Preise steigen, verlieren viele Beschäftigte und Arbeiter*innen in der informellen Wirtschaft infolge des Lockdowns ihren Arbeitsplatz oder werden zumindest in den unbezahlten Urlaub geschickt. Besonders betroffen sind Familien, die bereits nahe an der Armutsgrenze leben – mit absehbaren negativen Auswirkungen auf ihre Gesundheit.

Unvereinbarkeit mit Traditionen des öffentlichen Lebens

Die Aufforderung der Gesundheitsbehörden, das Händeschütteln zu vermeiden, und das Verbot von religiösen Zusammenkünften und Beerdigungen betrifft Lebensaspekte, die den Ghanaer*innen als heilig gelten. Wie die ghanaische Journalistin Elizabeth Ohene in einem Bericht für die BBC feststellt:

„Hier in Ghana gibt es einige Dinge, die in unserem Leben heilig sind, und niemand stellt sie in Frage – unter welchen Umständen auch immer: Religion, Händeschütteln und Beerdigungen. Das sind Themen, die nicht zur Diskussion stehen, und viele Menschen glauben, dass sie unsere Existenz definieren. [...] Das Verbot religiöser Versammlungen [...] hat große Auswirkungen auf Menschen, für die das gemeinsame Gebet und die Disziplin des religiösen Kalenders im Mittelpunkt ihres Lebens stehen”[5]

Nun aber blieben die Kirchen über Ostern, dem heiligsten Fest im Kalender der ghanaischen Christen, geschlossen. Wenn Beschränkungen dieser Art über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten werden sollen, sind zu ihrer Durchsetzung – und um zu vermeiden, dass in der aktuellen Situation nach Sündenböcken gesucht wird – starke Kommunikationsanstrengungen erforderlich. Auch ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass viele Familien versuchen werden, Symptome, die durch eine Infektion mit Corona hervorgerufen werden können, zu verheimlichen anstatt sie den Gesundheitsbehörden zu melden; denn niemand möchte als die Person bekannt werden, die das Virus in eine Nachbarschaft eingeschleppt hat!

Mentale Gesundheit und häusliche Gewalt

Experten, die in diesem Gebiet tätig sind, haben die Befürchtung geäußert, dass eine Abriegelung, wie sie derzeit in Accra, Tema und Kumasi besteht, eine Zunahme häuslicher Gewalt auslösen könnte; insbesondere Frauen und Kinder seien hierdurch gefährdet. Der psychische Stress, der dadurch entsteht, dass man unter beengten Lebensbedingungen, wie sie in ganz Ghana vorherrschen, sein Zuhause nicht verlassen darf, kann auch zu allgemeineren psychischen Problemen führen. Es sind Maßnahmen erforderlich, um Familien und Gemeinden bei der Bewältigung der Situation zu unterstützen, insbesondere wenn die Ausgangssperre über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten wird.

3.) Ausgangsbedingungen im Adaklu Distrikt, Volta Region, Ghana

Der Distrikt Adaklu ist einer der 18 Distrikte der Volta Region der Republik Ghana mit Adaklu-Waya als Hauptstadt. Der Distrikt hat laut der Volks- und Wohnungszählung von 2010 eine Bevölkerung von 36.391 Einwohnern (Schätzungen des Statistischen Dienstes von Ghana gehen von 44.300 Einwohnern im Jahr 2019 aus). Die große Mehrheit (~90%) der Arbeitskräfte im Distrikt ist in der Landwirtschaft tätig.

Adaklu ist einer der am stärksten benachteiligten Districts des Landes. Das vom ghanaischen Statistikdienst veröffentlichte Ghana Poverty Mapping Project 2015 ergab, dass die Armutsinzidenz, d.h. der Anteil der Bevölkerung des Distrikts, der unter der nationalen Armutsgrenze lebt, in der Volta-Region mit 89,7% bei weitem am höchsten (Durchschnitt: 33,3%) und im ganzen Land am zweithöchsten ist. Die Armut in Adaklu ist nicht nur weit verbreitet, sondern auch schwerwiegend: Gemäß dem Indikator “Tiefe der Armut”, der misst, wie weit unterhalb der Armutsgrenze der Lebensstandard der Armen im Durchschnitt liegt, weist Adaklu das drittschlechteste Ergebnis der 216 Distrikte Ghanas auf. Im Gegensatz zu einigen der anderen armen Teile Ghanas ist die Ungleichheit im Distrikt Adaklu jedoch sehr gering – niedriger als in jedem anderen Distrikt der Volta Region.

Die weit verbreitete wirtschaftliche Not bedeutet, dass viele Einwohner auf die landwirtschaftliche Produktion zur Selbstversorgung angewiesen sind, um über die Runden zu kommen (Subsistenzwirtschaft). Um ihr mickriges Einkommen aufzubessern, ist die Mehrheit der Frauen in Adaklu in der Lebensmittelverarbeitung und im Kleinhandel sowie in der handwerklichen Produktion für ihren Lebensunterhalt tätig.

Zu den konkreten Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Kampf gegen Corona in Adaklu gehören die folgenden:

  • Schlechte Versorgung mit Trinkwasser in vielen Teilen des Adaklu-Distrikts;
  • Geringes verfügbares Einkommen, welches für den Kauf von Gütern des täglichen Bedarfs (inkl. Seife und Desinfektionsmitteln), die seit dem Ausbruch der aktuellen Epidemie wesentlich teurer geworden sind, zur Verfügung steht;
  • Die Lebensbedingungen in den Siedlungen in den meisten Teilen des Adaklu-Distrikts erlauben es nicht, Familienmitglieder von anderen Mitgliedern der Gemeinschaft zu isolieren;
  • Hoher Anteil an Bewohnern, die kein Englisch lesen bzw. verstehen können und daher auf Informationen angewiesen sind, die von anderen Mitgliedern der Gemeinde weitergegeben werden.

a5

4.) Was ist zu tun?

Aus dem Obenstehenden lässt sich folgern, dass in der aktuellen Situation viel von der Art und Weise abhängt, wie die gegen die Ausbreitung von Corona ergriffenen Maßnahmen in die Praxis umgesetzt werden. In diesem Zusammenhang betont Shannon Smith vom African Center for Strategic Studies in Washington, DC, dass:

“die Aufrechterhaltung des öffentlichen Vertrauens während dieser Pandemie von wesentlicher Bedeutung sein wird. Die Regierungen müssen wirklich kommunizieren, anstatt lediglich Maßregeln aufzustellen. Strategische Kommunikation ist ein entscheidendes Element für die öffentliche Gesundheit. Die Ebola-Epidemie in Westafrika endete letztlich aufgrund von Verhaltensänderungen, die unter sehr schwierigen Umständen stattfanden. Dies erforderte die Mitwirkung der Gemeinschaft auf lokaler Ebene, örtliche Gesprächspartner und Kommunikation”. [6]

Andere Experten pflichten ihr bei, dass die Ebene der Dorfgemeinde und der Familie von zentraler Bedeutung für eine erfolgreiche Bewältigung der aktuellen Krise sind:

„Wie Ebola ist Covid-19 eine Familienkrankheit in dem Sinne, dass viele Infektionen zu Hause auftreten. Reisebeschränkungen können die Ausbreitung der Krankheit verlangsamen, aber hilfreich ist es auch, wenn Einzelpersonen und Familien die Infektionswege verstehen und häusliche Vorsichtsmaßnahmen treffen.” [7]

Wie können Gemeinden und Familien in ihrem Lebensumfeld am wirksamsten in den Kampf gegen Corona eingebunden werden, über die reine Verbreitung von Verhaltensmaßregeln hinaus? Ist es möglich, Ansätze der Co-creation und des Co-development zu nutzen, um unter der Bevölkerung ein Gefühl der Eigenverantwortung für Maßnahmen gegen die Krankheit zu etablieren? Und welche Rolle könnte dabei moderne Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) spielen? Können wir im Kampf gegen Covid-19 davon profitieren, dass Ghana über eine enorme Verbreitung von Smartphones und ein sehr dichtes Mobilfunknetz verfügt, selbst in den abgelegensten Teilen des Landes?

Was wir brauchen, ist ein Ansatz, der dazu beitragen könnte, bewährte Praktiken im Umgang mit der Corona-Bedrohung so effektiv wie möglich auszutauschen, aber auch neue Ansätze zu entwickeln und zu etablieren, um die Ausbreitung des Virus auf eine Weise zu stoppen, die an die lokalen Bedingungen und Bedürfnisse angepasst ist – in enger Kooperation mit den Dorfgemeinschaften und den wichtigsten örtlichen Akteuren wie den Mitarbeiter*innen des Gesundheitswesens und den Vertretern des Ghana Health Services (GHS).

Erste Aktivitäten auf lokaler Ebene in Adaklu

Seit Mitte März 2020 vermittelt das Team der Grow Your Dream Foundation (GYDF) Informationen über Corona im Rahmen ihrer Aktivitäten in den Gemeinden in Adaklu. Bei den Treffen auf Gemeindeebene, an denen viele Mitglieder des jeweiligen Dorfes zusammenkommen, betont die GYDF die Notwendigkeit, die Bedrohung durch Corona ernst zu nehmen. Besonderer Wert wird darauf gelegt, über Falschinformationen und Gerüchte aufzuklären, die über die sozialen Netzwerke und Mundpropaganda verbreitet werden, wie z.B. die nachgewiesen falsche Behauptung, dass Schwarzafrikaner gegen den Virus immun seien.

Zu den praktischen Ratschlägen gehört die Notwendigkeit, sich häufig genug die Hände mit Seife und unter fließendem Wasser zu waschen. Leider ist nur ein kleiner Teil des Adaklu-Distriktes an das leitungsgebundene Wassernetz angebunden, so dass das Händewaschen eine Herausforderung darstellt. Kommerzielle Anbieter offerieren so genannte Veronica Buckets, die aus einem Holzständer, auf dem Eimer, Handtuch und Seifenspender angebracht sind, einem Wasserhahn und einem Einer für das Schmutzwasser besteht. Veronica Buckets wurden ursprünglich in Ghana erfunden als eine einfache Möglichkeit, allen Menschen korrektes Händewaschen zu erlauben.

Der Preis für den Kauf eines Veronica-Eimers ist gering, kann aber immer noch zu hoch sein, um ihn für die ärmsten Gemeinden des Landes, wie z.B. in Adaklu, erschwinglich zu machen. Das Team von GYDF hat eine Lösung gefunden, die noch kostengünstiger ist: Indem man einen Hahn an einem gebrauchten Kanister befestigt und ihn auf einen Zaun oder eine Astgabel stellt (siehe Foto unten links), kann eine Handwaschanlage für sehr wenig Geld realisiert werden. Da solche Kanister in der Regel in jeder Gemeinde leicht erhältlich sind (da sie für den Transport von Frischwasser aus nahegelegenen Flüssen verwendet werden), kann die Einrichtung innerhalb weniger Minuten erfolgen.

Andere Gemeinden verfügen bereits über prakatische Einrichtungen zum Händewaschen, die sogenannten „Tip Taps“, die vor einer Toilette oder einem Viehstall angebracht worden sind (siehe Foto unten rechts). Sie gehen auf eine frühere Initiative einer amerikanischen Entwicklungshilfe-Organisation zurück und bestehen aus vor Ort verfügbaren Materialien. Beim “Tip Tap” wird ein Fußhebel benutzt, um das Wasser zum laufen zu bringen, wodurch das Risiko minimiert wird, sich durch Berühren eines traditionellen Wasserhahns mit einem Krankheitserreger zu infizieren.

Ausblick

Erste Bemühungen finden also bereits auch auf lokaler Ebene statt, um in Zusammenarbeit mit den ländlichen Gemeinden in Adaklu die Ausbreitung von Corona zu verhindern bzw. die Folgen der Epidemie, sollte es auch in diesem Teil des Landes zu einer Infektionswelle kommen, zu mildern. Während die ländliche Bevölkerung vergleichsweise leicht von der Notwendigkeit des Händewaschens überzeugt werden kann, ist die Umsetzung einige der anderen Anweisungen der Gesundheitsbehörden viel schwieriger. Vielen Ghanaer*innen fällt es schwer, auf das obligatorische Händeschütteln zu verzichten. Das Gleiche gilt für die Einhaltung eines Abstands von mindestens einem Meter zwischen sich und anderen Personen. Darüber hinaus kann die Furcht vor Stigmatisierung (und davor, von einer Quarantäne an einem zentralen Ort betroffen zu sein) Personen mit Symptomen, die möglicherweise mit Corona in Zusammenhang stehen, wie Husten oder Niesen, dazu veranlassen, ihren Zustand zu verbergen, anstatt ärztliche Hilfe aufzusuchen.

cov2

Um also die Bevölkerung von der Notwendigkeit zu überzeugen, sich entsprechend den Empfehlungen der Gesundheitsbehörden zu verhalten, bedarf es einer erheblichen Kraftanstrengung. Zentral ist eine zielgerichtete, angemessene Kommunikation mit den Bürger*innen. Dies muss auch die Bereitschaft umfassen, auf die Ängste und Wünsche der Menschen zu hören. Im Idealfall sollten die Gemeindemitglieder die Möglichkeit erhalten, geeignete Verhaltensweisen zu diskutieren und selbst Praktiken vorzuschlagen und gemeinsam zu entwickeln, die unter den herrschenden Rahmenbedingungen praktikabel und für alle Betroffenen akzeptabel sind. HITA befindet sich zurzeit in engem Kontakt mit dem Team der Grow Your Life Foundation sowie mit unseren länger etablierten Partnern vor Ort und mit einer Reihe europäischer Entwicklungshilfeorganisationen, um Mittel und Wege zu diskutieren, wie unser auf IKT, mLearning und mHealth basierender Ansatz in der gegenwärtigen Situation zum Einsatz kommen könnte und welche Schritte hierfür als nächstes notwendig sind.

Wir werden an dieser Stelle weitere Informationen veröffentlichen, sobald diese verfügbar werden.

________________________________________________

Artikel als PDF: Report – Covid 19 und Adaklu

________________________________________________

Quellenangaben:


[1]     Oleribe, O. O., Salako, B. L., Ka, M. M., Akpalu, A., McConnochie, M., Foster, M., & Taylor-Robinson, S. D. (2015) ‘Ebola virus disease epidemic in West Africa: lessons learned and issues arising from West African countries’, Clinical medicine (London, England), 15(1), 54–57. www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4954525/ [eigene Übersetzung]

[2]     Burke, J. & Okiror, S. (2020) ‘Africa’s fragile health systems rush to contain coronavirus’, 20 March, www.theguardian.com/world/2020/mar/20/africas-fragile-health-systems-rush-to-contain-coronavirus [eigene Übersetzung]

[3]     Abbey, M. et al. (2018), Pneumonia in Ghana—a need to raise the profile, International Health, Volume 10, Issue 1, January 2018, Pages 4–7, https://doi.org/10.1093/inthealth/ihx062

[4]     ibid.

[5]     Ohene, E. (2020) ‘Coronavirus: Why Ghana has gone into mourning after mass funeral ban’, online article, BBC News, 26 March, https://www.bbc.com/news/world-africa-52010868 [Eigene Übersetzung]

[6]     Smith, S. (2020) ‘Managing Health and Economic Priorities as the COVID-19 Pandemic Spreads in Africa’, online article, Washington, DC: Africa Center for Strategic Studies, https://africacenter.org/spotlight/managing-health-economic-priorities-covid-19-pandemic-spreads-africa/ [eigene Übersetzung]

[7]    Richards, P. (2020) ‘What Might Africa Teach the World? Covid-19 and Ebola Virus Disease Compared’, online article, African Arguments, 17 March, https://africanarguments.org/2020/03/17/what-might-africa-teach-the-world-covid-19-and-ebola-virus-disease-compared/  [eigene Übersetzung]

Arbeitsreise nach Ho – Report

REISEBERICHT VON KARSTEN GAREIS: Die diesmalige HITA-Delegation reiste in zwei Wellen an: Thomas (HITA-Vorstandsvorsitzender) und Daniel (seit jüngstem Mitglied des HITA-Vorstands) reisten mit den beiden Lehrerinnen der Frankfurter Carlo-Mierendorff-Schule, Petra und Rachida, schon am 27. Dezember an. Karsten (auch Mitglied des HITA-Vorstands) und die beiden Techniker Leonhard und Johannes folgen am 1. Januar nach.

IMG_2925

Hauptziel der Reise ist die Überprüfung und – wo notwendig – Instandsetzung der eLearning-Infrastruktur, die HITA seit 2018 zusammen mit den Partnern vor Ort an der School of Nursing and Midwifery (SONAM), Teil der University of Health and Applied Sciences (UHAS), in Ho (Volta Region) betreibt. Zudem soll die Zahl der Computerplätze in den eLearning-Labs dieser Ausbildungseinrichtung für Krankenschwestern und Hebammen weiter ausgebaut werden. In Gesprächen mit dem Lehrpersonal und der Projektleitung muss außerdem ermittelt werden, welche Erfahrungen mit der Integration von eLearning und mLearning im Ausbildungsalltag gesammelt wurden. Auf der Basis der Ergebnisse wollen Thomas, Daniel und Karsten mit den Partnerinstitutionen in Ho das weitere Vorgehen planen, um eine nachhaltige Verbesserung der Krankenschwestern- und Hebammenausbildung in diesem Teil Ghanas zu gewährleisten.

IMG_0335

Petra und Rachida, die Ostern 2019 das erste Mal mit von der Partie waren, wollen den Aufenthalt nutzen, um die Partnerschaft der Carlo-Mierendorff-Schule mit einer der allgemeinbildenden Schulen vor Ort, der Mawuko Girls Senior High School, offiziell zu beschließen und als ersten Schritt im Gebäude ein modernes Computer-Lab einzuweihen. Außerdem sollen auch die anderen Schulen, die im letzten Frühjahr besucht worden waren, nicht leer ausgehen – auch sie erhalten jeweils ein größere Anzahl an Rechnern, die von HITA in Zusammenarbeit mit den hiesigen IT-Spezialisten installiert und vernetzt werden.

TMPW1027

Als drittes Vorhaben steht die Übergabe von gespendeten Schulutensilien, Computern und Krankenhausausstattung an die Bevölkerung des Adaklu-Districts an. HITA-Vorstandsvorsitzender Thomas war 2018 zum „Development Chief“ von Adaklu ernannt worden; nun haben wir uns mit dem traditionellen Oberhaupt des Gebietes, Togbe Lablulu, sowie einer Gruppe an einheimischen Entwicklungshelfern zusammengetan, um die nächsten Hilfsaktionen anzugehen.

>>> WEITER LESEN >>> VOLLSTÄNDIGER REISEBERICHT

IMG_2317

IMG_2934

IMG_3088

IMG_3187

Gemeinsam für Adaklu – Container Projekt II

Gemeinsam für Adaklu arbeiten – Übergabe von Schultaschen, Computerräumen und medizinischer Ausrüstung an die Menschen in Adaklu

HITA, unsere deutsche NGO, die sich im Gesundheits- und Bildungssektor Ghanas engagiert, die Chances Foundation, eine ghanaische NRO, die sich bei Gesundheits- und Bildungsmaßnahmen speziell in der Adaklu Region engagiert, und die Dreams Alive Foundation, ein dynamisches Team von Entwicklungshelfern, das im Adaklu-Distrikt tätig ist und auf die Registrierung als Stiftung wartet, haben sich zusammengeschlossen, um Kinder und Jugendliche in der gesamten Region zu stärken. Am Sonntag, dem 5. Januar 2020, hatten diese drei Organisationen die Ehre, in einer Feier in Adaklu-Waya, der Hauptstadt des Adaklu-Distrikts, eine Reihe sorgfältig ausgewählter Spenden an Togbe Lablulu zu überreichen.

Zunächst wurden 80 Schultaschen an ausgewählte Kinder (Mädchen) aus Waya und vier umliegenden Dörfern verteilt. Alle ausgewählten Kinder kommen aus einem gefährdeten Umfeld und sind dem Risiko eines unzureichenden Zugangs zur Schulbildung ausgesetzt, da ihre Familie nicht in der Lage ist, selbst die einfachste Ausrüstung zu bezahlen. Die Spende basiert auf einem Vorschlag der DreamsAlive Foundation, deren Arbeit auf der Prämisse beruht, dass die Stärkung von Mädchen und Frauen eines der wirksamsten Mittel ist, um die Entwicklung benachteiligter Gemeinschaften zu fördern. In der Tat besteht jetzt ein starker Konsens unter den Entwicklungsexperten, dass es der Weg zu einer schnelleren und selbsttragenden Entwicklung ist, Mädchen die gleichen Möglichkeiten wie Jungen zu geben, damit sie ihr Potenzial ausschöpfen können.

IMG-20200106-WA0002

55 Taschen (jede davon gefüllt mit Inhalt, einschließlich Farbstiften, einem Namensschild und einem Schulheft) wurden den Mädchen im Schulalter überreicht, die mit freundlicher Genehmigung von Togbe Lablulu aus Waya und den umliegenden Dörfern zum Veranstaltungsort transportiert wurden; die restlichen 25 Schultaschen werden in den kommenden Tagen vom Team von DreamsAlive in entlegenere Dörfer geliefert. Diese Aktivität profitiert von den fundierten Kenntnissen und Erfahrungen des DreamsAlive-Teams über die Bedürfnisse der am stärksten benachteiligten Bürger des Adaklu-Distrikts.

IMG-20200106-WA0000

Zweitens hat HITA zwei neue Computerräume an der Adaklu Senior High School in Waya und der Grundschule in Adaklu-Hasu eingerichtet. HITA hat eine umfangreiche Erfolgsbilanz bei der Einrichtung moderner Computerlabore in Bildungseinrichtungen in ganz Ghana, wobei der Schwerpunkt auf der Ausbildung von Krankenschwestern und Hebammen liegt. Diese Erfahrung wird in Adaklu genutzt, um mehr Schulkinder in die Lage zu versetzen, von den IT-basierten Lernmethoden zu profitieren, damit sie das Potenzial von Computer und Internet voll ausschöpfen können, um die Lernergebnisse zu verbessern und die Schüler auf die Jobs der Zukunft vorzubereiten.

IMG-20191201-WA0000 IMG-20191215-WA0004

Drittens wurde die EPC-Klinik in Waya, die derzeit ihren vollen Betrieb aufnimmt, mit einer Reihe von medizinischen Geräten ausgestattet, die von Gesundheitseinrichtungen in Deutschland gespendet wurden. Die Ausrüstung wird zu einer Verbesserung der Gesundheitsversorgung von Kindern und Erwachsenen in Waya und ganz Adaklu beitragen. Besonderer Wert wird darauf gelegt, dass die gespendeten Ausrüstungen auf die Bedürfnisse und Bedingungen der Zielgemeinde zugeschnitten sind, dass sie voll funktionsfähig sind und über viele Jahre hinweg gewartet werden. Dies ist eine der Möglichkeiten, mit denen sich HITA von vielen früheren, von den Gebern geleiteten Initiativen unterscheidet, die zwar gut gemeint waren, aber aufgrund zu geringer Überlegungen zu Erhaltung und Nachhaltigkeit auf lange Sicht keinen spürbaren Beitrag zur Entwicklung leisteten.

Alle Spenden stammen von Privatpersonen, Schulen, Gesundheitseinrichtungen und Unternehmen in Deutschland. Diese Spenden wurden im Laufe des vergangenen Jahres von der HITA gesammelt. Die Aktivitäten sind Teil eines längerfristigen Plans von HITA, der Chances Foundation und DreamsAlive, gemeinsam die Entwicklung im Adaklu-Distrikt zu fördern. Unter den Rednern der Veranstaltung waren Togbe Lablulu, Leiter des Adaklu-Distrikts; Richard Atiemo, Gesundheitskoordinator der EP-Kirche, Adaklu; Samuel K. Taylor, Schulleiter der Adaklu Senior High School; Jacob Ahiave von der DreamsAlive Foundation; Thomas Erkert und Karsten Gareis, Leiter bzw. Vorstandsmitglied von HITA. Als MC führte Herr Nananyaw Bediako durch das Programm.

Besonderer Dank galt Herrn Emmanuel Chance, dem Eigentümer und Manager des Chances-Hotels und Leiter der Chances-Stiftung, der aus gesundheitlichen Gründen nicht anwesend sein konnte. Ohne die tatkräftige Unterstützung von Herrn Chance wäre keine der Spenden möglich gewesen.

Weihnachtsgeschenke: HITA wird weitere Schulen ausstatten

HITA-Arbeitsreise nach Ho vom 27. Dezember 2019 bis zum 12. Januar 2020 – Wie in den letzten Jahren werden auch dieses Jahr Vereinsmitglieder nach Ho und in die Volta Region reisen, um dieses Mal dort insgesamt sieben Schulen mit Computer-Labs oder Netzwerken auszustatten. Unser zweiter Container mit hochwertigen technischen und medizinischen Geräten und Spendengütern wie beispielsweise 80 Schulrucksäcken ist momentan auf dem Schiffsweg nach Accra in Ghana. Die beiden Lehrerinnen Rachida Aouad und Petra Knott von der Frankfurter Carlo-Mierendorff-Schule, die HITA Vorstände Karsten Gareis, Daniel Gerlach und Thomas Erkert sowie unsere zwei IT-Techniker Christoph Welge und Leonhard Dittmann werden ihre Zeit und Urlaubstage spenden, um für den HITA e.V. und die Schüler und Lehrenden in Ghana tätig zu sein.

Unsere Tätigkeit zum Jahreswechsel wird diverse Schwerpunkte haben. So werden wir dieses Mal:

>>>    Ein weiteres Computer Lab an der School for Nursing and Midwifery (SONAM) an der University of Ho for Applied Sciences (UHAS) einrichten

>>>    Eine Kooperation zwischen der Carlo-Mierendorff-Schule in Frankfurt, HITA e.V. und der Mawuko Girls’ Senior High School unterzeichnen

>>>    Ein Computer Lab mit 40 Rechnern an der Mawuko Girls’ Senior High School einrichten

>>>    Spenden von Schülerinnen und Schülern der Carlo-Mierendorff Schule an die Springs School in Ho übergeben

>>>    Zwei weitere Computer Labs an der OLA Girls’ Senior High School und der Mawuli High School installieren

>>>    Benachteiligten Schülern in der Adaklu Gemeinde 80 Rucksäcke übergeben

>>>    Kleinere Schulen in Adaklu und HASU mit PCs ausstatten

>>>    Verschiedene Einrichtungen mit medizinisch-technischen Geräten, gesammelten Medikamenten und wichtigen Möbeln (Krankenhausbetten, Liegen, etc.) ausstatten

Sie können sich sicher vorstellen, dass es den Mitreisenden in den zwei Wochen kaum langweilig werden wird. Wir haben uns viel vorgenommen. Dies alles ist nur aufgrund Ihrer Unterstützung möglich! Wir hoffen, dass Sie uns auch in Zukunft weiterhin helfen, damit wir unsere Projekte umsetzen können. Auch freuen wir uns über dringend benötigte weitere Mitglieder und Förderer, über Sachspenden und Mitwirkung. Verfolgen Sie unsere Arbeit unter www.hita-ev.org, außerdem stellen wir Interviews und Audiopodcasts bei HITA Radio auf www.hearthis.at/hita-radio online. Vor der Abreise haben wir noch ein Gespräch mit Vorsitzendem Thomas Erkert aufgezeichnet, in dem er die genauen Abläufe der Reise erläutert, die Schulen vorstellt und auch ein größes Dankeschön an alle Unterstützer und Beteiligten richtet.

Wir wünschen Ihnen allen Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr 2020!

Der Vorstand von Healthcare Information Technology for Africa e.V.

Thomas Erkert, Daniel Schleßmann und Günther Michels

p6

Zwei Lehrerinnen auf dem Weg nach Ghana – Carlo Mierendorff to Mawuku

pr2

Die Lehrerinnen Petra Knott und Rachida Aouad von der Frankfurter Carlo-Mierendorff-Schule machen sich am 27. Dezember gemeinsam mit HITA wieder auf die Reise nach Ghana. Bei diesem zweiten Besuch wird mit der Mawuku Schule in der Volta Region der Kooperationsvertrag zwischen beiden Schulen unterschrieben. Während eines ersten Aufenthalts im April 2019 besuchten die zwei Lehrerinnen bereits mit HITA verschiedene Schule vor Ort, um eine Partnerinstitution auszuwählen. Dabei lernten sie Lehrer und Schüler, aber auch Land und Leute kennen, unterrichteten selbst, konnten gemeinsam mit den anderen Lehrkräften Ideen zu Projekten entwickeln und haben sich in das fantastische ghanaische Essen verliebt. Nach schwierigen und engen Abwägungen ging die Wahl für die Partnerschule schließlich an die Mawuku Girls’ Senior High School. Für 2020 ist ein Lehrer-Austausch geplant und Skype Stunden zwischen den Schülern in Ghana und Deutschland sollen entstehen. Der interkulturelle Austausch zwischen den Schülern unterstützt die politische und sozialwissenschaftliche Bildung, aber auch Geographie, Geschichte und vor allem die direkte praktische Nutzung der englischen Sprache. Gleichzeitig lernen die Schüler die Kultur und Gesellschaft des jeweils anderen kennen und üben sich in Kommunikation.

p8

Vor zwei Jahren startete das Projekt mit Vorträgen von HITA Vorsitzendem Thomas Erkert in den Schulklassen. Die Schüler waren sogleich motiviert, hatten kreative Mitmach-Ideen und gestalteten bisher verschiedene eigene Spendenprojekte und Aktionstage. Momentan ist wieder eine Spende an Spielsachen für ghanaische Schüler in dem zweiten HITA Container nach Accra unterwegs, es konnte aber auch mit Flohmärkten und Kuchenverkäufen Geld gesammelt werden.

p3

Damit die Schüler in Ghana mit den Schülern in Frankfurt kommunizieren können, dazu legt HITA die Grundsteine. Unsere NGO installiert die Voraussetzungen für die Nutzung der neuen technischen Möglichkeiten, baut Computer Labs und Internet- oder Intranet-Verbindungen auf. In jeweils einem Interview erzählen Petra Knott und Rachida Aouad von ihren ersten Erfahrungen in Ghana, den Projekten und den anstehenden Planungen für die kommende Reise.

a1

The students of the Carlo-Mierendorff-Schule collected money for the students in Ghana by selling flea markets on Acton Day this year.

p5

Rachida Aouad und Petra Knott bei ihren Schulbesuchen im April 2019.

a2

Die Jungs haben sich quasi für das Projekt “geopfert”. Für einen kleinen Preis konnte man sich Wasserbomben kaufen und auf die tapferen Zielscheiben werfen.

p7

Die Frankfurter Lehrerinnen brachten den Schülerinnen in Ghana was bei, als Dankeschön brachten die Schülerinnen dann Rachida und Petra einen ghanaischen Tanz bei.

a3

An einem der Aktionstage wurde von den Schülern für den Kuchstand sogar eine “Ghana-Torte” mit Glasur in Fahnen-Farben fabriziert.

HITA erhält Auszeichnung gemeinsam mit Carlo-Mierendorff-Schule

DSC_0022

Preisverleihung Hessische Umweltschule – Am 22. Oktober fand in Großkrotzenburg die Auszeichnungsveranstaltung für die Schulen statt, denen für die Schuljahre 2017/18 und 2018/19 der Titel „Hessische Umweltschulen“ verliehen wurde. Das gemeinsame Projekt der Carlo-Mierendorff-Schule (CMS) aus Frankfurt mit HITA hat dabei einen Preis erzielt, der von Frau Staatssekretärin Beatrix Tappeser vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUKLV) und von Herrn Ministerialdirigent Jörg Meyer-Scholten vom Hessischen Kulturministerium (HKM) an Vertreter der CMS und HITA vergeben wurde. Die Lehrerinnen und HITA-Mitglieder Petra Knott und Rachida Aouad waren als Projektkoordinatoren der Carlo-Mierendorff-Schule mit zwei Schülern aus der sechsten Stufe vor Ort, außerdem Daniel Gerlach als Vertreter von HITA. Mit Freude und Stolz auf die vollbrachte und geehrte gemeinschaftliche Arbeit konnten die fünf den Preis entgegen nehmen. Zudem informierte das Team mit einem Stand und drei Plakatwänden weitere interessierte Besucher.

DSC_0016

DSC_0009

DSC_0010

DSC_0020