Unterstützen Sie unsere Arbeit durch HITA Weihnachtsgeschenke & HITA Kalender

Dezember 20, 2020 in Allgemein, Projekte, Verein von guenther_michels

Liebe Vereinsmitglieder, Freunde und Interessierte,

 

ein ungewöhnliches Jahr liegt hinter uns allen – in Deutschland und in der ganzen Welt. Die Corona-Pandemie hat alle Planungen auf den Kopf gestellt, ob im privaten oder beruflichen Umfeld, oder auch bei HITA e.V. Unsere Arbeitsreise zum vergangenen Jahreswechsel war die einzige Chance, vor Ort mit unseren Partnern in der Volta-Region (Ghana) gemeinsam an unseren Zielen zu arbeiten. Neben der Einrichtung mehrerer Computer-Arbeitsräume, sogenannter Computer-Labs, konnten wir vor Ort in der Stadt Ho eine Schulpartnerschaft initiieren, sowie Direkthilfe in Form von Klinikausstattung und Verteilung von Schulranzen an Schülerinnen aus bedürftigen Familien ermöglichen.

 

Ebenfalls um die vergangene Jahreswende herum konnten wir eine Video-Konferenz aus dem ghanaischen Hinterland mit einer Hochschule in Deutschland organisieren: ein Konzept, das vielversprechend ist und das HITA e.V. in der kommenden Zeit intensivieren möchte. Der Austausch zwischen Lernenden, Lehrenden und Experten aus unterschiedlichen Teilen der Welt sowie die gemeinsame Arbeit an Projekten zur Nutzung moderner Kommunikations- und IT-Möglichkeiten zur nachhaltigen Verbesserung der Gesundheitsversorgung in ländlichen Gebieten Sub-Sahara Afrikas.

 

Die Auswirkungen von Covid-19 in Ghana beschränken sich bislang vor allem auf das öffentliche und gesellschaftliche Leben. Neben der Verbreitung von Falschinformationen und teilweise widersprüchlichen Anweisungen der Regierung, die zu einer allgemeinen Verunsicherung geführt haben, leidet die Bevölkerung momentan an der explodierenden Arbeitslosigkeit sowie einem Anstieg der Preise für Güter des täglichen Bedarfs, darunter auch Hygiene-Artikel. So hat HITA e.V. in einer der zahlreichen Videokonferenzen mit den Partnern in Ghana berichtet bekommen, dass sich viele junge Frauen Artikel für die Monatshygiene nicht mehr leisten können. Schülerinnen der HITA-Partnerschule “Mawuko Girls Senior High School” sind dadurch besonders während ihrer Periode in ihrer Freiheit eingeschränkt. HITA-Mitglieder haben durch privat versendete Hygiene-Pakete eine kleine Direkthilfe für diese Schülerinnen geleistet. Zur Freude der Spenderinnen und Spender sind die Pakete schnell und unversehrt in Ghana angekommen. Mehr Informationen zu der Covid-19-Lage in Ghana finden Sie auf unserer Homepage www.hita-ev.org .

 

Corona-bedingt, aber auch durch persönliche Herausforderungen in Kreisen der aktiven HITA-Mitglieder, konnten in diesem Jahr nicht so viele Aktivitäten und Initiativen angegangen werden, wie ursprünglich geplant war. Um so wichtiger ist die Zuversicht, im Laufe des kommenden Jahres wieder größere, langfristige und nachhaltige Aktionen ins Auge fassen zu können.

 

Der HITA-Vorstand freut sich auf Ihre Mitarbeit. Egal, ob im Bereich des Projektmanagements, der Kommunikation oder der Suche nach weiteren Fördermöglichkeiten – jeder kann sich aktiv engagieren.

 

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HITA-Kalender 2021
Hier finden Sie einen Jahreskalender für das Jahr 2021. Auf diesem sind sowohl die deutschen Feiertage, als auch die ghanaischen Feiertage zu finden. Sollte Ihnen ein Ausdruck vom heimischen Drucker nicht ausreichen, so besteht die Möglichkeit, sich einen oder mehrere große stabile Exemplare des Kalender nach Hause zu bestellen: Zu den Kosten von ca. 6 € für den Versand kommen 2 € pro Kalenderexemplar dazu. Eine Sendung mit Kalendern (im Format DinA 1) schicken wir Ihnen gerne gegen eine Aufwandsentschädigung von 16 € zu. Bitte wenden Sie sich hierfür an Daniel Gerlach (daniel.gerlach@hita-ev.org). Der Versand kurzfristiger Anfragen erfolgt bis 28.12., so dass die Kalender aller Voraussicht nach bis zum Jahreswechsel bei Ihnen eintreffen werden.

 

HITA-Weihnachtsgeschenke
Sind Sie noch auf der Suche nach einem sinnvollen Weihnachtsgeschenk? Verschenken Sie Ihren Liebsten Sinnvolles gemeinsam mit HITA e.V. Egal, ob eine Spende für ein Hygiene-Paket an unsere Partnerschule, eine Spende für die Ausstattung eines IT-Arbeitsplatzes an einer Partnerschule in Afrika oder eine HITA-Mitgliedschaft könnt Ihr/ können Sie – und das auch noch “last minute” – mehrfach Freude schenken. Nutzen Sie die Möglichkeiten, die im Anhang dieser Email zusammengestellt sind. Melden Sie sich bei zum 23.12. bei HITA e.V. und Sie erhalten Ihre Urkunde bis zum 24.12. per Email zugestellt! – IT-Paket  -  Hygiene-Paket  -  Mitgliedschaft

 

…und auch, wenn Sie anderswo Geschenke kaufen, können Sie HITA e.V. unterstützen. Wannimmer Sie eine Bestellung bei Amazon tätigen, können Sie HITA e.V. eine Unterstützung in Höhe von 0,5% Ihres Umsatzes zukommen lassen – ganz einfach und für Sie kostenlos über das Programm “AmazonSmiles” und Auswahl von “Healthcare IT for Africa e.V.” als Adressat der Spende. Anleitung siehe hier:https://www.hita-ev.org/?page_id=4440

 

Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien frohe Festtage und ein gutes Jahr 2021. Bleiben Sie gesund und zuversichtlich.

 

Ihr HITA e.V. Vorstand.
Thomas Erkert, Daniel Schleßmann, Günther Michels, Karsten Gareis, Daniel Gerlach

 

Nur gemeinsam können wir es schaffen!

 

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Healthcare IT for Africae.V.
c/o iDiaZ GmbH
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Interview mit Professorin Kirstin Kohler – Hochschule Mannheim / inno.space

Juli 22, 2020 in HITA Radio, Partner, Projekte von guenther_michels

Co-Innovation von Studierenden der Hochschule Mannheim mit der Non-Profit-Organisation HITA e.V. im Kontext Digital Health – Eine Win-Win-Situation für die Beteiligten

Digitale Innovation wird häufig von technischen Fragestellungen getrieben. Dies spiegelt sich auch in den Curricula der entsprechenden Studiengänge wie Informatik oder Nachrichtentechnik. Doch die Entwicklungen der letzten Jahre haben deutlich gezeigt, dass Softwaresysteme große Auswirkungen auf gesellschaftliche Veränderungen haben können und ihre Gestaltung im soziokulturellen Kontext betrachtet werden muss, um deren nachhaltige Bedeutung abschätzen zu können. Man beachte bspw. die Wirkung von sozialen Medien oder die jüngsten Diskussionen zur Verwendung einer Corona App als prominente Vertreterin digitaler Innovationen. Hochschulen müssen sich also Lehrkonzepte überlegen, die die Studierenden für ihre soziale Verantwortung sensibilisieren und sie befähigen, Technikgestaltung von einer sozialen, gesellschaftlichen bzw. menschzentrierten Perspektive aus zu betreiben. Denn erfolgreiche digitale Innovation kann nur entstehen, wenn Nutzerzentriertheit und technischer Fortschritt im Einklang stehen und im kulturellen Kontext eingebunden sind.

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Im Kurs User Centered Innovation haben 8 Studierende des Masterstudiengangs Software Engineering der Hochschule Mannheim in Zusammenarbeit mit HITA e.V. gezeigt, wie es gelingen kann, gemeinsam einen Mehrwert für eine gemeinnützige Institution zu schaffen und gleichzeitig die oben beschriebenen Kompetenzen im Rahmen eines Kurses zu entwickeln. HITA e.V. ist eine gemeinnützig tätige Nichtregierungsorganisation, deren Vision es ist, mithilfe von eHealth- und mHealth-Technologien zur Optimierung von Gesundheitssystemen in Afrika beizutragen. Während des projektbasierten Kurses haben die Studierenden über einen Zeitraum von 15 Wochen eine Lösung zu einer Herausforderung aus dem Alltag der HITA erarbeitet. Gleich zu Beginn des Projektes hat HITA die Studierenden mit folgender Frage konfrontiert: „Wie kann durch digitale Innovation das klinische Management und die Organisation einer lokalen Gemeindeklinik in Ghana unterstützt werden?“ Motiviert war diese Fragestellung durch die Erfahrungen der beiden HITA-Vertreter Thomas Erkert und Daniel Gerlach, die durch ihre ehrenamtliche Arbeit über umfassendes Hintergrundwissen zum ghanaischen Gesundheitssystem verfügen.

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Die Hochschule verfolgt einen Ansatz der nutzerzentrierten Innovation, in dem Kreativmethoden, Prototyping und Nutzerinterviews angewendet werden, zum Beispiel nach der Design Thinking-Methodik. Dabei arbeiten die Studierenden mit sogenannten „Assignments“. Dies sind wöchentliche Aufgabenstellungen, mit denen die Studierenden schrittweise Methoden erlernen, um die komplexe Fragestellung zu bearbeiten, die an sie herangetragen wird. Die Fragestellung führt zunächst bei den Studierenden zu einer Unsicherheit, da sie wesentlich offener ist als die Fragestellungen anderer Kursformate. Die damit einhergehenden Freiheitsgrade des Lösungsraums sind ungewohnt und überfordern zunächst. Unter methodischer Anleitung der betreuenden Lehrkraft fand in den ersten Wochen die Exploration des Problemraums durch die Studierenden statt. Dazu gehörte es, Besonderheiten und Abläufe des ghanaischen Gesundheitssystems zu erkunden und die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen des Landes zu verstehen. Dies hat den Studierenden die großen Unterschiede in Bezug auf Hygiene, Bettenkapazitäten, Behandlungsmethoden, Abläufe und Einrichtung der medizinischen Zentren im Vergleich zum eigenen Gesundheitssystem verdeutlicht. Basierend auf diesen Einsichten wurden verschiedene Personas erstellt, die die Erkenntnisse zur Zielgruppe und ihren täglichen Herausforderungen dokumentieren (in diesem Fall wurden Hebamme, Krankenschwester und Patient betrachtet). Das Beispiel der Krankenschwester ist in der Abbildung unten dargestellt.

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Mit Blick auf die Zielgruppen waren die Studierenden dann gefordert, aufbauend auf ihrer umfassenden Kenntnis digitaler Technologie verschiedene Lösungen zu erdenken und diese grob zu skizzieren. Die Arbeit fand in Kleingruppen statt und hat zunächst zu mehr als 40 verschiedenen Ideen geführt. Aus diesen haben die Studierenden fünf Ideen zu sogenannten Low-Fidelity Prototypen weiterentwickelt. Dabei handelt es sich um Vorstufen des Produktes, die aus einfachen Materialen wie Papier und Pappe in kurzer Zeit erstellt werden. Die Ideen werden also zunächst nicht in Code umgesetzt, sondern in Konzeptrepräsentationen, die lediglich der Kommunikation und Diskussion dienen. Aus den sehr unterschiedlichen Konzeptideen wurden im Dialog mit den HITA-Vertretern die zwei vielversprechendsten ausgewählt. In den folgenden Wochen haben die Studierenden diese durch mehrere Iterationen zu clickbaren Demonstratoren auf dem Zielgerät ausgearbeitet. Es kamen wiederholte Methoden zum Einsatz, die die Güte der Ausarbeitung von verschiedenen Perspektiven aus beleuchteten (bspw. User Experience, Machbarkeit, Kosten).

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Während des gesamten Kurses standen die HITA-Experten mit viel Einsatzbereitschaft im Dialog mit den Studierenden, um Fragen zu Ghana zu beantworten oder Rückmeldung zu den Konzeptideen zu geben. Die Studierenden konnten durch die intensive Beschäftigung mit dem ghanaischen Kontext erleben, wie eng der Einsatz einer Anwendung im konkreten Kontext mit deren Ausgestaltung und Implementierung verwoben ist. Das Highlight des Kurses war ein geführter Nutzertest mit dem ghanaischen Krankenhaus, in dem die Studierenden im Rahmen einer einstündigen Videokonferenz die Chance hatten, verschiedene Vertreter einer Klinik in Ghana durch ihre digitale Lösung zu führen, um deren Akzeptanz zu erkunden und Bedenken entgegenzunehmen. Dies war vor allem deshalb möglich, weil die HITA-Vertreter im Rahmen ihrer Reise nach Ghana die Videokonferenz vor Ort organisieren konnten. Zum Stolz aller Beteiligten waren die Rückmeldungen der potentiellen Nutzer überaus positiv und gaben ergänzende, wertvolle Impulse. Den offiziellen Abschluss des Projektes bildete schließlich eine umfassende Präsentation des Gesamtergebnisses durch die Studierenden vor Thomas Erkert und Daniel Gerlach von HITA e.V. auf dem Hochschul-Campus.

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Die Kooperation mit der HITA e.V. war aus Sicht der betreuenden Professorin ein großer Gewinn für die Lehre. Sie hat den Studierenden ein Lernerlebnis ermöglicht, in dem sie die Folgen ihrer Technikentscheidungen in einem gesellschaftlichen Kontext reflektieren mussten. Auf diese Weise konnten die Studierenden sich ihrer Verantwortung, aber auch ihrer kreativen Möglichkeiten, bewusst werden. Gleichzeitig wurden sie für die Gegebenheiten einer anderen Kultur und Gesellschaft sensibilisiert, die von weit mehr Einschränkungen geprägt ist als die eigene Lebenswirklichkeit.

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Der Kurs fand im inno.space (https://inno-space.de) statt, dem Kreativ- und Makerspace der Hochschule Mannheim, die Teil des weltweiten Design Factory Global Netzwerkes (https://dfgn.org) ist. Dort arbeiten Studierende nach dem Prinzip des Action-Based-Learnings in kreativer Lernumgebung ausschließlich an realen Fragestellungen. Im Gegensatz zur Kooperation mit HITA e.V. beschäftigen sich viele weitere inno.space-Projekte mit Herausforderungen von Firmen und sind damit stark von wirtschaftlichen Interessen geprägt. Durch die Zusammenarbeit mit einem Non-Profit-Unternehmen wie HITA e.V. gelingt es, die Nachhaltigkeit und das Allgemeinwohl stärker in den Fokus eines Kurses zu rücken. Eine Aufgabe, die die Hochschulen, als Einrichtungen mit gesellschaftlicher Verantwortung, zunehmend wahrnehmen. Alles in allem war das Projekt eine glückliche Win-Win-Situation, wie sie sich nur selten ergibt und aus Sicht der Hochschule Mannheim hoffentlich eine Wiederholung findet.

In einem aufschlussreichen Interview berichtet Professorin Kirstin Kohler von der Entstehung und Entwicklung des Projektes. Mit im Gespräch ist außerdem Daniel Gerlach von HITA:

Hochschule Mannheim

Prof. Kirstin Kohler - Koordinatorin inno.space – Design Factory Mannheim – Professur für User Experience Design

Email: k.kohler@hs-mannheim.de  -   Webseite: www.inno-space.de

Health Care Information Technologies for Africa e.V. (HITA e.V.)

Thomas ErkertVereinsvorsitzender von HITA e.V. – thomas.erkert@hita-ev.org

Daniel Gerlach – Experte im Vorstand von HITA e.V. – daniel.gerlach@hita-ev.org

Podcast zum Projekt: https://hearthis.at/hita-radio/erkert-gerlach-15-06-2020/

Artikel zur Videokonferenz: https://www.hita-ev.org/?p=4149

Videokonferenz zwischen Ghana und der Hochschule Mannheim

Juni 18, 2020 in Ghana, Institutionen, Partner, Projekte von guenther_michels

Videokonferenz im ghanaischen Hinterland – ein transkontinentaler Austausch zwischen Experten

Schotterpisten, Buschbrände und sengende Sonne. Es ist ein brennend heißer Tag. Der Pick-Up verlässt knarzend die asphaltierte Straße aus Ho in Richtung Adaklu Waya. Ho, das ist die Regional-Hauptstadt der Voltaregion im Südosten von Ghana, nicht weit von der Grenze zu Togo entfernt. Die Voltaregion ist eine der ärmsten Gegenden in Ghana. Viele Menschen leben weit verstreut in kleinen Dörfern oder Siedlungen. Zu einem dieser Dörfer fährt der Pick-Up. Der Fahrer weicht gekonnt Felsbrocken und Schlaglöchern aus. Es ist wackelig. Die Fahrt ist zügig. Die Fenster sind zu, weil es sonst zu viel Staub und Dreck in das Auto wehen würde. Am Straßenrand sehen die Mitfahrer verbrannte Erde, Viehtreiben und Menschen, die in Kanistern Wasser aus einem Loch neben der staubigen Piste nach Hause tragen. Hier in der Volta-Region engagiert sich HITA e.V. für die Verbesserung der medizinischen Versorgung. Und ein HITA-Team ist an Bord des Pick-Ups. Thomas Erkert und Daniel Gerlach, beide im Vereinsvorstand von HITA e.V., überprüfen noch einmal die Technik. Petra Knott, früher Krankenschwester, heute Lehrerin, bereitet eine Check-Liste vor. „Wir hatten Zweifel, ob das alles so funktionieren würde, wie wir es in Deutschland vereinbart hatten!“, erinnert sich Daniel Gerlach, der für die technische Ausstattung verantwortlich war.

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Abbildung 1: E.P.C. Clinic in Adaklu Waya, Volta Region, Ghana

Nach rund einer Stunde ist die Ruckelei vorbei. Der Pick-Up biegt auf den Parkplatz vor einem modernen Gebäude ab, eine kleine Klinik für die medizinische Erstversorgung (Abbildung 1). Hauptsächlich sind es Malaria, Infektionen oder Wunden, die hier behandelt werden. Auch Kinder erblicken hier das Licht der Welt. Hinter den Türen ändert sich das Bild. Staubige Waschbecken ohne fließend Wasser, Patientenzimmer ohne Betten, Schaumstoffmatratzen auf dem Boden oder einem Holzpodest. Beim Bau des Gebäudes wurde, so der Eindruck der Experten aus Deutschland, die Einrichtung nicht berücksichtigt (Abbildung 2 und 3).

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Abbildung 2: In der E.P.C. Clinic Adaklu Waya fehlt es an Ausrüstung. Das Gebäude wurde durch eine Privatinitiative finanziert

Das HITA-Team geht vorbei am Operationssaal, oder dem, was so genannt wird. An eine Operation ist unter diesen Umständen nicht zu denken. Am Ende des Ganges ist der Empfang, davor ein Wartebereich. Hier werden die Experten aus Deutschland herzlich empfangen. Thomas Erkert, Petra Knott und Daniel Gerlach bringen langjährige Erfahrung aus dem Gesundheitsbereich mit. Togbe Lablulu freut sich über das Wiedersehen: „Ihr habt versprochen, dass ihr wiederkommt und ihr habt Euer Versprechen gehalten!“. Ein Togbe ist als Stammesführer mit einem Bürgermeister in Deutschland vergleichbar. Neben ihm ist ein Team aus Hebammen, Krankenpflegerinnen und -pflegern, sowie ein Vertreter des Klinikbetreibers anwesend. Die Spannung steigt.

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Abbildung 3: In der E.P.C. Clinic Adaklu Waya fehlt es an Ausrüstung. Das Gebäude wurde durch eine Privatinitiative finanziert

Schnell wird noch ein Banner von HITA e.V. aufgestellt und dann geht es los. Daniel Gerlach baut einen Laptop mit Webcam auf dem Empfangstresen auf. Daneben kommt ein Mobiltelefon für die Datenverbindung. Ein Klick, um den Videoanruf zu starten. Und es klingelt. Plötzlich Stimmen und Bilder aus Mannheim. Die Verbindung steht. Die Qualität ist gut. Die Studierenden aus Mannheim freuen sich auf der einen Seite der Leitung. Das medizinische Personal am anderen Ende der Leitung ist gespannt: die Studentinnen und Studenten der Hochschule Mannheim präsentieren den Prototypen einer App zur Dokumentation von Krankheitsverläufen in strukturschwachen Gegenden (Abbildung 4).

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Abbildung 4: HITA e.V. ermöglicht eine Videokonferenz zwischen der Hochschule Mannheim und medizinischem Personal aus Ghana

Diese App ist im Rahmen eines Design Thinking-Kurses entstanden. Design Thinking ist eine Methode zur Entwicklung von Systemen und Lösungen, bei denen die Nutzer, also hier Patienten und medizinisches Personal, im Mittelpunkt stehen. Die Krankenpflegerinnen und -pfleger in Ghana geben konstruktives Feedback und überlegen sich einen möglichen Einsatz der vorgestellten App in ihrem Klinikalltag. Der Klinikmanager bewertet die Ideen aus Deutschland als vielversprechend und würde sich über eine weitere Zusammenarbeit freuen. Die als Rückfalloption mitgebrachten Ausdrucke der vorbereiteten Präsentation kommen nicht zum Einsatz. Das Mobilfunknetz ist in Adaklu Waya ausreichend stark, um die Datenverbindung zu ermöglichen. Nach einer guten Stunde des Austausches folgt man, wie in Ghana üblich, dem Protokoll und Togbe Lablulu bedankt sich bei allen Beteiligten für die inspirierenden Einblicke und die Möglichkeit, in dieser besonderen Art mit jungen Menschen kontinentübergreifend zusammen zu arbeiten.

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Abbildung 5: Neben Krankenpflegern und Hebammen ist auch der Geschäftsführer der Klinikkette und der Togbe (Stammesführer) vor Ort

Geschafft! Es hat alles geklappt! Die Anspannung verfliegt und es wird noch ein wenig „geschwätzt“ (Abbildung 5). Daniel Gerlach baut die provisorische Videotelefonie-Anlage wieder ab. Petra Knott und Thomas Erkert richten gemeinsam mit dem Klinikpersonal noch zwei Patientenzimmer ein. In der Zwischenzeit hat eine Reinigungskraft den gröbsten Schmutz beseitigt. Moderne Patientenliegen, Betten und Möbel, die HITA e.V. als Spende eines Krankenhauses in Deutschland per Schiffs-Container nach Ghana gebracht hat, werden überprüft und dem Klinikpersonal erklärt: „Neben Sauberkeit und Hygiene ist es essentiell, dass die Möbel so aufgestellt werden, dass man die Patientinnen und Patienten von jeder Seite aus erreichen kann“, ist nur eine der vielen Hilfestellungen, die Petra Knott und Thomas Erkert mit dem Personal aus Ghana diskutieren (Abbildung 6 und 7).

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Abbildung 6: Das HITA-Team erklärt die Handhabung von medizinischer Ausrüstung und unterstützt bei der Einrichtung der Klinik

Um viele neue motivierende Eindrücke reicher, steigt das HITA-Team einige Stunden später wieder in den Pick-Up. Unterwegs fahren Arbeiter, Bauern und Schüler ein Stückchen mit. Sie steigen geschwind auf die Pritsche und klopfen an die hintere Scheibe, wenn sie wieder absteigen möchten, um den Weg zu ihrem Zuhause zu Fuß durch den Busch zu beenden. In der Dämmerung erreicht der Pick-Up wieder die Stadt Ho. Die Zusammenarbeit geht auch nach der Rückkehr der HITA-Experten nach Deutschland weiter. Aus dem Prototypen der App soll eine einsetzbare marktreife Lösung entwickelt werden. Das Pflegepersonal, der Klinikmanager und Togbe Lablulu sind gespannt auf das Ergebnis.

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Abbildung 7: Das HITA-Team erklärt die Handhabung von medizinischer Ausrüstung und unterstützt bei der Einrichtung der Klinik

Am 15. Juni haben wir ein Podcast mit weiteren aktuellen Informationen zu diesem Projekt auf unserer Audio-Plattform HITA Radio online gestellt. Die beiden HITA Vorstände Thomas Erkert und Daniel Gerlach berichten in einem aufschlussreichen Interview über die Entstehung des Projekt, der aktuellen Entwicklung der App und von der Video-Konferenz, die sie Anfang des Jahres während ihres Ghana-Besuchs gemeinsam mit Experten vor Ort und mit den Studenten in Mannheim geführt haben.

Über HITA e.V.:

Healthcare IT for Africa e.V. (HITA e.V., www.hita-ev.org) ist eine gemeinnützige Nichtregierungsorganisation. HITA e.V. ist ein Zusammenschluss von Experten und Expertinnen aus den Bereichen Bildung, Entwicklungszusammenarbeit, Gesundheitswesen, Betriebswirtschaft, Management und Informationstechnologien, die sich alle ehrenamtlich engagieren. HITA e.V. realisiert seit 2009 Bildungsprojekte für Berufsschulen, sowie Telemedizin- und Infrastrukturprojekte für den Gesundheitsbereich. Der Fokus liegt aktuell auf den ländlichen Gebieten Ghanas. Als gemeinnützig tätige Nichtregierungsorganisation ist es die Vision von HITA e.V., mithilfe von eHealth- und mHealth-Technologien zur Optimierung der beruflichen Bildung des nichtärztlichen Personals beizutragen. Das sind Formen des Lernens, bei denen elektronische oder digitale Medien für die Präsentation und Distribution von Lernmaterialien verwendet werden und die Möglichkeit besteht, portable Endgeräte, z.B. Smartphones oder Tablets, einzusetzen. Das Ziel von HITA e.V. ist die nachhaltige Verbesserung der Gesundheitsversorgung in ländlichen Gebieten Afrikas.

Artikel als PDF zum Download: HITA Videokonferenz

Arbeitsreise nach Ho – Report

März 12, 2020 in Ghana, Projekte von guenther_michels

REISEBERICHT VON KARSTEN GAREIS: Die diesmalige HITA-Delegation reiste in zwei Wellen an: Thomas (HITA-Vorstandsvorsitzender) und Daniel (seit jüngstem Mitglied des HITA-Vorstands) reisten mit den beiden Lehrerinnen der Frankfurter Carlo-Mierendorff-Schule, Petra und Rachida, schon am 27. Dezember an. Karsten (auch Mitglied des HITA-Vorstands) und die beiden Techniker Leonhard und Johannes folgen am 1. Januar nach.

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Hauptziel der Reise ist die Überprüfung und – wo notwendig – Instandsetzung der eLearning-Infrastruktur, die HITA seit 2018 zusammen mit den Partnern vor Ort an der School of Nursing and Midwifery (SONAM), Teil der University of Health and Applied Sciences (UHAS), in Ho (Volta Region) betreibt. Zudem soll die Zahl der Computerplätze in den eLearning-Labs dieser Ausbildungseinrichtung für Krankenschwestern und Hebammen weiter ausgebaut werden. In Gesprächen mit dem Lehrpersonal und der Projektleitung muss außerdem ermittelt werden, welche Erfahrungen mit der Integration von eLearning und mLearning im Ausbildungsalltag gesammelt wurden. Auf der Basis der Ergebnisse wollen Thomas, Daniel und Karsten mit den Partnerinstitutionen in Ho das weitere Vorgehen planen, um eine nachhaltige Verbesserung der Krankenschwestern- und Hebammenausbildung in diesem Teil Ghanas zu gewährleisten.

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Petra und Rachida, die Ostern 2019 das erste Mal mit von der Partie waren, wollen den Aufenthalt nutzen, um die Partnerschaft der Carlo-Mierendorff-Schule mit einer der allgemeinbildenden Schulen vor Ort, der Mawuko Girls Senior High School, offiziell zu beschließen und als ersten Schritt im Gebäude ein modernes Computer-Lab einzuweihen. Außerdem sollen auch die anderen Schulen, die im letzten Frühjahr besucht worden waren, nicht leer ausgehen – auch sie erhalten jeweils ein größere Anzahl an Rechnern, die von HITA in Zusammenarbeit mit den hiesigen IT-Spezialisten installiert und vernetzt werden.

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Als drittes Vorhaben steht die Übergabe von gespendeten Schulutensilien, Computern und Krankenhausausstattung an die Bevölkerung des Adaklu-Districts an. HITA-Vorstandsvorsitzender Thomas war 2018 zum „Development Chief“ von Adaklu ernannt worden; nun haben wir uns mit dem traditionellen Oberhaupt des Gebietes, Togbe Lablulu, sowie einer Gruppe an einheimischen Entwicklungshelfern zusammengetan, um die nächsten Hilfsaktionen anzugehen.

>>> WEITER LESEN >>> VOLLSTÄNDIGER REISEBERICHT

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Gemeinsam für Adaklu – Container Projekt II

Januar 28, 2020 in Ghana, Projekte von guenther_michels

Gemeinsam für Adaklu arbeiten – Übergabe von Schultaschen, Computerräumen und medizinischer Ausrüstung an die Menschen in Adaklu

HITA, unsere deutsche NGO, die sich im Gesundheits- und Bildungssektor Ghanas engagiert, die Chances Foundation, eine ghanaische NRO, die sich bei Gesundheits- und Bildungsmaßnahmen speziell in der Adaklu Region engagiert, und die Dreams Alive Foundation, ein dynamisches Team von Entwicklungshelfern, das im Adaklu-Distrikt tätig ist und auf die Registrierung als Stiftung wartet, haben sich zusammengeschlossen, um Kinder und Jugendliche in der gesamten Region zu stärken. Am Sonntag, dem 5. Januar 2020, hatten diese drei Organisationen die Ehre, in einer Feier in Adaklu-Waya, der Hauptstadt des Adaklu-Distrikts, eine Reihe sorgfältig ausgewählter Spenden an Togbe Lablulu zu überreichen.

Zunächst wurden 80 Schultaschen an ausgewählte Kinder (Mädchen) aus Waya und vier umliegenden Dörfern verteilt. Alle ausgewählten Kinder kommen aus einem gefährdeten Umfeld und sind dem Risiko eines unzureichenden Zugangs zur Schulbildung ausgesetzt, da ihre Familie nicht in der Lage ist, selbst die einfachste Ausrüstung zu bezahlen. Die Spende basiert auf einem Vorschlag der DreamsAlive Foundation, deren Arbeit auf der Prämisse beruht, dass die Stärkung von Mädchen und Frauen eines der wirksamsten Mittel ist, um die Entwicklung benachteiligter Gemeinschaften zu fördern. In der Tat besteht jetzt ein starker Konsens unter den Entwicklungsexperten, dass es der Weg zu einer schnelleren und selbsttragenden Entwicklung ist, Mädchen die gleichen Möglichkeiten wie Jungen zu geben, damit sie ihr Potenzial ausschöpfen können.

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55 Taschen (jede davon gefüllt mit Inhalt, einschließlich Farbstiften, einem Namensschild und einem Schulheft) wurden den Mädchen im Schulalter überreicht, die mit freundlicher Genehmigung von Togbe Lablulu aus Waya und den umliegenden Dörfern zum Veranstaltungsort transportiert wurden; die restlichen 25 Schultaschen werden in den kommenden Tagen vom Team von DreamsAlive in entlegenere Dörfer geliefert. Diese Aktivität profitiert von den fundierten Kenntnissen und Erfahrungen des DreamsAlive-Teams über die Bedürfnisse der am stärksten benachteiligten Bürger des Adaklu-Distrikts.

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Zweitens hat HITA zwei neue Computerräume an der Adaklu Senior High School in Waya und der Grundschule in Adaklu-Hasu eingerichtet. HITA hat eine umfangreiche Erfolgsbilanz bei der Einrichtung moderner Computerlabore in Bildungseinrichtungen in ganz Ghana, wobei der Schwerpunkt auf der Ausbildung von Krankenschwestern und Hebammen liegt. Diese Erfahrung wird in Adaklu genutzt, um mehr Schulkinder in die Lage zu versetzen, von den IT-basierten Lernmethoden zu profitieren, damit sie das Potenzial von Computer und Internet voll ausschöpfen können, um die Lernergebnisse zu verbessern und die Schüler auf die Jobs der Zukunft vorzubereiten.

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Drittens wurde die EPC-Klinik in Waya, die derzeit ihren vollen Betrieb aufnimmt, mit einer Reihe von medizinischen Geräten ausgestattet, die von Gesundheitseinrichtungen in Deutschland gespendet wurden. Die Ausrüstung wird zu einer Verbesserung der Gesundheitsversorgung von Kindern und Erwachsenen in Waya und ganz Adaklu beitragen. Besonderer Wert wird darauf gelegt, dass die gespendeten Ausrüstungen auf die Bedürfnisse und Bedingungen der Zielgemeinde zugeschnitten sind, dass sie voll funktionsfähig sind und über viele Jahre hinweg gewartet werden. Dies ist eine der Möglichkeiten, mit denen sich HITA von vielen früheren, von den Gebern geleiteten Initiativen unterscheidet, die zwar gut gemeint waren, aber aufgrund zu geringer Überlegungen zu Erhaltung und Nachhaltigkeit auf lange Sicht keinen spürbaren Beitrag zur Entwicklung leisteten.

Alle Spenden stammen von Privatpersonen, Schulen, Gesundheitseinrichtungen und Unternehmen in Deutschland. Diese Spenden wurden im Laufe des vergangenen Jahres von der HITA gesammelt. Die Aktivitäten sind Teil eines längerfristigen Plans von HITA, der Chances Foundation und DreamsAlive, gemeinsam die Entwicklung im Adaklu-Distrikt zu fördern. Unter den Rednern der Veranstaltung waren Togbe Lablulu, Leiter des Adaklu-Distrikts; Richard Atiemo, Gesundheitskoordinator der EP-Kirche, Adaklu; Samuel K. Taylor, Schulleiter der Adaklu Senior High School; Jacob Ahiave von der DreamsAlive Foundation; Thomas Erkert und Karsten Gareis, Leiter bzw. Vorstandsmitglied von HITA. Als MC führte Herr Nananyaw Bediako durch das Programm.

Besonderer Dank galt Herrn Emmanuel Chance, dem Eigentümer und Manager des Chances-Hotels und Leiter der Chances-Stiftung, der aus gesundheitlichen Gründen nicht anwesend sein konnte. Ohne die tatkräftige Unterstützung von Herrn Chance wäre keine der Spenden möglich gewesen.

Weihnachtsgeschenke: HITA wird weitere Schulen ausstatten

Dezember 17, 2019 in Ghana, Partner, Projekte, Verein von guenther_michels

HITA-Arbeitsreise nach Ho vom 27. Dezember 2019 bis zum 12. Januar 2020 – Wie in den letzten Jahren werden auch dieses Jahr Vereinsmitglieder nach Ho und in die Volta Region reisen, um dieses Mal dort insgesamt sieben Schulen mit Computer-Labs oder Netzwerken auszustatten. Unser zweiter Container mit hochwertigen technischen und medizinischen Geräten und Spendengütern wie beispielsweise 80 Schulrucksäcken ist momentan auf dem Schiffsweg nach Accra in Ghana. Die beiden Lehrerinnen Rachida Aouad und Petra Knott von der Frankfurter Carlo-Mierendorff-Schule, die HITA Vorstände Karsten Gareis, Daniel Gerlach und Thomas Erkert sowie unsere zwei IT-Techniker Christoph Welge und Leonhard Dittmann werden ihre Zeit und Urlaubstage spenden, um für den HITA e.V. und die Schüler und Lehrenden in Ghana tätig zu sein.

Unsere Tätigkeit zum Jahreswechsel wird diverse Schwerpunkte haben. So werden wir dieses Mal:

>>>    Ein weiteres Computer Lab an der School for Nursing and Midwifery (SONAM) an der University of Ho for Applied Sciences (UHAS) einrichten

>>>    Eine Kooperation zwischen der Carlo-Mierendorff-Schule in Frankfurt, HITA e.V. und der Mawuko Girls’ Senior High School unterzeichnen

>>>    Ein Computer Lab mit 40 Rechnern an der Mawuko Girls’ Senior High School einrichten

>>>    Spenden von Schülerinnen und Schülern der Carlo-Mierendorff Schule an die Springs School in Ho übergeben

>>>    Zwei weitere Computer Labs an der OLA Girls’ Senior High School und der Mawuli High School installieren

>>>    Benachteiligten Schülern in der Adaklu Gemeinde 80 Rucksäcke übergeben

>>>    Kleinere Schulen in Adaklu und HASU mit PCs ausstatten

>>>    Verschiedene Einrichtungen mit medizinisch-technischen Geräten, gesammelten Medikamenten und wichtigen Möbeln (Krankenhausbetten, Liegen, etc.) ausstatten

Sie können sich sicher vorstellen, dass es den Mitreisenden in den zwei Wochen kaum langweilig werden wird. Wir haben uns viel vorgenommen. Dies alles ist nur aufgrund Ihrer Unterstützung möglich! Wir hoffen, dass Sie uns auch in Zukunft weiterhin helfen, damit wir unsere Projekte umsetzen können. Auch freuen wir uns über dringend benötigte weitere Mitglieder und Förderer, über Sachspenden und Mitwirkung. Verfolgen Sie unsere Arbeit unter www.hita-ev.org, außerdem stellen wir Interviews und Audiopodcasts bei HITA Radio auf www.hearthis.at/hita-radio online. Vor der Abreise haben wir noch ein Gespräch mit Vorsitzendem Thomas Erkert aufgezeichnet, in dem er die genauen Abläufe der Reise erläutert, die Schulen vorstellt und auch ein größes Dankeschön an alle Unterstützer und Beteiligten richtet.

Wir wünschen Ihnen allen Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr 2020!

Der Vorstand von Healthcare Information Technology for Africa e.V.

Thomas Erkert, Daniel Schleßmann und Günther Michels

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Zwei Lehrerinnen auf dem Weg nach Ghana – Carlo Mierendorff to Mawuku

Dezember 17, 2019 in Ghana, HITA Radio, Partner, Projekte von guenther_michels

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Die Lehrerinnen Petra Knott und Rachida Aouad von der Frankfurter Carlo-Mierendorff-Schule machen sich am 27. Dezember gemeinsam mit HITA wieder auf die Reise nach Ghana. Bei diesem zweiten Besuch wird mit der Mawuku Schule in der Volta Region der Kooperationsvertrag zwischen beiden Schulen unterschrieben. Während eines ersten Aufenthalts im April 2019 besuchten die zwei Lehrerinnen bereits mit HITA verschiedene Schule vor Ort, um eine Partnerinstitution auszuwählen. Dabei lernten sie Lehrer und Schüler, aber auch Land und Leute kennen, unterrichteten selbst, konnten gemeinsam mit den anderen Lehrkräften Ideen zu Projekten entwickeln und haben sich in das fantastische ghanaische Essen verliebt. Nach schwierigen und engen Abwägungen ging die Wahl für die Partnerschule schließlich an die Mawuku Girls’ Senior High School. Für 2020 ist ein Lehrer-Austausch geplant und Skype Stunden zwischen den Schülern in Ghana und Deutschland sollen entstehen. Der interkulturelle Austausch zwischen den Schülern unterstützt die politische und sozialwissenschaftliche Bildung, aber auch Geographie, Geschichte und vor allem die direkte praktische Nutzung der englischen Sprache. Gleichzeitig lernen die Schüler die Kultur und Gesellschaft des jeweils anderen kennen und üben sich in Kommunikation.

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Vor zwei Jahren startete das Projekt mit Vorträgen von HITA Vorsitzendem Thomas Erkert in den Schulklassen. Die Schüler waren sogleich motiviert, hatten kreative Mitmach-Ideen und gestalteten bisher verschiedene eigene Spendenprojekte und Aktionstage. Momentan ist wieder eine Spende an Spielsachen für ghanaische Schüler in dem zweiten HITA Container nach Accra unterwegs, es konnte aber auch mit Flohmärkten und Kuchenverkäufen Geld gesammelt werden.

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Damit die Schüler in Ghana mit den Schülern in Frankfurt kommunizieren können, dazu legt HITA die Grundsteine. Unsere NGO installiert die Voraussetzungen für die Nutzung der neuen technischen Möglichkeiten, baut Computer Labs und Internet- oder Intranet-Verbindungen auf. In jeweils einem Interview erzählen Petra Knott und Rachida Aouad von ihren ersten Erfahrungen in Ghana, den Projekten und den anstehenden Planungen für die kommende Reise.

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The students of the Carlo-Mierendorff-Schule collected money for the students in Ghana by selling flea markets on Acton Day this year.

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Rachida Aouad und Petra Knott bei ihren Schulbesuchen im April 2019.

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Die Jungs haben sich quasi für das Projekt “geopfert”. Für einen kleinen Preis konnte man sich Wasserbomben kaufen und auf die tapferen Zielscheiben werfen.

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Die Frankfurter Lehrerinnen brachten den Schülerinnen in Ghana was bei, als Dankeschön brachten die Schülerinnen dann Rachida und Petra einen ghanaischen Tanz bei.

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An einem der Aktionstage wurde von den Schülern für den Kuchstand sogar eine “Ghana-Torte” mit Glasur in Fahnen-Farben fabriziert.

Unser zweiter Container ist fast voll! Wir suchen noch Spenden!

September 15, 2019 in Ghana, Projekte von guenther_michels

Das HITA Team war wieder fleißig und konnte unseren zweiten 40-Fuß-Container am 19. Juli mit hochwertigen medizinischen und technischen Geräten beladen. Ein großer Dank geht an alle, die bisher gespendet haben! Die Ladefläche ist fast voll, wir sind aber noch auf der Suche von Equipment und benötigen eure Mithilfe zur Spende. Es geht vor allem um SSD Festplatten, Tastaturen und Mäuse. Wir werden wieder Krankenhäuser, Schulen und universitäre Einrichtung in und um Ho in der Volta Region ausstatten. Mit an Bord sind mittlerweile neue Krankenhausbetten mit dringend benötigten Matratzen und medizinische Materialien, außerdem werden wir zwei neue Computer Labs mit insgesam 160 Rechnern ausstatten. Hierzu fehlen uns noch 40 bis 50 Festplatten, aber auch die bereits genannten Tastaturen und Mäuse. Wir unterstützen mit unseren Spenden vor allem die Ausbildung von medizinischem Personal, aber auch die Mitarbeiterschaft in bestehenden Einrichtungen und verbessern die Patientensituation vor Ort enorm. Vielerorts weden beispielsweise Geburten lediglich auf Decken auf dem Boden durchgeführt. Es sind schlichtweg keine Betten vorhanden oder nur welche in absolut misserablem Zustand. Angaben zu möglichen Spenden können ganz einfach über unser Onlineformular an uns übermittelt werden: Sachspenden an HITA.

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Wenn ihr euch ein genaueres Bild machen wollt, wie dieses Projekt abläuft, wie wir arbeiten und was nach der Verschiffung passiert, dann findet ihr unsere ausführlich dokumentierte Container-Aktion vom letzten Jahr hier: Container Verschiffung – WLAN Implementierung 2018

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HITA-Arbeitsreise nach Ho in der Volta Region – April 2019

Juni 17, 2019 in Ghana, Partner, Projekte von guenther_michels

14. – 22. April 2019 Reisebericht

Die HITA-Delegation besteht diesmal aus Thomas, Daniel und Karsten, die alle schon bei früheren HITA-Aufenthalten in Ghana dabei waren, und den „Neulingen“ Petra und Rachida. Die beiden repräsentieren die Carlo-Mierendorff-Schule, eine integrierte Gesamtschule aus Frankfurt, die den Aufbau einer länger währenden Kooperation mit einer allgemeinbildenden Schule in Ghana anstrebt. Petra und Rachida wollen vor Ort Kontakte aufbauen zu einer Reihe von High Schools. Später soll eine von diesen ausgesucht werden, um eine Reihe gemeinsamer Aktivitäten zu vereinbaren, die in eine dauerhaften ghanaisch-deutschen Zusammenarbeit münden sollen. HITA wird an dieser Kooperation beteiligt sein, insofern es IT-spezifische Themen geht: von der Ausstattung der Schulen mit IT-Infrastruktur bis hin zur Ausbildung der Schüler*innen in in der Nutzung und Wartung von Informations- und Kommunikationstechnik.

The welcome at Chances Hotel 2

Die Begrüßung in Chance´s Hotel

Frühmorgens am Palmsonntag machen wir uns auf den Weg nach Ghana. Nach 9 Stunden, inklusive Umstieg in Brüssel, erreichen wir Accra. Das neue Terminal zeugt von dem wirtschaftlichen Wachstum der letzten Jahre – unter allen afrikanischen Ländern weist Ghana mit die höchsten Wachstumsraten auf. Das Problem: Zu wenig hiervon kommt bei der breiten Bevölkerung an. Die Expansion geht auf den Export von Rohöl und Gold zurück, also Sektoren, die zwar viel zum Bruttosozialprodukt beitragen, in denen aber nur vergleichsweise wenig Menschen beschäftigt sind. Daher leidet Ghana weiterhin unter hoher Arbeitslosigkeit. Unter Experten ist unbestritten, dass das Land erhebliche Anstrengungen im Bildungsbereich unternehmen muss. Nur dann ist sicherzustellen, dass die günstige gesamtwirtschaftliche Entwicklung auch eine anhaltende Verbesserung der Lebensqualität für die breite Bevölkerung zu Folge hat. Die große Mehrheit der Ghanaer*innen lebt weiterhin in einfachsten Verhältnissen, völlig unzureichend versorgt nicht zuletzt auch mit Gesundheitsdiensten.

The Development Chief back in Adaklu (Copy)

Am Flughafen wartet HITA-Partner Emmanuel Chance auf uns, um uns mit seinem Kleinbus nach Ho zu bringen, der vier Stunden entfernten Hauptstadt der Volta-Region. Hier hat HITA im letzten Jahr eine große Schwestern- und Hebammenschule mit einem leistungsfähigen Computer-Lab plus Campus-WLAN ausgestattet (siehe die Dokumentation hier). Wir sind gespannt, was uns vor Ort erwarten wird: Haben die Lehrkräfte wie geplant begonnen, Computer- bzw. Smartphone-gestütztes Lernen (eLearning und mLearning) im Studienalltag zu etablieren? Nach einer gewohnt holprigen Fahrt, bei der wir von sintflutartigen Regenfällen begleitet werden, erreichen wir am Abend Ho. Das Personal des Chance‘s Hotel begrüßt uns herzlich. Wir werden mit köstlichem Abendessen und ghanaischem Bier empfangen geheißen, dann fallen wir erschöpft ins Bett.

The welcome at Chances Hotel

In den kommenden Tagen besuchen wir vier allgemeinbildende Schulen, die uns zuvor von unseren Freunden und Freundinnen in Ho empfohlen worden sind. Die Springs School kennen wir schon von unserem letzten Besuch. Sie ist in den Gebäuden einer ehemaligen Autowerkstatt untergebracht. Den Lehrer*innen stehen für ihre Arbeit nur die Mittel zur Verfügung. Nach der Begrüßung schlagen Petra und Rachida vor, mit den Schüler*innen eine Gruppenarbeit durchzuführen. Inhalt sind allgemeine Informationen zu Deutschland, wie etwa Essen, Schule, Jahreszeiten, Fußball usw. Zuerst werden Zufallsgruppen gebildet. Anschließend beschäftigen sich die Kleingruppen mit einem Thema, lesen dies gemeinsam, betrachten die dazugehörigen Bilder und sollen sich mindestens – auf Grund der Kürze der Zeit – zwei wichtige Informationen merken. Erstaunlich ist, dass die meisten Gruppen in der Lage sind, fast alles zu memorieren. Die abschließende Präsentation erfolgt im sogenannten Kugellager. Dazu stehen sich zwei Schüler*innen, die an unterschiedlichen Themen gearbeitet haben, in einem Innen- und einem Außenkreis gegenüber und erzählen sich in einem stetigen Wechsel, was sie Neues über Deutschland gelernt haben.

Meeting at UHAS Headquarters (Copy)

Die anderen drei besuchten High Schools sind, mit jeweils mehr als 1000 Schüler*innen, zwar noch erheblich größer, aber auch besser ausgestattet: die Mawuli School und die Mawuko Girls Senior High School, die beide von der evangelisch-presbyterianischen Kirche Ghanas gegründet wurden, und die katholische OLA Girls Senior High School. Auch hier nutzen Petra und Rachida die Gelegenheit, um mit einigen Klassen die oben erläuterte Übung in Gruppenarbeit durchzuführen, was hervorragend angenommen wird.

Giving Presents to Spring School (Copy)

Wir sind begeistert über den Enthusiasmus der vielen Hundert Schüler*innen, die uns an jeder der High Schools begrüßen. Nicht zuletzt wegen der riesigen Größe der Klassen, die meist zwischen 100 und 200 liegt, besteht der Unterricht üblicherweise fast ausschließlich aus Frontalunterricht. Trotzdem benötigt es nur wenige Augenblicke, bis die Schüler*innen die Grundprinzipien der Gruppenarbeit verstanden haben und mit viel Elan anwenden. Das Feedback auch seitens des Lehrkörpers ist durch die Reihe ausgezeichnet. Mit der Schulleitung und den anwesenden Lehrer*innen besprechen wir daraufhin einige Möglichkeiten zur Kooperation, wie z.B. Austausch von Lehrer*innen, gemeinsame Projektarbeiten mit regelmäßigen online-Treffen mittels Skype, mögliche Schülerpraktika, die Unterstützung mit Lehrmaterialien z.B. für die Naturwissenschaften o.ä.

Welcome at Springs School 2 (Copy)

Mit der Schulleitung der Carlo-Mierendorff-Schule werden Petra und Rachida in den kommenden Wochen die nächsten Schritte besprechen und die Optionen für eine Etablierung einer festen Kooperationsbeziehung zu einer der vier Schulen diskutieren. HITA wird eruieren, wie wir die Schulen – gemäß ihren Bedürfnissen bezüglich Ausstattung mit Informations- und Kommunikationstechnik und ihrer Kapazitäten, was IT-Lehrkräfte anbetrifft – in Zukunft unterstützen können.

Ein weiterer Schwerpunkt unserer Reise besteht darin zu überprüfen, wie das im letzten Jahr installierte Campus-WLAN und das HITA-Computer Lab an der Pflege- und Hebammenschule (SONAM) in Ho genutzt werden. Während die gesamte Installation 2018 von HITA erledigt worden war, ist es die Aufgabe der Schulleitung und des Lehrkörpers, die optimale Nutzung der neuen Infrastruktur im Schulalltag zu gewährleisten. Eine Arbeitsgruppe, an der neben dem SONAM-IT-Team einige ausgewählte Tutoren teilnehmen, hat die letzten Monaten dazu genutzt, eine eLearning-Plattform aufzubauen (auf Basis von Moodle, einer Open-Source-Software) und im Rahmen eines Pilotbetriebs im Unterricht einzusetzen.

Team Work at Spring School 3 (Copy)

Unsere Interviews mit den beteiligten Lehrkräften und dem IT-Team zeigen, dass gute Fortschritte gemacht worden sind. 20 Kurse, die fester Bestandteil der Pflegeausbildung sind, wurden für den Piloten ausgewählt. Für jeden Kurs wurde auf der eLearning-Plattform ein Arbeitsbereich eingerichtet, in den die Lehrkräfte Kursinformationen und Lernmaterialien einstellen können. Überwiegend genutzt wird Moodle bisher für Tests/Prüfungen, die in Form von Multiple-Choice Fragekatalogen durchgeführt werden. Während hierzu bisher Papierbögen Anwendung fanden, werden die Tests nun online durchgeführt, wozu die Studierenden zu einem fixen Zeitpunkt das HITA-Computer-Lab aufsuchen müssen. Dies bringt erhebliche Vorteile aus Sicht der Tutor*innen, da sie nun sofort nach Ende der Session auf die Testergebnisse zugreifen können. Das Korrigieren per Hand entfällt. So bleibt den Lehrkräften mehr Zeit für den Austausch mit den Student*innen und das Vorbereiten der Lehrveranstaltungen. 650 Schüler*innen nehmen bereits an dem Pilotbetrieb teil und erwerben auf diese Weise wertvolle Kenntnisse in der effektiven Nutzung von Computern.

Online Test at HITA Computer Lab 3 (Copy)

Wir verbringen einen Tag im HITA-Lab und beobachten die Beteiligten bei einer der online-Prüfungen. Zwei IT-Fachkräfte betreuen den Raum, leisten technischen Support und geben Ratschläge. Diese Form der intensiven Betreuung erweist sich als notwendig, weil die meisten Student*innen sich zwar bestens mit ihrem Smartphone, nicht aber mit Desktop-Computern auskennen und daher immer wieder Unterstützung gebrauchen. Das eLearning-System, welches auf dem lokalen LAN der Schule installiert ist und daher unabhängig vom Bestehen einer Internet-Verbindung genutzt werden kann, arbeitet ohne Probleme und ist blitzschnell. Die an der Pilotierung beteiligten Lehrkräfte erhalten praktische Hilfe beim Hochladen von Inhalten auf die Moodle-Plattform. Einige sind bereits zu echten Moodle-Expert*innen geworden und tauschen Insider-Tipps aus. Die Notwendigkeit einer Pilotierung zeigt sich daran, dass noch nicht für alle Eventualitäten standardisierte Vorgehensweisen etabliert worden sind. Das Projektteam erkennt an diesem Tag, dass den Schüler*innen noch Möglichkeiten zum Betrügen offen sind, die durch eine Abänderung der Abläufe (z.B. Einrichten eines zusätzlichen, temporären Passwortschutzes) leicht zu beseitigen sind.

Lecturer entering test questions into Moodle (Copy)

Unsere Beobachtungen weisen darauf hin, dass die Lehrkräfte das eLearning-System und die neue Computer-Infrastruktur sehr gut annehmen und auch durchaus gewillt sind, ihrerseits den notwendigen Aufwand für die Teilnahme an Trainings und die Einarbeitung in das System zu erbringen. Damit war nicht unbedingt zu rechnen, denn die Arbeitsbelastung der Tutor*innen war auch vorher schon enorm, nicht zuletzt wegen der in den letzten Jahren kräftig steigenden Student*innenzahlen.

Online Test at HITA Computer Lab (Copy)

Wir besprechen mit dem Projektteam, wie es in den kommenden Monaten weitergehen soll. Die Lehrkräfte wünschen sich Unterstützung beim Einstellen von Lehrmaterialien auf dem eLearning-System. Es besteht der Wunsch, Videoclips, Praxisleitfäden, Lehrbücher und Fachliteratur auf der Plattform einstellen zu können. Noch besteht Unklarheit darüber, welche Inhalte aus dem Internet für diesen Zweck genutzt werden können, und wie praktisch vorzugehen ist. Wir schlagen die Einrichtung einer zentralen eLibrary vor, in der alle wesentlichen Texte und Medieninhalte vorgehalten und von den Lehrkräften für ihre Zwecke genutzt werden können. Die eLibrary wird mittelfristig zu deutlichen Effektivitätsgewinnen für Lehrkräfte und die Studierenden sorgen. HITA wird sich an der Beschaffung der elektronischen Lehrmaterialien beteiligen, wofür wir unseren online-Zugang zur SONAM-Moodle-Plattform nutzen können.

Online Test at HITA Computer Lab 2 (Copy)

Preparing online test in HITA Computer Lab (Copy)

Gegen die konsequente Nutzung des Smartphones für Lernzwecke scheint es noch Vorbehalte zu geben. So gut wie alle Schüler*innen verfügen über ein Smartphone, aber bisher erfolgt der Einsatz im Studienalltag nur informell. Unserer Einschätzung nach wird ein separates Pilotprojekt notwendig sein, um auch die Tutor*innen von den Vorteilen des mobilen Lernens zu überzeugen und gemeinsam mit ihnen Einsatzszenarien zu erarbeiten. Dies ist eine der wesentlichen Aufgaben, der sich HITA in den bevorstehenden Monaten widmen wird.

Team Work at Spring School 1 (Copy)

Mit HITA-Partner Emmanuel Chance besprechen wir unser Vorhaben, eine eigene Schule für die praktische Ausbildung junger Einheimischer zu errichten. Unsere Beobachtungen sowohl an der Pflege- und Hebammenschule als auch an den allgemeinbildenden Schulen der Region bestätigen, dass Ghanas Ausbildungssystem nicht in der Lage ist, auch nur annähernd die Anzahl an Fachkräften hervorzubringen, die für die Einrichtung und insbesondere Instandhaltung der Infrastruktur vonnöten sind. Es fehlt an Kenntnissen, wie der dauerhafte Betrieb z.B. von Computersystemen sicherzustellen ist. Viel zu viele Geräte bleiben ungenutzt, weil keine Fachkraft verfügbar ist, die Reparaturen vornehmen und die Anpassung an die lokalen Bedürfnisse leisten könnte. Chance verfolgt daher seit einiger Zeit den Gedanken, eine technische Schule für seine Region zu etablieren. HITA eruiert momentan die Möglichkeiten, in Deutschland Partner für dieses Vorhaben zu gewinnen, basierend auf den guten Erfahrungen mit dem dualen Ausbildungssystem in unserem Land.

Giving Presents to Spring School (Copy)

Der Ostersamstag bringt uns nach Adaklu, wo wir den Chief und seine Frau, Mama genannt, besuchen und uns für die letztjährige Zeremonie zur Inthronisierung von Thomas zum „Development Chief“ bedanken [siehe unseren Report von 2018]. Adaklu ist eine ländliche Region, in deren Mittelpunkt der imposante Mount Adaklu in die Höhe ragt. Wir für die abgelegen Teile Ghanas typisch, ist die Bevölkerung Adaklus nur unzureichend mit dem Allernötigsten versorgt – insbesondere an Trinkwasser mangelt es. Waya, die Hauptortschaft, ist nicht an die leitungsgebundene Wasserversorgung angeschlossen. Trinkwasser wird in Tanklastern und Kanistern per Lasten-Motorrad nach Waya transportiert. Da hierfür erhebliche Kosten anfallen, trinken viele Bewohner das eher schmutzige Wasser aus dem einzigen Fluss der Region, dem Kpedze.

Visit to local high schools (Copy)

Als letzte High School besuchen wir das einzige Gymnasium im Adaklu-Distrikt, die Adaklu Senior High School. Knapp 600 Gymnasiast*innen werden hier zurzeit von 45 Lehrkräften unterrichtet; schon im kommenden Schuljahr sollen es 1000 Schüler*innen sein. In dieser ländlichen Region sind die Bedingungen deutlich schlechter als in den Schulen in Ho, die wir bereits kennengelernt haben. Der Schuldirektor zeigt sich sichtlich besorgt, dass er den angehenden Abiturient*innen, die sich für unseren Besuch auf dem Schulvorplatz versammelt haben, nicht ausreichend Trinkwasser anbieten kann. Ein weiteres Problem ist die Elektrizitätsversorgung: die Stromrechnungen stellen eine erhebliche Belastung für das knappe Budget der Schule dar. Erste Versuche mit Stromerzeugung aus Solarenergie waren erfolgreich, aber die notwendigen Investitionen für einen Ausbau sind mittelbar unmöglich aufzubringen. Wir vereinbaren mit der Schulleitung, Kontakte zu in Frage kommenden Entwicklungshilfeeinrichtungen in Deutschland aufzubauen. Außerdem will HITA sich engagieren, um die Ausstattung der Schule mit Computertechnik zu verbessern. Insbesondere die Wartung der existierenden Geräte erweist sich immer wieder als schwierig, da zu wenig hierfür ausgebildete Dienstleister verfügbar sind. Den Abend verbringen wir zusammen mit Freunden von Emmanuel Chance auf dem Gelände seiner Villa, das auch das HITA-Büro für die Volta Region beherbergt. Wir knüpfen neue Kontakte zu einer Reihe engagierter Einheimischer; viele von ihnen stammen aus Adaklu, wohnen inzwischen aber in Accra oder auch im Ausland. Insbesondere die anwesenden drei Lehrer sind voller Tatkraft und begrüßen die Möglichkeit, zusammen mit HITA an innovativen Lösungen für die Bewältigung der vielen Herausforderungen des Landes zu arbeiten.

New equipment for SONAM (Copy)

Nach dem anstrengenden Tag in Adaklu widmen wir uns am Ostersonntag dem Verfassen unserer diversen Berichte, der Sortierung des umfangreichen Bildmaterials – und dem Ausruhen auf unserer schattigen Terrasse. Außerdem verteilen wir kleinere Geschenke an das Hotelpersonal, das uns so tatkräftig unterstützt und sich bestens um unser leibliches Wohl gekümmert hat. Bevor für uns am dann am Ostermontag der Rückflug nach Frankfurt ansteht, nutzen wir unseren Aufenthalt in der Hauptstadt Accra noch zu einem informellen Treffen mit einem altgedienten ghanaischen Diplomaten, der über exzellente Kontakte ins Gesundheitsministerium verfügt. Er sagt uns zu, ein Meeting mit dem amtierenden Minister zu arrangieren. HITA wird dieses Treffen nutzen, um sicherzustellen, dass unsere langjährige, gute Beziehung zu dem Ministerium auch unter der aktuellen Regierung fortbesteht. Konkret wollen wir diskutieren, wie HITA die umfangreichen Erfahrungen, die an der Schwestern- und Hebammenschule in Ho gemacht worden sind, für die Modernisierung anderen Bildungseinrichtungen in allen Teilen Ghanas zum Einsatz bringen kann.

No information - no development (Copy)

Taking some time out in the pool (Copy)

HITA Jahrbuch 2018

Februar 13, 2019 in Allgemein, Ghana, NGO, Projekte, Verein von guenther_michels

Es ist nun frisch aus dem Druck und wir können das schöne Werk in den Händen halten! Unser Jahrbuch von 2018 ist fertig und für Mitglieder, Freunde, Unterstützer und Interessierte erhältlich.

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Das Jahrbuch ist im Quer-Format in DIN A4 konzipiert, besteht aus 58 Seiten und ist mit 169 informativen und wunderschönen Bildern bestückt. Das auf Hochglanzpapier bedruckte Papier ist in einen Hardcover-Einband gebunden. Die Projekte vom letzten Jahr sind ausführlich dokumentiert, von der Verladeaktion unseres ersten Containers mit technischen Geräten und hochwertigem medizinischem Equipment bis hin zur Installation des ersten Campus WLANs Westafrikas an der Universtity of Health and Applied Science in Ho in der Volta Region.

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Unsere Besuche in Ghana sind aufschlussreich bebildert und detailliert dargestellt, passend dazu wurden informative Berichte erstellt. Kompakt und praktisch, die wichtigsten Infos auf einem Blick mit zusätzlichen Daten zu Budget, Ausgaben, Planungsterminen und Ergebnissen zu Evaluationen. Wir können zeigen, was mittlerweile in Zusammenarbeit mit vielen Beteiligten aus verschiedenen Ländern umgesetzt wurde. Es ist aber noch unglaublich viel zu tun und wir sind mit unseren Unternehmungen erst am Anfang.

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Es gibt viele Möglichkeiten HITA zu unterstützen, eine weitere besteht in dem Erwerb unseres HITA Jahrbuchs 2018. Das umfangreiche Werk kann bei uns zu einem Preis von 55 Euro gekauft werden. Da die Exemplare nicht in Serie produziert werden, sondern auf Auftrag gedruckt werden, entstehen Druckkosten von 52,97 Euro. Es bleibt also nicht wirklich Budget übrig, um weitere Schulen in Ghana unterstützen zu können. Wir bieten aber außerdem einen Rabatt in Kombination mit einer Mitgliedschaft an und freuen uns natürlich über jede weitere Zuwendung. Bei Interesse an einer Bestellung schicken Sie uns eine Email an info@hita-ev.org.

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Preise für das HITA Jahrbuch 2018

Einzelpreis:                                                     55 Euro

Kombi mit Vollmitgliedschaft:                        105 Euro         (anstatt 115 Euro)

Kombi mit ermäßigter Mitgliedschaft:             80 Euro          (anstatt 90 Euro)

Kombi mit Fördermitgliedschaft:                   300 Euro         (anstatt 310 Euro)

Unsere Kontaktdaten

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