Digital unterstütztes Community Engagement für Geschlechtergerechtigkeit und soziale Entwicklung: Ausrangierte Smartphones gesucht! – Sammelaktion Winter 2021/2022

Dezember 16, 2021 in Allgemein, Projekte von guenther_michels

BMZ-gefördertes Kleinprojekt „Digital unterstütztes Community Engagement für Geschlechtergerechtigkeit und soziale Entwicklung“, Adaklu, Ghana

Warum?

Der Distrikt Adaklu ist einer der ärmsten Regionen Ghanas und weist erhebliche Entwicklungsrück-stände auf, wie sich z.B. an der hohen Mütter- und Neugeborenen-Sterblichkeit sowie der Zahl der Teenagerschwangerschaften zeigt. Vor diesem Hintergrund konzentriert sich ein von dem deutschen gemeinnützigen Verein HITA e.V. und der ghanaischen NGO Grow Your Dream Foundation (GYDF) initiiertes Projekt auf Geschlechtergerechtigkeit und ihre Rolle für die soziale Entwicklung. Der Fokus liegt hierbei darauf, den weiblichen Teil der Bevölkerung eine größere Rolle bei Entscheidungsprozessen zu verschaffen, Aufklärungsarbeit zu Fragen der „sexuellen und reproduktiven Gesundheit und Rechte“ zu leisten und Mädchen eine gleichwertige Schulausbildung zukommen zu lassen. Wie umfangreiche Forschungsergebnisse aus den letzten Jahren bewiesen haben, stellt die Gleichstellung der Geschlechter einen hocheffektiven Schlüssel zur Armutsbekämpfung insbesondere in Entwicklungsländern dar*. Das Projekt wird von den Schmitz-Stiftungen aus Mitteln des EZ-Kleinprojektefonds des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) gefördert.

GYDF_1Arbeit vor Ort (2021, Quelle: GYDF)

Seit Start des Projektes im Frühjahr 2021 wurden bereits viele wichtige Ziele erreicht. Das GYDF-Team hat in 10 Dorfgemeinschaften Adaklus die Gründung von Daddies‘ Clubs und Mother Support Groups initiiert, in denen interessierte Dorfansässige über Geschlechterrollen, die Aufgabenverteilung zwischen Männern und Frauen und die Überwindung traditioneller Hindernisse für die volle gesellschaftliche Partizipation von Frauen zu beteiligen. GYDF setzt hierfür eine Reihe von Techniken an, um die Auseinandersetzung mit der Thematik so ansprechend wie möglich zu gestalten und gleichzeitig Hemmungen, die einem offenen Austausch erschweren, abzu¬bauen. Jede Gruppe verfügt über zwei Leaders, die mittels einer Train-the-Trainer-Schulung für ihre Rolle fit gemacht wurden.

GYDF_2Projektteilnehmer (2021, Foto: GYDF)

In der letzten Phase des zunächst einjährigen Projektes sollen die Gruppenleitenden aus den 10 Dörfern nun miteinander vernetzt werden, wozu auf die schon weit verbreitete Nutzung von Social-Media-Diensten auf Smartphones zurückgegriffen werden soll. In der Tat ist die Abdeckung mit schmalbandigen mobilen Datendiensten auch in ländlichen Gebieten Ghana sehr gut – worüber sich das HITA-Team vor Ort vergewissern konnte.

Wie sich im Laufe des Projektes herausstellte, verfügen jedoch die wenigsten der freiwilligen Group Leaders über ein Smartphone, da sie i.d.R. über keine eigene Einkommensquelle verfügen. Aus diesem Grund wollen wir in den kommenden Monaten ausgesonderte Smartphones nach Ghana schicken, die an die Betreffenden ausgehändigt werden sollen. Prepaid-SIM-Karten mit einem für den Zweck ausreichenden Guthaben werden von HITA finanziert. Eine Einführung in die Nutzung der Smartphones zum Zweck des Austausches über Social-Media-Gruppen (z.B. WhatsApp Group Chat) wird durch unseren lokalen Partner, die GrowYourDream Foundation, durchgeführt.

GYDF_3Nutzung von Smartphones (2021, Foto: GYDF)

Was benötigen wir?

Benötigt werden nur funktionsfähige Smartphones, deren Akku noch recht gut arbeitet (oder aber austauschbar ist). Risse im Display und ähnliche Schäden sind kein Problem, solang die Bildschirmanzeige noch gut erkennbar ist. Auch noch verfügbares Zubehör wie Ladekabel, Hülle, etc. wird gerne genommen. Falls auf dem Gerät befindliche Fotos und Daten noch nicht gelöscht worden sind, werden wir dies nachholen. Wir werden die Geräte dann auf sicherem Wege (persönlich oder per FedEx) nach Ghana schicken. Falls Zollgebühren anfallen sollten, werden wir diese übernehmen.

Wohin sollen die Geräte?

Bitte schicken Sie die Geräte vor dem 15. April 2022 an folgende Adresse (Arbeitsadresse des zuständigen HITA-Mitglieds Karsten Gareis):

Karsten Gareis, HITA e.V., Pipinstr. 12, 53111 Bonn.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an: karsten.gareis@hita-ev.org

Wir bedanken uns recht herzlich!

Über Grow Your Dream Foundation:

Die Grow Your Dream Foundation (GYDF) ist eine in Adaklu, Ghana ansässige Nichtregierungsorganisation (NRO), die in den Bereichen Gleichstellung der Geschlechter, Bildung für Alle und Gesundheitsförderung tätig ist. Im Laufe der Jahre hat das Team von GYDF unzählige Treffen, Gruppensitzungen, Diskussionsrunden und andere Aktivitäten zur Förderung von Gesundheit, Bildung und Gleichstellung der Geschlechter in den Gemeinden des Bezirks Adaklu organisiert. Das Hauptaugenmerk des Vereins liegt dabei auf partizipativen Methoden und der Verwendung einfacher und verständlicher Botschaften, die stets auf die lokalen Gegebenheiten, Bedürfnisse und Vorlieben zugeschnitten sind.

Im Jahr 2019/2020 hat sich GYDF mit HITA sowie einer anderen lokalen NRO und lokalen Gemeindevorstehern (Togbes) zusammengetan, um die Verteilung von Schultaschen an Mädchen aus benachteiligten Verhältnissen in Adaklu-Waya und einigen umliegenden Dörfern zu organisieren – aus der Überzeugung heraus, dass auch sozial benachteiligte Mädchen und jungen Frauen in der Region in die Lage versetzt werden müssen, in vollem Maße an der Gesellschaft teilzunehmen. In den letzten Monaten bestand die Arbeit von GYDF vor allem darin, in ländlichen Dörfern Adaklus Selbsthilfegruppen mit Interesse an einem positiven gesellschaftlichen Wandel zu gründen und leiten. Zu diesen Gruppen gehören die sogenannten Daddy’s Clubs, Mother Support Clubs und Adolescent Clubs.

Im Jahr 2020 hat GYDF eine Reihe von Aktivitäten zur Bekämpfung der Ausbreitung von COVID-19 und zur Unterstützung der Landbevölkerung bei der Bewältigung der negativen Auswirkungen der Pandemie – z. B. Preiserhöhungen für Waren des täglichen Bedarfs, Schwierigkeiten beim Zugang zu Sozial- und Gesundheitsdiensten und Stigmatisierung von Personen, von denen angenommen wird, dass sie das Virus in sich tragen – durchgeführt.